Wärmepumpen: Nachteile und Vorteile
Wärmepumpen bieten zahlreiche Vorteile wie eine hohe Energieeffizienz, Umweltfreundlichkeit und viele Förderungen. Allerdings haben Wärmepumpen auch einige Nachteile, wie die hohen Anschaffungskosten oder Geräuschemissionen. Sehen Sie die Vor- und Nachteile der verschiedenen Wärmepumpenarten im Überblick.
Tabelle: Vorteile und Nachteile von Wärmepumpen im Überblick
Was sind die Nachteile einer Wärmepumpe?
1. Nachteil: Wärmepumpen haben höhere Anschaffungskosten
Wärmepumpen sind in der Anschaffung oft teurer als herkömmliche Heizsysteme wie eine Gas- oder Ölheizung. Laut einem Vergleich der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg lagen die Angebote für die Nachrüstung einer Wärmepumpe durchschnittlich bei 29.000 bis 62.000 Euro. Die Kosten für eine Wärmepumpe allein liegen bei etwa 11.000 bis 35.000 Euro, während die Gasheizungskosten bereits bei 9.000 Euro beginnen.
2. Nachteil: Wärmepumpen benötigen Strom
Ein weiterer Wärmepumpen-Nachteil ist, dass sie Strom benötigen und die Strompreise in den letzten Jahren gestiegen sind. Allerdings ist der Stromverbrauch einer Wärmepumpe sehr viel geringer als der von Stromdirektheizungen und wird nur für den Antrieb benötigt. Die Wärmepumpe kann aus einer Einheit Strom drei bis fünf Einheiten Wärme erzeugen.
Achten Sie auf das richtige Heiz- und Lüftungsverhalten im Winter.
Nutzen Sie günstige Stromtarife für Wärmepumpen oder stellen Sie auf Nachtbetrieb um.
Lassen Sie einen hydraulischen Abgleich durchführen.
Senken Sie die Vorlauftemperatur, indem Sie die Heizkurve anpassen oder Heizkörper austauschen lassen.
Verbessern Sie die Wärmedämmung, um den Heizbedarf des Gebäudes zu senken.
Kombinieren Sie Ihre Wärmepumpe mit einer Solaranlage.
Lassen Sie Ihre Wärmepumpe von vornherein von Expert:innen passend zum Heizbedarf dimensionieren.
3. Nachteil: Wärmepumpen haben höhere Installationsanforderungen
Einer der größten Nachteile einer Wärmepumpe ist die aufwendige Installation. Der ideale Standort für eine Wärmepumpe mit Außengerät sollte unproblematisch in Bezug auf die Geräuschbildung sein. Erd- und Wasserwärmepumpen erfordern Erdarbeiten für die Erschließung der Wärmequelle, die teilweise genehmigungspflichtig sind.
Wärmepumpen laufen außerdem am effizientesten mit niedrigen Vorlauftemperaturen von bis zu 55 Grad Celsius. Dafür kann es erforderlich sein, den Heizbetrieb zu optimieren, z. B. durch den Einbau neuer Heizkörper oder durch Dämmungsmaßnahmen. Inzwischen bieten aber die meisten Hersteller Hochtemperatur-Wärmepumpen an, die auch mit hohen Vorlauftemperaturen effizient heizen.
4. Nachteil: Es gibt weniger Erfahrungswerte als bei Öl- und Gasheizungen
Wärmepumpen sind in Deutschland noch nicht so verbreitet wie Öl-, Gas- oder Nachtspeicherheizungen. Daher halten sich Vorurteile und Mythen rund um die Wärmepumpe, z. B. dass sie nur mit Fußbodenheizungen funktionieren oder sich nicht für Altbauten eignen. Beide Vorurteile wurden z. B. in einer Studie des Fraunhofer ISE widerlegt. Eine Studie der ETH Zürich stellte jedoch fest, dass es immer wieder zu Fehlern bei der Installation und Einstellung kommt. Mit zunehmender Erfahrung in der Heizungsbranche können diese Qualitätsdefizite minimiert werden.
Was sind die Vorteile der Wärmepumpe?
1. Vorteil: Wärmepumpen sind umweltfreundlich und energieeffizient
Wärmepumpen nutzen erneuerbare Energiequellen und leisten somit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Sie verursachen deutlich weniger CO₂-Emissionen als Öl- und Gasheizungen. Zudem sind Wärmepumpen besonders effizient: Aus einer Kilowattstunde Strom erzeugen sie das 2,5- bis 5-Fache an Heizenergie. Damit erreichen sie einen Wirkungsgrad von 250 bis 500 Prozent, während fossile Heizsysteme nur etwa 90 bis 98 Prozent schaffen.
2. Vorteil: Wärmepumpen verursachen geringe laufende Kosten
Mit einer Wärmepumpe können Sie Ihre Heizkosten um etwa ein Drittel bis zur Hälfte senken. Laut dem Heizspiegel 2025 beliefen sich die Heizkosten für eine 70 m² große Wohnung im letzten Abrechnungsjahr auf 680 Euro, wenn eine Wärmepumpe zum Heizen verwendet wurde. Zum Vergleich: Das Heizen mit Erdgas und Heizöl kostete 1.030 Euro, mit Fernwärme sogar 1.225 Euro.
* Beispiel für eine durchschnittliche 70 m² große Wohnung in einem Mehrfamilienhaus (Quelle: Heizspiegel 2025).
Weitere Vorteile von Wärmepumpen sind, dass keine CO₂-Bepreisung anfällt, die Wartungskosten geringer sind und Schornsteinfegergebühren entfallen. Dadurch reduzieren sich die laufenden Kosten zusätzlich, wenn Sie eine Wärmepumpe nachrüsten.
3. Vorteil: Sie werden unabhängiger von Energiekonzernen
Wenn Sie eine Wärmepumpe nutzen, werden Sie unabhängiger von schwankenden Energiepreisen und möglichen Versorgungsengpässen, die durch die weltpolitische Lage verursacht werden können. Zudem lässt sich die Wärmepumpe ideal mit einer Photovoltaikanlage kombinieren. Der selbst erzeugte Solarstrom ist besonders günstig und macht Sie noch unabhängiger von der Entwicklung der Energiepreise.
4. Vorteil: Es gibt hohe staatliche Förderungen für Wärmepumpen
Ein großer Vorteil sind die hohen Förderungen für Wärmepumpen. Der Staat unterstützt den Einbau einer Wärmepumpe mit Zuschüssen zwischen 30 und 70 Prozent der Investitionskosten. Zusätzlich können Sie einen zinsgünstigen Ergänzungskredit in Anspruch nehmen, um die Finanzierung weiter zu erleichtern. Erkundigen Sie sich auch nach regionalen Förderprogrammen, die sich mit der Bundesförderung kombinieren lassen.
5. Vorteil: Wärmepumpen sind eine zukunftssichere Heizart
Wärmepumpen erfüllen die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), besser bekannt als Heizungsgesetz. Sie gelten als Heiztechnik der Zukunft und sind in Neubauten bereits der Standard. Durch den Einbau einer Wärmepumpe steigern Sie den Wert Ihrer Immobilie, da potenzielle Käufer:innen sich keine Sorgen mehr um eine gesetzeskonforme und effiziente Heizlösung machen müssen. Zudem überzeugt die lange Lebensdauer von Wärmepumpen: Erd- und Wasserwärmepumpen halten ca. 20 bis 30 Jahre, Luft-Wasser-Wärmepumpen etwa 15 bis 25 Jahre.
6. Vorteil: Innovative und vielseitige Heiztechnik
Wärmepumpen punkten mit ihrer technologischen Vielfalt und lassen sich dank verschiedener Systeme flexibel an nahezu jede Wohnsituation anpassen. Sie ermöglichen eine freie Standortwahl und kommen ohne klassischen Heizungskeller aus. Wärmepumpen lassen sich sowohl mit als auch ohne wasserbasierte Heizsysteme kombinieren. Viele Modelle können ganzjährig genutzt werden, da sie im Winter heizen und im Sommer kühlen. Durch Innovationen wie moderne Inverter- und Plug-and-play-Systeme konnte in den letzten Jahren die Effizienz erhöht und die Installation weiter vereinfacht werden.
Luft-Wasser-Wärmepumpe – Vorteile und Nachteile
Vorteile der Luft-Wasser-Wärmepumpe:
Die Installation ist günstiger und unkomplizierter, da eine Luftwärmepumpe keine Erdarbeiten und keine Genehmigungen erfordert.
Sie haben eine freie Standortwahl, denn diese Wärmepumpenart nutzt Luft als Wärmequelle, die überall vorhanden ist.
Sie können Ihr wasserbasiertes Heizsystem (Heizkörper oder Fußbodenheizung) weiternutzen.
Sie ist das beliebteste Wärmepumpensystem, weswegen Sie eine große Auswahl bei Modellen und Fachfirmen haben.
Nachteile der Luft-Wasser-Wärmepumpe:
Luftwärmepumpen sind im Durchschnitt weniger effizient als Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpen.
Die Ventilatoren und der Kompressor der Außeneinheit verursachen Geräuschemissionen (ca. 30–50 Dezibel).
Die Außeneinheit der Luft-Wasser-Wärmepumpe muss bei Frost mehr Energie zum Abtauen aufbringen, was die Stromkosten erhöht.
Luft-Luft-Wärmepumpe – Vorteile und Nachteile
Vorteile einer Luft-Luft-Wärmepumpe:
Es ist eine sehr einfache und kostengünstige Heizart im Passivhaus und in sehr gut gedämmten Gebäuden.
Luft-Luft-Wärmepumpen benötigen kein wassergeführtes Heizsystem und keine Fußbodenheizung
Sie eignet sich als klimafreundliche Alternative, wenn Sie eine Infrarotheizung oder eine Nachtspeicherheizung ersetzen wollen.
Die Funktionsweise der Luft-Luft-Wärmepumpe lässt sich umkehren, so dass sie zur Klimaanlage wird.
Die Luft-Luft-Wärmepumpe ist sehr platzsparend und benötigt keinen Heizungskeller.
Nachteile einer Luft-Luft-Wärmepumpe:
Sie ist nicht geeignet für schlecht gedämmte Häuser, da die Heizkosten zu sehr steigen würden.
Sie kann kein Warmwasser bereiten, so dass Sie zusätzlich eine Warmwasser-Wärmepumpe benötigen.
Sie hat durchschnittlich die niedrigste Jahresarbeitszahl (JAZ), also den geringsten Wirkungsgrad.
Sole-Wasser-Wärmepumpe – Vorteile und Nachteile
Vorteile einer Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärmepumpe):
Sie nutzt das Erdreich als Wärmequelle, so dass kalte Außentemperaturen keine Auswirkungen auf sie haben.
Sole-Wasser-Wärmepumpen gehören zusammen mit Wasser-Wasser-Wärmepumpen zu den effizientesten und langlebigsten Systemen.
Sie verursachen sehr niedrige Betriebskosten.
Sie sind flexibel, da es zwei Arten der Erschließung der Wärmequelle gibt: Erdkollektoren (genehmigungsfrei, aber platzaufwndig) oder Erdsonden (platzsparend, aber genehmigungspflichtig).
Nachteile einer Sole-Wasser-Wärmepumpe:
Die Sole-Wasser-Wärmepumpe erfordert aufwendige Erdarbeiten.
Dadurch dauert die Installation länger und kostet mehr.
Entscheiden Sie sich für Erdkollektoren, benötigen Sie etwa doppelt so viel Platz auf dem Grundstück wie die zu beheizende Fläche ist.
Die Erdwärmepumpenbohrung geht 40 bis 100 m tief und ist genehmigungspflichtig.
Wasser-Wasser-Wärmepumpe – Vorteile und Nachteile
Vorteile einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe:
Sie nutzt Grundwasser als Wärmequelle, das das ganze Jahr über konstante Temperaturen aufweist.
Die Grundwasserwärmepumpe kann einen Wirkungsgrad von bis zu 500 Prozent erreichen.
Damit erreicht sie die niedrigsten Betriebskosten aller Wärmepumpenarten.
Sie benötigt weniger Platz als eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdkollektoren.
Wenn Sie einen Grundwasserbrunnen auf dem Grundstück haben, ist nur eine statt zwei Bohrungen erforderlich.
Nachteile einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe:
Für die Erschließung der Wärmequelle sind in der Regel zwei Brunnenbohrungen im Abstand von mindestens 15 Metern erforderlich (Förder- und Schluckbrunnen).
Sie benötigen eine Genehmigung der unteren Wasserbehörde.
In Wasserschutzgebieten sind Grundwasser-Wärmepumpen in der Regel nicht gestattet.
Um die ausreichende Qualität und Menge des Grundwassers an Ihrem Standort festzustellen, sind Probebohrungen und Wasseranalysen erforderlich.
Fazit: Was ist der größte Nachteil einer Wärmepumpenanlage und was der größte Vorteil?
Der größte Nachteil einer Wärmepumpenanlage sind die hohen Anschaffungskosten. Mit durchschnittlichen Preisen von 29.000 bis 62.000 Euro für eine Nachrüstung übersteigen sie die Kosten herkömmlicher Heizsysteme. Diesem Nachteil steht jedoch ein großer Vorteil gegenüber: Wärmepumpen sind äußerst umweltfreundlich und energieeffizient. Sie nutzen erneuerbare Energiequellen und erreichen Wirkungsgrade von 250 bis 500 Prozent. Dadurch reduzieren Sie nicht nur den CO₂-Ausstoß erheblich, sondern senken auch die Heizkosten langfristig.
Trotz der anfänglichen Investition machen die Energieeffizienz, die staatlichen Förderungen von bis zu 70 Prozent der Kosten und die Zukunftssicherheit die Wärmepumpe zu einer attraktiven Option für umweltbewusste Hausbesitzer:innen. Um für Wärmepumpe das Pro und Contra abzuwägen, sollten Sie sich von einer Fachfirma beraten lassen.
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