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Hebehilfe:

Ein Patientenlifter als Unterstützung im Alltag

Redaktionsbild von der Autorin
Undine Tackmann
8. Juli 2022

Das Wichtigste in Kürze:

  • Patientenlifter werden sowohl in der häuslichen als auch in der stationären Pflege verwendet.
  • Es wird zwischen Aufricht-, Tuch- und Deckenliftern unterschieden.
  • Die Preise für Aufricht- und Tuchlifter beginnen bei 1.300 Euro. Ein Deckenlifter kostet 4.000 Euro aufwärts (inkl. Montage).
  • Die Kranken- oder Pflegekasse übernehmen bei nachgewiesenem Bedarf größtenteils die Kosten, wenn die betroffene Person häuslich gepflegt wird.

Ein Patientenlifter ist eine praktische Hilfe zum Heben von bewegungseingeschränkten Personen. Dabei unterscheiden sich die Modelle je nach persönlichen Anforderungen und den Kosten. Wir sagen Ihnen, wie Sie den richtigen Personenlifter auswählen und dabei noch etwas sparen können.

Für wen ist ein solches Liftermodell geeignet?

Personenlifter ermöglichen den Transport von Personen mit starken Bewegungseinschränkungen vom Bett in den Rollstuhl, die Badewanne oder auf einen WC-Sitz und umgekehrt. Bekannt sind sie auch als Patientenlifter, Krankenlifter, Multilifter oder Wandlifter.

Grundsätzlich sind Sie für alle Personen mit Bewegungseinschränkung geeignet. Wichtig ist, dass die Bedienung eines Patientenlifters immer mit der Unterstützung eines Pflegepersonals erfolgen sollte. Bei der Benutzung eines Patientenlifters gilt: Der Patient oder die Patientin sollte im Rahmen seiner Fähigkeiten aktiv am Transfer beteiligt werden. Die Pflegekraft steht in der Verantwortung, einen sicheren Transfer zu gewährleisten, und darf den Patienten oder die Patientin im Lifter nicht unbeaufsichtigt lassen.

Sie werden sowohl zur Pflege zu Hause als auch im stationären Bereich eingesetzt und können die körperliche Belastung des Pflegepersonals oder von Angehörigen der Familie erheblich minimieren.

Treppen mit Treppenlift
Alle Alternativen im Überblick:

Lift vs. Lifter

Häufig werden Patientenlifter mit Treppenliften oder Plattformliften gleichgesetzt oder verwechselt. Dabei werden mit einem Lift große Steigungen und Hindernisse überwunden, während Lifter vor allem Hilfsmittel zur Unterstützung beim Aufstehen bzw. Heben einer Person sind. Ein Lift wird also zum Transport genutzt, während ein Lifter den Transfer (z. B. vom Bett in den Rollstuhl) erleichtert.

Verschiedene Modelle von Patientenliftern

Personenlifter unterscheiden sich in Aufbau und Funktion. Je nach Modell verfügen Patientenlifter über einen Tuchsitz oder einen Sitz aus starrem Material. Der Transfer selbst erfolgt über einen Schwenkarm, ein Boden-Fahrwerk oder Laufschienen, die an der Decke montiert werden. Der Lifter verfügt über eine manuell oder elektrisch betriebene Hubmechanik, die von Patient:innen selbst oder durch eine:n Angehörige:n gesteuert werden kann. Grundsätzlich wird zwischen drei Typen unterschieden: mobile und stationäre Patientenlifter (auch Tuchlifter genannt), mobile Hebe- und Transferhilfen, (auch Aufrichtlifter genannt) und Deckenlifte und Schienenliftsysteme.

Unser Tipp:

Auch Badewannenlifter zählen zu Patientenliftern. Sie werden speziell als Ein- und Ausstiegshilfe für Badewannen eingesetzt.

Patientenlifter
Patientenlifter ermöglichen, Patient:innen vom Rollstuhl ins Bett zu transferieren.

Tuchlifter

Der Tuchlifter ist eine Mobilitätshilfe, die Patient:innen in sitzender Position transportiert. Der Lifter kann an der Wand montiert werden oder bewegt sich über ein mobiles Fahrwerk.

Der Gurt bzw. der Sitz wird unter den Patienten bzw. die Patientin geschoben und in die richtige Position gebracht. Die Schlaufen werden an den Hebebügel angehängt und der Hubarm auf Knopfdruck nach oben gefahren. Der Patient oder die Patientin kann nun bequem und sicher im Lifter transportiert werden. Der Hebebügel lässt sich um 360° drehen.

Leistungsvorteile

  • verschiedene Größen, Sitze und Gurte
  • hohe Standfestigkeit
  • elektrisch verstellbar
  • fahrbar
  • einklappbar
  • spreizbares Fahrgestell
  • um 360° drehbar
  • Tragfähigkeit: bis zu 150 kg
  • Schwenkfähigkeit: bis zu 130 kg
  • Hebe und Senkvorgänge: ca. 40-mal pro Akkuladung
Patientenlifter
Ein Tuchlifter kann mobil auf Rädern, fest im Boden oder an der Wand montiert sein.

Deckenlifter

Ein Deckenlifter ist ein Tuchlifter, der an einem Schienensystem an der Decke läuft. Er durchquert einen Raum oder verbindet mehrere Räume miteinander.

Je nach Modell kann der Hebebügel fest mit dem Schienensystem verbunden sein. Es gibt auch portable Hebebügel, die nur bei Bedarf in das Schienensystem eingehangen werden. Bei beiden Varianten erfolgt die Beförderung per Motor oder per Hand durch das Pflegepersonal oder eine:n Angehörige:n.

Leistungsvorteile

  • verschiedene Größen und Ausführungen
  • mit oder ohne Antriebsmotor
  • fest installierter oder abnehmbarer Hebebügel
Deckenlift
Ein Deckenlifter ist ein Tuchlifter, der an der Decke befestigt ist.

Aufrichtlifter

Mit einem Aufrichtlifter, auch Umsetzhilfe genannt, wird das Aufrichten von Patient:innen aus Betten, Sitzmöbeln oder Rollstühlen erleichtert. Bei dem aktiven Hebevorgang wird der Rücken mithilfe eines stabilen und gepolsterten Gurts abgestützt. Rutschfeste Oberflächen verhindern das Hinausgleiten aus dem Sitz.

Umsetzhilfen sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Die einfachsten Modelle verfügen über eine gepolsterte und verstellbare Beinstütze sowie eine Feststellbremse. An den Handgriffen können sich die Patient:innen gut festhalten, während das Pflegepersonal sie beim Aufrichten unterstützt. Bei einem elektrisch angetriebenen Aufrichtlifter wird dem Patienten oder der Patientin ein stabiler und großflächiger Gurt umgelegt. Der Druck auf die untere Wirbelsäule wird somit verringert.

Leistungsvorteile

  • Hubleistung: bis zu 300 kg
  • mit oder ohne Motor
  • mit oder ohne Gurt
  • erhältlich aus Stahl, Kunststoff, Aluminium oder thermoplastischem Gummi
Aufrichtlifter einfach
einfacher Aufrichtlifter
Aufrichtlifter
elektrischer Aufrichtlifter

Wer darf einen Personenlifter bedienen?

Für die Bedienung eines Personenlifters benötigt das Pflegepersonal keine zusätzliche Ausbildung. Es sollte jedoch eine Einführung in die Bedienung des Gerätes durch den Hersteller stattfinden.

Vor jeder Benutzung sollte eine technische Grundüberprüfung des Lifters durch das Pflegepersonal erfolgen. Dabei ist insbesondere auf folgende Aspekte zu achten:

Was kosten Patientenlifter?

Die Preise von Patientenliftern unterscheiden sich je nach Modell, Hersteller, Größe und technischen Details. Bei den angegebenen Preisen handelt es sich um Richtwerte, die Ihnen beim Kauf als Orientierungshilfe dienen können. Patientenlifter werden auch gebraucht angeboten. Angebote finden Sie direkt bei den Herstellern, in Sanitätshäusern oder auf Internetportalen für Gebrauchtwaren.

Wichtig: Wird Ihnen ein Personenlifter direkt von der Kranken- oder Pflegekasse bewilligt, wird Ihnen oft direkt ein konkretes Sanitätshaus genannt. Das liegt daran, dass die Pflege- und Krankenkassen teilweise exklusive Vertragspartner haben.

Übernimmt die Kranken- oder Pflegekasse die Kosten?

Haben Sie einen nachgewiesenen Bedarf (z. B. durch ein Rezept des Arztes) für einen Patientenlifter, wird dieser durch Ihre Kranken- oder Pflegekasse bezuschusst. Ihre gesetzliche Zuzahlung beläuft sich zumeist nur auf 10 Euro. Die Voraussetzung hierfür ist, dass sie im Hilfsmittelverzeichnis und Hilfsmittelkatalog der Krankenkassen gelistet sind. Außerdem gilt der Anspruch in der Regel nur für die häusliche Pflege. Sollte die mobilitätseingeschränkte Person in einer vollstationären Einrichtung (z. B. einem Pflegeheim) untergebracht sein, muss das Heim den Lifter zur Verfügung stellen.

Förderung beim Personenlifter

Pflegebedürftigen Patient:innen und Ihren Angehörigen werden vom Staat eine Reihe von Förderungen zur Verfügung gestellt. Möglich ist etwa ein Zuschuss der Pflegeversicherung oder Krankenkasse.

Teaser Treppenlift Förderung
Alternative für mobilitätseingeschränkte Personen:

Pflege und Wartung

Alle Patientenlifter sollten mindestens einmal jährlich einer sicherheitstechnischen Kontrolle unterzogen werden. Zur täglichen Reinigung dürfen keine scharfen Putzmittel verwendet werden. Das Abwischen mit einem feuchten Tuch ist meist ausreichend. Die Gurte sind bei 60 Grad Celsius in der Waschmaschine waschbar.

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