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Großer Sanierungsbedarf

Jedes zweite Einfamilienhaus liegt unter Energieeffizienzklasse E

25.01.2024, 13:38 Uhr

2 min

Lina Strauss

Laut einer immowelt-Analyse haben über 50 Prozent der in 2023 angebotenen Einfamilienhäuser in Deutschland niedrige Energieklassen von F oder schlechter.

Wohngegend mit alten, unsanierten Einfamilienhäusern in Deutschland

Der energetische Zustand vieler Wohnimmobilien in Deutschland ist schlecht. Die Hälfte der in 2023 zum Kauf angebotenen Einfamilienhäuser haben eine Energieeffizienzklasse unter E. Das ergab eine Analyse von immowelt zu Sanierungsfällen in Deutschland. Mit 20 Prozent verfügt der Großteil der Wohnhäuser sogar über die schlechteste Energieklasse H. „Bei deutschen Wohnimmobilien herrscht ein enormer energetischer Sanierungsbedarf“, sagt immowelt Geschäftsführer Felix Kusch. Nur knapp 7 Prozent der inserierten Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Reihenendhäuser könnten dagegen höhere Effizienzansprüche der Klasse A+ oder A erfüllen.

Bessere Energiebilanz bei Wohnungen

Eine bessere Energiebilanz zeigt sich im Wohnungssegment. Lediglich 14 Prozent der angebotenen Wohnungen haben eine niedrigere Energieeffizienzklasse als E und nur 1,4 Prozent sind der schlechtesten Energieklasse H zuzuordnen. Mit knapp 30 Prozent liegen die meisten inserierten Wohnungen im Mittelfeld mit der Energieeffizienzklasse D.

Hohe Sanierungskosten schrecken Eigentümer:innen ab

Um die Energieziele der Europäischen Union zu erreichen, muss der durchschnittliche Energieverbrauch im Gebäudebereich um mindestens 22 Prozent bis 2035 gesenkt werden. Das bedeutet, dass viele Eigentümer:innen ihre Immobilie sanieren müssten. Kusch sieht darin eine große finanzielle Herausforderung, für die Fördermittel entscheidend sind:

„Die mitunter hohen Kosten für eine energetische Sanierung schrecken jedoch viele Immobilienbesitzer ab und der zwischenzeitliche Stopp mehrerer Förderprogramme im Zuge der Haushaltskrise hat für zusätzliche Verunsicherung gesorgt. Umso wichtiger ist es, dass die Bundesregierung nun Klarheit bei der Förderung geschaffen hat. Für mehr Investitionen in energetische Sanierungen sind Planbarkeit und Verlässlichkeit der Förderprogramme für Eigentümer essenziell.“

Viele Eigentümer:innen könnten sich einen Kredit leisten

Je nach Sanierungsbedarf können Kosten von mehreren zehntausend Euro für eine energetische Sanierung anfallen. Das Hauptvermögen der meisten Hausbesitzer:innen ist jedoch nicht liquide, sondern an die Immobilie gebunden. Und nur die wenigsten haben Rücklagen für mehr als eine normale Instandhaltung zurückgelegt. Das ergab eine Studie von empirica für die Landesbausparkassen.

Laut deren Berechnungen könnten sich immerhin 43 Prozent der Haushalte einen Kredit von mehr als 50.000 Euro leisten. Lediglich die Gruppe der Senior:innen und jungen Familien hätten größere Engpässe bei der Finanzierung zu stemmen.

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Lina Strauss
Lina Strauss ist seit über einem Jahr bei Aroundhome und hilft unseren Leser:innen mit ihren Artikeln dabei, die wichtigsten Infos zu allen Themen rund ums Haus auf einen Blick zu finden. Ihr Interesse liegt vor allem bei zukunftsweisenden Themen aus dem Energie- und Immobiliensektor.
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