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Solarausbau

DLR präsentiert Atlas zu Solarpotenzialen in Deutschland

11.06.2024, 15:06 Uhr

2 min

Claudia Mühlbauer

Die Anwendung EO Solar des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zeigt Solarpotenziale in Deutschland auf einer interaktiven Karte.

Mehrere Wohnhäuser mit Dächern, auf denen Solaranlagen installiert sind, mit grüner Wiese und Bäumen im Vordergrund unter blauem, leicht bewölktem Himmel

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat eine interaktive Karte entwickelt, die aufzeigt, wo sich Solaranlagen auf Dächern lohnen. Dieser Solaratlas bietet detaillierte Informationen darüber, welche Gebäudedächer für Solaranlagen geeignet sind und welche Leistung an verschiedenen Standorten erwartet werden kann. Dafür nutzen die Forscher:innen des DLR aktuelle Luftbilder und Geobasisdaten, die mit Methoden des maschinellen Lernens verarbeitet wurden. Dadurch konnten Solarenergie-Potenziale für rund 20 Millionen Gebäude in Deutschland ermittelt werden. Die Ergebnisse auf Gemeinde-, Landkreis- und Bundeslandebene sind unter eosolar.dlr.de öffentlich einsehbar.

Bedeutung des Solaratlas für die Energiewende

Der Solaratlas wurde kürzlich auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) 2024 in Berlin vorgestellt. „Um effektive Strategien und Instrumente zum Ausbau von Solaranlagen auf Dächern zu entwickeln und umzusetzen, benötigen Entscheidungsträger genaue Informationen zum aktuellen Bestand und zum Ausbaupotenzial“, erklärte Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des DLR. „Die satellitengestützten Informationen, die das DLR bereitstellt, unterstützen die Energiewende. Damit werden sie zum Treiber für innovative Produkte und Geschäftsmodelle. Der Solaratlas des DLR verdeutlicht, wie Erdbeobachtung erfolgreich für den Klimaschutz und einen nachhaltigen Ausbau der Energiegewinnung eingesetzt wird.“

Umfangreiche Datenauswertung und künstliche Intelligenz

Die Wissenschaftler:innen des Earth Observation Centers (EOC) des DLR haben mehrere Terabyte an Daten im Projekt EO Solar ausgewertet. Dazu gehören digitale, verzerrungsfreie Luftbilder mit einer Auflösung von 20 Zentimetern und hochaufgelöste Oberflächenmodelle mit einer Auflösung von einem Meter, bereitgestellt vom Bundesamt für Kartografie und Geodäsie. „Um das aktuelle Ausbaupotenzial für Solarenergie zu beschreiben, berechnen wir die mögliche elektrische Leistung anhand der Sonnenstunden, der Strahlungsintensität, der Ausrichtung der Dachflächen sowie der Verschattung durch benachbarte Gebäude oder Vegetation“, erläuterte Dr. Annekatrin Metz-Marconcini, Leiterin des Projekts EO Solar.

Das DLR hat darüber hinaus ein Verfahren entwickelt, das künstliche Intelligenz nutzt, um weltweit Dächer mit Solarpaneelen aus hochaufgelösten Fernerkundungsdaten zu identifizieren. In Deutschland wurde auch das Marktstammdatenregister einbezogen, das alle angemeldeten Solaranlagen auf tagesaktueller Basis enthält. EO Solar verwendet digitale Oberflächenmodelle, die automatisch Verschattungen durch Bäume und umliegendes Gelände berücksichtigen.

Solarpotenziale für ganz Deutschland

Im Gegensatz zu bestehenden Solarkatastern der Bundesländer, Landkreise oder Gemeinden, die oft unterschiedlich detailliert sind und sich auf bestimmte Gebiete beschränken, bietet der Solaratlas eine systematische und aktuelle Abbildung für ganz Deutschland. Dies liefere politischen Entscheidungsträger:innen und Planer:innen eine solide Grundlage für den gezielten Ausbau von Solaranlagen.

Obwohl der Solaratlas eine wertvolle Ressource bietet, zeigen sporadische Prüfungen, dass die möglichen Leistungen von Solaranlagen in einem Gebiet manchmal ähnlich sind, obwohl die Bedingungen vor Ort unterschiedlich sein können. Weitere lokale Solarkataster können zur genaueren Prüfung des eigenen Daches herangezogen werden.

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Claudia Mühlbauer, Online-Redakteurin
Claudia Mühlbauer
Claudia Mühlbauer ist seit vier Jahren Editor bei Aroundhome und versorgt unsere Leser:innen mit hilfreichen News, Artikeln und Ratgebern zu den Themen Immobilienverkauf und Solaranlagen. Sie interessiert sich vor allem für Förderungen, die größere Projekte rund ums Haus erschwinglicher machen.
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