CO₂-Preis in Deutschland: Entwicklung, Prognosen und Auswirkungen ab 2027
Der CO₂-Preis steigt jährlich, um Anreize für weniger CO₂-Emissionen und den Umstieg auf erneuerbare Energien zu schaffen. Durch ein neues Bepreisungssystem, das EU-ETS II, können ab 2028 erheblichen Mehrkosten für unsanierte Häuser mit Öl- und Gasheizungen entstehen. Erfahren Sie, wie sich der CO₂-Preis entwickelt, wie Sie Ihre CO₂-Abgabe berechnen und wie Sie Ihre Heizkosten senken können.
Was ist der CO₂-Preis – und wie funktioniert die Bepreisung in Deutschland?
Der CO₂-Preis ist eine staatliche Abgabe auf fossile Brennstoffe wie Heizöl, Erdgas, Benzin oder Diesel. Energielieferanten müssen für jede Tonne ausgestoßenes CO₂ einen Aufpreis zahlen. Diesen geben sie an die Verbraucher:innen weiter, sodass z. B. Heizen und Tanken teurer werden.
Die CO₂-Bepreisung soll einen Anreiz schaffen, klimaschonender zu handeln und auf erneuerbare Energien umzusteigen. Die Einnahmen fließen in den Klima- und Transformationsfonds, womit z.B. Gebäudeförderungen und Elektromobilität finanziert werden.
Der CO₂-Preis ist ein Teil des Gesamtpreises fossiler Brennstoffe. Die Kosten für Erdgas oder Heizöl setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen:
CO₂-Preis
Produktpreis
Beschaffungs- und Vertriebskosten
Umsatzsteuer
Energiesteuer
Weitere Abgaben, z.B. Netzentgelte
Unterschied zwischen nationalem CO₂-Preis und EU-ETS
Beim nationalen Emissionshandel (nEHS) legt der Staat einen Fixpreis pro Tonne CO₂ fest. In Deutschland gibt es seit 2021 einen festen CO₂-Preis, umgangssprachlich CO₂-Steuer genannt, für den Bereich Verkehr und Gebäude. Der CO₂-Preis wird schrittweise erhöht. Er stieg von 25 Euro pro Tonne im Jahr 2021 auf 55 Euro pro Tonne im Jahr 2025. Hausbesitzer:innen konnten dadurch gut einschätzen, wie sehr die Heizkosten in naher Zukunft anstiegen.
Im europäischen Emissionsrechtehandel (EU-ETS) wird der Preis nicht vom Staat, sondern durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Unternehmen, die Emissionen in der EU verursachen, z. B. Gaslieferanten, müssen dafür Emissionsrechte ersteigern – sogenannte Zertifikate. Ab 2028 ersetzt der EU-ETS II den bisherigen nationalen CO₂-Preis in Deutschland. In den Jahren 2026 und 2027 wird es eine Übergangsphase geben.
Wie funktioniert das neue EU-ETS II ab 2027?
Das EU-ETS II ist ein neues europäisches Emissionshandelssystem für Gebäude und Straßenverkehr. Ursprünglich war der Start für 2027 geplant, wurde jedoch auf 2028 verschoben. Das EU-ETS II ergänzt das EU-ETS I, das seit 2005 den CO₂-Preis im Luftverkehr und in großen Industrie- und Energieanlagen regelt.
So funktioniert das EU-ETS II:
Die EU legt jährlich eine Obergrenze an Emissionen für den Gebäude- und Verkehrssektor fest und vergibt dafür Emissionszertifikate. Die verfügbare Menge an Zertifikaten wird jährlich gesenkt.
Die Zertifikate sind eine Art Gutschein. Unternehmen, die fossile Brennstoffe in der EU verkaufen (z. B. Gaslieferanten), müssen für jede Tonne CO₂ ein Zertifikat ersteigern. Der CO₂-Preis wird also durch Angebot und Nachfrage gebildet.
Die Unternehmen müssen die Zertifikate für die Emissionen des Vorjahres sammeln und abgeben. Bei fehlenden Zertifikaten droht eine Strafe von z. B. 100 Euro pro Tonne CO₂.
Die Unternehmen geben den CO₂-Preis an die Verbraucher:innen weiter, was zu höheren Tank- und Heizkosten führt.
Die Einnahmen aus der Co₂-Bepreisung fließen in Programme zum Klimaschutz, z.B. in Förderungen für energetische Sanierungen.
Was bedeutet der neue EU-ETS II für Hausbesitzer:innen?
Für Hausbesitzer:innen bedeutet der Wechsel vom nationalen CO₂-Preis zum EU-ETS II, dass sich die Kosten für das Heizen ab 2027 nicht mehr vorhersagen lassen. Der Preis, den Energielieferanten zahlen müssen und an Sie als Verbraucher:innen weitergeben, wird am Markt frei gehandelt. Er kann schwanken und starke Sprünge machen. Weil die verfügbaren Zertifikate verknappt werden, wird der CO₂-Preis weiter steigen. Indem Sie frühzeitig auf klimafreundliche Heiztechnik umsteigen, können Sie sich vor zukünftigen Kostensteigerungen schützen.
Warum der CO2-Preis steigt: Klimaziele und EU-Vorgaben
Ein steigender CO₂-Preis soll dafür sorgen, dass fossile Energien teurer werden und sich Investitionen in klimaschonende Alternativen lohnen. Dadurch sollen Verbraucher:innen und Unternehmen zum Umstieg auf erneuerbare Energien motiviert werden. Wärmepumpen oder Solaranlagen werden statt Gas- oder Ölheizungen wirtschaftlich attraktiver. Anstelle von Diesel oder Benzin soll mehr Elektromobilität zum Einsatz kommen.
Mithilfe des CO₂-Preises können die EU-Staaten die Umsetzung ihrer Klimaziele steuern. Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu sein. Laut EU-Vorgabe müssen die Emissionen bis zum Jahr 2050 auf null gesunken sein. Wichtige Etappenziele sind, die Emissionen bis 2030 auf 55 Prozent und bis 2040 auf 90 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken.
* gegenüber dem Stand von 1990.
CO2-Preisentwicklung 2021 bis 2026: Das ändert sich bis zum ETS-II
Festpreise 2021 bis 2025 und Übergangs-Preiskorridor 2026
Von 2021 bis 2025 gab es einen festen CO₂-Preis, der im Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) festgeschrieben war. Wie vorgesehen, wurde er von 25 Euro im Jahr 2021 schrittweise erhöht. Lediglich 2023 wurde die Erhöhung ausgesetzt. Damit sollten private Haushalte und Unternehmen während der Energiekrise finanziell entlastet werden. Der CO₂-Preis 2025 betrug 55 Euro pro Tonne.
Im Jahr 2026 und 2027 startet der Übergang vom nationalen Emissionshandel zum EU-ETS II. In dieser Zeit wird der CO₂-Preis flexibler gestaltet, aber noch gedeckelt. Es gibt einen Preisrahmen von 55 bis 65 Euro pro Tonne CO₂. Dieser sogenannte Preiskorridor soll extreme Preissprünge in der Übergangszeit verhindern. Mit Beginn des ETS-II wird der CO₂-Preis frei verhandelt und kann stark steigen.
Gründe für die Preisentwicklung laut Experten
Durch den steigenden CO₂-Preis will Deutschland sicherstellen, die Klimaziele und EU-Vorgaben zu erreichen. Dabei sollen Verbraucher:innen und Unternehmen, die mehr CO₂ ausstoßen, auch höhere Kosten tragen. Mit dem Start des EU-ETS II sind noch einmal deutlich höhere CO₂-Abgaben zu erwarten. Jannis Mischke, Experte für energieeffizientes Wohnen bei Aroundhome, rechnet damit, dass Heizen 2027 oder früher teurer wird:
„Der Start von ETS 2 wurde zwar verschoben, aber Hausbesitzer:innen sollten sich trotzdem nicht in Sicherheit wiegen, da für viele die Kosten bereits heute steigen.“
Die Höhe der zusätzlichen Kosten, die Eigenheimbesitzer:innen tragen müssen, hänge dabei vor allem von der Energieeffizienz ihrer Gebäude ab. Mischke sieht langfristig nur eine Möglichkeit, auf die Preisentwicklungen zu reagieren:
„Energetische Sanierungen sind daher kein optionales Zukunftsthema, sondern der einzige nachhaltige Weg, um Kosten dauerhaft zu senken – auch dann, wenn die Preise perspektivisch noch weiter steigen.“
Neuer CO₂-Preis ab 2027: Was Haushalte erwartet
Preisspanne und Prognosen für den CO₂-Preis
Expert:innen erwarten einen schwankenden, aber langfristig steigenden CO₂-Preis ab 2027. Die Prognosen reichen von knapp 50 bis 300 Euro pro Tonne CO₂. So eine Preissteigerung ist nötig, damit die Klimaziele bis 2030 erreicht werden. Bis 2045 wird mit einem CO₂-Preis zwischen 275 und 355 Euro pro Tonne gerechnet.
CO₂-Preis-Prognosen aus verschiedenen Studien:
Auswirkungen des CO₂-Preises auf Heizkosten je Gebäudetyp
Ein höherer CO₂-Preis bedeutet für Sie als Hausbesitzer:in höhere Heizkosten mit Öl oder Gas – und zwar mehrere Hundert bis Tausend Euro im Jahr. Das Ausmaß der Kostensteigerung ist vielen Eigenheimbesitzer:innen bisher nicht bewusst. Eine Studie des Forschungsinstituts für Wärmeschutz e.V. München zeigt, dass die Mehrkosten vor allem bei energetisch schlechten, ungedämmten Häusern rapide ansteigen können.
Beispiel Erdgas: CO₂-Zusatzkosten pro Jahr nach Effizienzklasse eines Einfamilienhauses:
Quelle: Forschungsinstitut für Wärmeschutz e.V. München (2024)
Wenn der CO₂-Preis bei 65 Euro pro Tonne liegt, wie es z. B. 2027 der Fall sein kann, entstehen in einem gut gedämmten Neubau mit Gasheizung Mehrkosten von 157 Euro pro Jahr. Hinzu kommen die Kosten für den reinen Brennstoff. Für einen unsanierten Altbau, der mehr Emissionen verursacht, müssen Sie allein für den CO₂-Preis 787 Euro zahlen.
Wenn der CO₂-Preis in Zukunft auf 100, 150 oder 300 Euro pro Tonne steigt, werden die Mehrkosten in einem ungedämmten Altbau mit Gasheizung mehrere Hundert bis über 3.000 Euro im Jahr betragen.
Beispiel Heizöl: CO₂-Zusatzkosten pro Jahr nach Effizienzklasse eines Einfamilienhauses
Quelle: Forschungsinstitut für Wärmeschutz e.V. München (2024)
Mit einer Ölheizung in einem unsanierten Altbau der Effizienzklasse G können die Zusatzkosten für CO₂-Emissionen in naher Zukunft bereits 1.000 Euro pro Jahr betragen. Sollte der CO₂-Preis wie prognostiziert auf 100, 150 oder 300 Euro pro Tonne steigen, ergeben sich Mehrkosten von knapp 1.600 bis 4.800 Euro pro Jahr. Durch eine energetische Sanierung lassen sich diese Kosten mehr als halbieren. Wenn Sie alternativ heizen ohne Öl und Gas, müssen Sie keine CO₂-Kosten zahlen.
Preisrechner: Wie viel kostet mich der CO₂-Preis wirklich?
Die reinen Kosten für CO₂-Emissionen liegen in einem typischen Einfamilienhaus mit einer Gasheizung derzeit bei ca. 200 Euro, mit einer Ölheizung bei ca. 400 Euro im Jahr. Um zu ermitteln, was Sie der CO₂-Preis konkret kostet, müssen Sie die Menge der Energie, die Ihr Haus verursacht, mit dem Emissionsfaktor berechnen. Der Emissionsfaktor gibt die CO₂-Emissionen eines Energieträgers pro Maßeinheit an.
Formel zur Berechnung der CO₂-Kosten
Mit dieser Formel können Sie den CO₂-Preis für Ihre Heizung berechnen:
CO₂-Kosten = Energieverbrauch (kWh) × Emissionsfaktor (CO₂/kWh) × CO₂-Preis (€/t)
Ermitteln Sie Ihren Jahresverbrauch an Brennstoff (z. B. 20.000 kWh Erdgas oder 3.000 l Heizöl). Da Heizöl in Litern angegeben wird, müssen Sie die Mengenangabe in Kilowattstunden umrechnen (1 l Heizöl entspricht 10 kWh, also müssen Sie Ihren Heizölverbrauch mal 10 rechnen).
Multiplizieren Sie Ihren Jahresverbrauch mit dem Emissionsfaktor:
Emissionsfaktor für Gas: 0,201 kg CO₂ pro kWh
Emissionsfaktor für Heizöl: 0,266 kg CO₂ pro kWh
Multiplizieren Sie die errechnete CO₂-Menge mit dem CO₂-Preis (z.B. 55 €/t für den aktuellen Preis oder 100 €/t für einen zukünftig gestiegenen Preis)
Damit erhalten Sie die CO₂-Kosten für Ihren Heizverbrauch.
Beispielrechnungen für Einfamilienhäuser
Einfamilienhaus mit Gasheizung: Ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 150 m² verbraucht etwa 20.000 kWh Erdgas pro Jahr. Multiplizieren Sie diesen Wert mit dem Emissionsfaktor für Gas (0,201 kg CO₂ pro kWh), erhalten Sie ca. 4 Tonnen CO₂. Bei einem CO₂-Preis von 55 Euro pro Tonne ergeben sich CO₂-Kosten von 220 Euro pro Jahr. Sollte der CO₂-Preis in Zukunft auf 100 Euro pro Tonne steigen, würden sich die jährlichen CO₂-Kosten auf 400 Euro erhöhen.
Einfamilienhaus mit Ölheizung: Ein Einfamilienhaus mit Ölheizung verbraucht typischerweise 3.000 l Heizöl pro Jahr. Umgerechnet sind das 30.000 kWh (3.000 l × 10 kWh/l). Multiplizieren Sie diesen Wert mit dem Emissionsfaktor für Heizöl (0,266 kg CO₂ pro kWh), so erhalten Sie ca. 8 Tonnen CO₂. Bei einem CO₂-Preis von 55 Euro pro Tonne entstehen somit jährliche CO₂-Kosten von 440 Euro. Bei einem zukünftigen CO₂-Preis von 100 Euro pro Tonne müssten Sie 800 Euro als CO₂-Abgabe zahlen.
Beispielrechnungen für Wohnungseigentümer:innen
Wohnung mit Gasheizung: Eine durchschnittliche Wohnung mit 70 m² verbraucht etwa 10.000 kWh Erdgas pro Jahr. Das ergibt 2.010 kg CO₂ (0,201 kg CO₂ pro kWh × 10.000 kWh). Bei einem CO₂-Preis von 55 Euro pro Tonne sind das ca. 110 Euro CO₂-Kosten pro Jahr. Bei einem zukünftigen CO₂-Preis von 100 Euro pro Tonne, wären es 201 Euro CO₂-Kosten pro Jahr.
Wohnung mit Ölheizung: Eine durchschnittliche Wohnung benötigt 1.200 Liter Heizöl im Jahr. Umgerechnet in kWh sind das 12.000 kWh (12.000 kWh × 10 kWh/l). Der Emissionsfaktor für Heizöl liegt bei 0,266 kg CO₂ pro kWh. Das ergibt 3.192 kg CO₂ bei einem CO₂-Preis von 55 Euro pro Tonne. Die jährlichen CO₂-Kosten belaufen sich somit auf 175 Euro. Bei 100 Euro pro Tonne würden die CO₂-Kosten für die Wohnung bei 319 Euro liegen.
Seit 2023 werden die CO₂-Kosten beim Heizen im Mietshaus nach einem Stufenmodell zwischen Vermieter:innen und Mieter:innen aufgeteilt. Vermieter:innen müssen einen umso größeren Anteil tragen, je schlechter der energetische Zustand des Gebäudes ist.
Was bedeutet der CO₂-Preis für einen Altbau in Zukunft?
Die Heizkosten für Gas und Öl könnten sich in einem Altbau in den kommenden 20 Jahren etwa verdreifachen. Das zeigen auch Prognosen von co2online. Demnach kann ein unsaniertes Einfamilienhaus mit Gasheizung in den nächsten 20 Jahren rund 120.000 Euro Heizkosten verursachen. Mit energetischer Sanierung und Wärmepumpe sinken diese auf etwa 16.000 Euro. Das sind Einsparungen von über 100.000 Euro. Wärmepumpen bleiben somit voraussichtlich das kostengünstigste Heizsystem, während fossile Heizungen zur Kostenfalle werden.
Entlastungen und Ausgleich: Welche Hilfen kommen?
Staatliche Entlastungen sollen die steigenden CO₂-Preise abfedern und den Umstieg auf erneuerbare Energien für alle möglich machen. Bisher flossen die Einnahmen aus der CO₂-Bepreisung in den Klima- und Transformationsfonds. Damit wurden u. a. Förderungen, der Ausbau der Schieneninfrastruktur und Elektromobilität finanziert. Derzeit wird noch diskutiert, wie der soziale Ausgleich bei der CO₂-Bepreisung in Zukunft aussehen soll.
Klimaprämie: Stand der politischen Diskussion
Der CO₂-Preis mit Klimaprämie wird auch Klimageld genannt. Ursprünglich wollte die Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP die Klimaprämie als direkten Ausgleich für die CO₂-Bepreisung an die Bürger:innen zurückzahlen. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch daran, dass kein geeignetes Auszahlungssystem gefunden wurde, um das Geld allen Menschen in Deutschland zukommen zu lassen.
Die neue Koalition aus CDU/CSU und SPD will den steigenden CO₂-Preis vor allem über sinkende Strompreise ausgleichen. Viele Expert:innen sind jedoch der Meinung, dass ein sozialer Ausgleich in Form einer Klimaprämie notwendig ist. Eine Befragung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt, dass selbst ein sehr hoher CO₂-Preis mit einer Klimaprämie Zustimmung in der Bevölkerung finden würde. Es wird daher empfohlen, dass die Regierung einen konkreten Plan für die Auszahlung des Klimageldes vorlegt und diesen spätestens mit der Einführung des ETS-II umsetzt.
Klimasozialfonds (65 Mrd. Euro) – wer profitiert?
Die EU plant einen Klimasozialfonds, um vor allem einkommensschwache Haushalte und Kleinstunternehmen zu entlasten. Diese sind besonders stark von den steigenden CO₂-Abgaben betroffen. Der Fonds soll 65 Milliarden Euro umfassen und aus Einnahmen des EU-ETS II finanziert werden. Damit sollen z. B. Investitionen in energieeffizientere Gebäude, erneuerbare Wärme und emissionsarme Mobilität gefördert werden. Ein Preiskontrollmechanismus soll außerdem einen zu schnellen Anstieg der Preise für CO₂-Zertifikate verhindern.
Wie kann ich den CO₂-Preis senken? Maßnahmen für Haus und Wohnen
Um den CO₂-Preis zu senken, müssen Sie den Verbrauch klimaschädlicher Brennstoffe minimieren. Der Staat unterstützt Sie dabei mit attraktiven Förderungen, die aus den Einnahmen der CO₂-Bepreisung finanziert werden. Vor allem bei Bestandsgebäuden in Deutschland gibt es ein enormes Einsparpotenzial bei den Emissionen. Während in Neubauten die klimafreundliche Wärmepumpe bereits Standard ist, werden die meisten Bestandsgebäude noch mit Öl oder Gas beheizt.
Mit Heizungsmodernisierung CO₂-Kosten senken
Ein wichtiger Hebel, um die CO₂-Kosten zu senken, ist der Heizungstausch. Durch folgende Maßnahmen machen Sie sich unabhängiger von steigenden Energiekosten und Wirtschaftskrisen:
Alte Heizung ausbauen und Wärmepumpe nachrüsten
Einbau neuer Heizkörper für noch effizienteren Betrieb
Photovoltaikanlage für günstigen Betrieb der Wärmepumpe
Heizungsmodernisierung wie hydraulischer Abgleich
Die erforderlichen Kosten für den Heizungstausch können Sie mit einer Heizungsförderung bis zu 70 Prozent senken. Mit einer Förderung für Wärmepumpen können Sie sich auch die Erschließung der Wärmequelle bezuschussen lassen.
Energieeffiziente Sanierung und Förderungen für niedrigen CO₂-Preis nutzen
Um die steigenden CO₂-Kosten zu senken, lohnt sich die Investition in eine energetische Sanierung. Denn wie eine Großstädteanalyse ergab, ist fast jede zweite Immobilie in Deutschland sanierungsbedürftig. Maßnahmen wie eine Fenstersanierung oder Wärmedämmung verursachen anfänglich zwar hohe Kosten, bieten langfristig aber die Möglichkeit, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und die Heizkosten zu senken.
Der Staat unterstützt Sie mit zahlreichen Förderungen:
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Häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist der CO2-Preis aktuell?
Im Jahr 2026 liegt der CO₂-Preis in Deutschland zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne. Dieser Preiskorridor wurde festgesetzt, um Preissprünge in der Übergangsphase vom nationalen System zum EU-ETS II zu verhindern.
Warum steigt der CO₂-Preis?
Die Bundesregierung und die EU erhöhen den CO₂-Preis, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. Mit steigendem CO₂-Preis soll auch der Anreiz steigen, weniger klimaschädliches CO₂ zu verursachen und auf klimafreundliche Alternativen umzusteigen.
Wie teuer wird Heizen 2027?
Beim Heizen müssen Sie im Jahr 2027 mit einer CO₂-Abgabe von 55 bis 65 Euro pro Tonne rechnen. Gegenüber 2025 (55 Euro pro Tonne) ergeben sich bei Heizöl Aufschläge von etwa 1,6 Cent je Liter bis 3,2 Cent je Liter. Bei Erdgas liegen die Aufschläge zwischen rund 0,11 Cent je kWh und 0,22 Cent je kWh. Bei einem typischen Gasverbrauch im Einfamilienhaus von 20.000 kWh steigen die jährlichen Heizkosten somit um ca. 22 bis 44 Euro.
Wie berechne ich meine Mehrkosten durch die CO₂-Abgabe?
Sie können mit dieser Formel die Mehrkosten Ihrer Heizung für den CO₂-Preis berechnen: Energieverbrauch (kWh) mal Emissionsfaktor (CO₂/kWh) mal CO₂-Preis (€/t).
Der Emissionsfaktor für Gas liegt bei 0,201 kg CO₂ pro kWh, der Emissionsfaktor für Heizöl bei 0,266 kg CO₂ pro kWh.
Beispiel: Ein Haushalt mit 20.000 kWh Gasverbrauch zahlt bei einem CO₂-Preis von 60 €/t zusätzlich 241,20 € pro Jahr (20.000 kWh × 0,201 kg CO₂/kWh × 60 €/t).
Gilt der CO₂-Preis auch für Mieter:innen?
Ja, der CO₂-Preis gilt auch für Mieter:innen. Er wird seit 2023 zwischen Vermieter:innen und Mieter:innen aufgeteilt. Je schlechter die Energieeffizienz des Gebäudes ist, desto höher ist der Anteil, den Vermieter:innen tragen müssen.
Wer legt den CO₂-Preis fest?
Der CO₂-Preis wird durch das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) von der Bundesregierung festgelegt. Ab 2028 wird der CO₂-Preis mit dem Start des neuen europäischen Emissionshandels (EU-ETS II) durch ein Auktionssystem je nach Angebot und Nachfrage gebildet.