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Finanzielle Entlastung

Abschaffung der EEG-Umlage: Was ändert sich?

Redaktionsbild von der Autorin
Undine Tackmann
1. Juli 2022

Ob Sie eine Photovoltaikanlage betreiben und den Strom selbst nutzen oder einfach nur Haushaltsstrom beziehen: Bisher mussten Sie auf jede Kilowattstunde eine EEG-Umlage zahlen. Seit 01. Juli 2022 gehört das der Vergangenheit an, denn die „Ökostromumlage“ wurde abgeschafft. Wir zeigen Ihnen, was das bedeutet und wie viel Sie dadurch sparen können.

Was war die EEG-Umlage?

Die EEG-Umlage wurde im Jahr 2000 eingeführt. Ihre Erhebung hat einen einfachen Grund: Zwischen den Kosten, die durch die Förderung von Strom aus erneuerbaren Energien entstehen, und den Einnahmen, die bei der Vermarktung des so erzeugten Stroms erzielt werden, besteht eine Differenz. Diese wird durch die EEG-Umlage ausgeglichen. Dadurch kann wiederum die Finanzierung für den stetigen Ausbau von Solar-, Wind-, Biomasse- und Wasserkraftwerken gesichert werden.

Bei der Umlage handelt es sich um einen festgesetzten Betrag, der bisher von Verbraucher:innen je Kilowattstunde gelieferten und verbrauchten Strom zu zahlen war. Das geschah direkt über den Strompreis, von dem etwa 10 Prozent auf die EEG-Umlage entfielen.

Haus mit Solaranlage auf Dach
Wer eine Solaranlage betreibt, musste bisher in vielen Fällen eine EEG-Umlage zahlen.

Unabhängigkeit vom Stromanbieter

Die EEG-Umlage ist durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegt und somit ein Teil der staatlichen Steuern, Abgaben und Umlagen. Die Höhe der zu zahlenden Umlage wird daher nicht direkt durch die Stromanbieter beeinflusst.

Entwicklung und Abschaffung der EEG-Umlage

Das Corona-Konjunkturprogramm und der darin beschlossene Bundeszuschuss hatten bereits 2021 einen sprunghaften Anstieg der EEG-Umlage verhindert. Auf diese Weise konnten die fehlenden Einnahmen durch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie größtmöglich ausgeglichen werden. Weil außerdem die Börsenstrompreise gestiegen sind, haben sich die Erlöse für die Vermarktung erneuerbaren Stroms erhöht. Dadurch hat sich der Förderbedarf deutlich verringert.

Ursprünglich sollte die EEG-Umlage zum 01. Januar 2023 abgeschafft werden. Dieser Schritt wurde allerdings auf den 01. Juli 2022 vorgezogen, um die Belastung der Bürgerinnen und Bürger durch die stark steigenden Strompreise zu verringern. Bis zu diesem Zeitpunkt lag die EEG-Umlage für das Jahr 2022 bei 3,723 Cent pro kWh. Im Vergleich zum Vorjahr war sie damit bereits um 43 Prozent auf einen Zehnjahrestiefstand gefallen.

Eeg Umlage 2022

Wichtig:

Die Stromlieferanten sind gesetzlich verpflichtet, den Wegfall der EEG-Umlage an ihre Kundinnen und Kunden weiterzugeben. Die Absenkung der Preise muss zum 01. Juli 2022 stattfinden.

Warum wurde die EEG-Umlage abgeschafft?

Schon seit längerer Zeit steht die EEG-Umlagepflicht für Eigenstromverbrauch in der Kritik. Grund dafür ist, dass sie eine Hemmschwelle für die Anschaffung und den Betrieb erneuerbarer Energien darstellen kann. Eine Solaranlage auf dem eigenen Hausdach erscheint durch die Abgabe beispielsweise für Privatpersonen unattraktiver. Hinzu kommt, dass bisher jedes Jahr weitere Industrieunternehmen durch eine Befreiung der EEG-Umlage begünstigt wurden, statt die Verbraucher:innen zu entlasten. Beides sind wichtige Faktoren, die den Ausbau der erneuerbaren Energien hemmen können.

Häuser mit Solaranlagen
Auch die Zahlung der anteiligen EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch aus Solaranlagen entfällt.

Die vorgezogene Abschaffung der EEG-Umlage zum Juli 2022 wurde im April vom Bundestag beschlossen. Dieser Punkt war Teil des sogenannten „Osterpakets“, das umfassende Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz zum Ziel hatte. Dadurch sollen folgende Punkte erreicht werden:

  • weniger Abhängigkeit von Energieimporten

  • schnellerer Ausbau erneuerbarer Energien und Verzicht auf fossile Energien

  • höheres Tempo beim Erreichen der Klimaneutralität

Nötig ist das Maßnahmenpaket nicht nur wegen der Klimaziele Deutschlands. Auch die Weltmarktsituation ist in Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine stark angespannt. Möglichen Versorgungsengpässen und weiter steigenden Energiepreisen soll vorgebeugt werden.

Die EEG-Umlage soll zukünftig vollständig über den Bundeshaushalt finanziert werden. Die nötigen Mittel stellt der Bund über den Energie- und Klimafonds (EKF) bereit. Dieser soll zukünftig mit etwa 6,6 Milliarden Euro belastet werden. Haushalte sparen hingegen zukünftig: Bei einem Stromverbrauch von 2.500 kWh wird die jährliche Stromrechnung etwa 100 Euro niedriger ausfallen.

Solarpflicht in Deutschland?

Um den Ausbau von Solaranlagen in Deutschland weiterhin anzutreiben, wird über eine bundesweite Solarpflicht diskutiert. Erste Bundesländer wie Baden-Württemberg haben Solaranlagen für neue Wohn- und Nichtwohngebäude seit 2022 verpflichtend gemacht. In unserem Magazin-Artikel verraten wir Ihnen, was die Solarpflicht beinhalten könnte und was Expert:innen davon halten.

So wurde die EEG-Umlage ermittelt

Die Höhe der EEG-Umlage wurde jährlich im Oktober von den Übertragungsnetzbetreibern (ÜBN) für das Folgejahr ermittelt und im Erneuerbare-Energien-Gesetz festgesetzt.

Grundlage zur Ermittlung der EEG-Umlage war die Ausgleichsmechanismus-Verordnung (AusglMechV). Die vier Übertragungsnetzbetreiber prognostizierten dabei gemeinsam mit verschiedenen Strommarktexpert:innen die voraussichtlichen Einnahmen durch den Verkauf des Stroms am Spotmarkt der Strombörse.

Ende September wurde für das laufende Jahr eine Bilanz gezogen und ein Ausgleich zwischen den prognostizierten und den tatsächlich erzielten Preisen vorgenommen. Auch der Saldo des EEG-Kontos sowie ein Puffer von 8 Prozent als Liquiditätsreserve wurden eingerechnet.

Wer sind die vier Übertragungsnetzbetreiber?

Die vier Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) sind 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW. Sie sind in Deutschland für das Übertragungsnetz zur überregionalen Versorgung und Übertragung im Höchstspannungsbereich verantwortlich. Das heißt, sie gewährleisten die Sicherheit der Stromversorgung.

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