Wärmepumpe – Diesen Abstand zum Nachbarn müssen Sie einhalten
Wärmepumpen sind umweltfreundlich und effizient, doch ihre Außeneinheiten können Geräusche verursachen. Einige Landesbauordnungen fordern daher Mindestabstände von bis zu drei Metern als Lärmschutz. Da dies bei kleinen Grundstücken oft nicht möglich ist und zum Ausschlusskriterium einer Wärmepumpe wird, lockern viele Bundesländer die Abstandsregeln. Erfahren Sie, welche Vorschriften Sie beim Aufstellen Ihrer Wärmepumpe aktuell beachten müssen.
Wie weit muss eine Wärmepumpe vom Nachbargrundstück entfernt sein?
Ob bei einer Wärmepumpe ein Mindestabstand zum Nachbarn eingehalten werden muss, hängt vom Bundesland ab. Wenn eine Wärmepumpe als „gebäudeähnlich“ eingestuft wird, muss ein Mindestabstand von 2,50 bis 3 Metern zum angrenzenden Grundstück gewahrt werden. Der genaue Abstand steht in der jeweiligen Landesbauordnung.
Das Problem mit der Abstandsregelung betrifft ausschließlich Luftwärmepumpen, da diese Wärmepumpenart über ein Außengerät verfügen kann, das Geräusche verursacht, indem Ventilatoren Luft ansaugen. Erdwärmepumpen oder Wasserwärmepumpen haben dagegen kein Außengerät.
Durch die Ventilatoren der Luftwärmepumpen kann ein Lärmpegel von ca. 40 Dezibel entstehen – was etwa dem Surren eines Kühlschranks entspricht.
Als „gebäudeähnlich“ werden in Bauordnungen Bauten wie z. B. Garagen bezeichnet. Aber auch Wärmepumpen können von der Bauaufsicht als gebäudeähnlich eingestuft werden. In dem Fall werden die Mindestabstände verbindlich. Eigentümer:innen können rechtliche Schritte gegen die Einstufung einleiten.
In einem Rundschreiben zu Abstandsflächen von Luftwärmepumpen teilte das Bayerische Bauministerium mit, dass die Einstufung als gebäudeähnlich nicht angemessen sei, da es Wärmepumpen „an der einem Gebäude gleichkommenden räumlichen Ausdehnung“ sowie „Betretbarkeit für Menschen“ mangele.
Wärmepumpe am Reihenhaus – Abstand zum Nachbarn
Wärmepumpen sind für Reihenhäuser oft ideal, da die Wände in der Regel gut gedämmt sind. Allerdings ist es wie bei der Doppelhaushälfte oft nicht möglich, den vorgeschriebenen Wärmepumpenabstand zum Nachbarn einzuhalten. Denn je nach Bundesland kann ein Mindestabstand von 2,5 bzw. 3 Metern verpflichtend sein. Vielerorts wurden die Abstandsregeln inzwischen gelockert, damit möglichst viele Häuser Wärmepumpen installieren können.
Wärmepumpen sind für Reihenhäuser oft ideal, wenn genügend Platz vorhanden ist.
Abstandsregelung für Wärmepumpen in den Bundesländern
Es gibt keine bundeseinheitlichen Vorgaben zum Abstand, da das Baurecht in Deutschland Ländersache ist. Ob Sie bei der Installation einer Wärmepumpe einen Abstand zur Grundstücksgrenze einhalten müssen, wird in der jeweiligen Landesbauordnung geregelt. Im Zuge der Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes, besser bekannt als Heizungsgesetz, haben die meisten Bundesländer den Mindestabstand für Wärmepumpen gestrichen bzw. angepasst. Denn um die Wärmewende voranzutreiben, ist der Einbau von möglichst vielen Wärmepumpen in deutschen Wohnhäusern erforderlich.
In der folgenden Tabelle finden Sie eine Übersicht zu den aktuell geltenden Abstandsregelungen.
Weitere Vorschriften bei der Installation einer Wärmepumpe
Zum einen müssen Sie bei der Wärmepumpe für den Aufstellort Vorschriften beachten. Zum anderen kann aber auch die Größe oder Länge der Wärmepumpe limitiert sein. In Hessen darf die Höhe einer Wärmepumpe z. B. nicht über 2 Meter und die Länge nicht über 3 Meter liegen. Anders als bei der Erdwärme- oder Wasserwärmepumpe ist für die Aufstellung der Luftwärmepumpe allerdings keine Genehmigung der Wasserbehörde erforderlich.
Lärmschutzvorschriften für Wärmepumpen
In allen Bundesländern müssen Sie die Lärmschutzvorschriften beachten, damit z. B. die Nachtruhe in der Nachbarschaft nicht gestört wird. Die Grenzwerte für die Lautstärke richten sich nach der Tageszeit und nach dem Gebiet, in dem Sie wohnen. So gelten in einem eng besiedelten Wohngebiet niedrigere Werte als z. B. in einem Dorfgebiet. Die Grenzwerte werden gemessen am Schallpegel, der 0,5 Meter von der Wärmepumpe zur betroffenen Stelle reicht.
Wie laut Ihre Wärmepumpe ist, können Sie den Herstellerangaben entnehmen. Bedenken Sie aber, dass Laborwerte angegeben werden. Im tatsächlichen Betrieb ist u. a. der Standort der Wärmepumpe für den Geräuschpegel entscheidend.
Lärmschutzvorschriften für Wärmepumpen und andere Immissionen:
Empfehlungen für die Aufstellung einer Wärmepumpe
Damit der Betrieb nicht beeinträchtigt wird, empfehlen viele Hersteller, folgende Aspekte beim Aufstellort einer Wärmepumpe zu beachten:
Außeneinheiten der Wärmepumpe benötigen rund 2 mal 2 Meter Platz, damit Lufteinlass und Luftauslass frei zugänglich sind.
Die Aufstellfläche sollte eben, waagerecht und stabil sein (z. B. Betonsockel oder -fundament).
Der Aufstellort sollte im Idealfall möglichst nah am Gebäude sein, um kurze Leitungswege zu haben und Wärmeverlust zu vermeiden.
Die Wärmepumpe sollte windgeschützt aufgestellt werden, damit die austretende Kaltluft nicht direkt wieder eingesaugt wird, was ineffizient ist und Stromkosten erhöht.
Die Aufstellrichtung sollte nicht direkt auf die Terrasse oder Schlafzimmerfenster des eigenen oder Nachbarhauses verlaufen, um Lärmbelästigung zu vermeiden.
Ein Aufstellort in Ecken oder Nischen ist nicht ideal, da ein Echo die Geräuschbildung verstärken kann.
Steht Ihnen nur wenig Fläche zur Verfügung, wählen Sie beim Kauf ein leises Wärmepumpenmodell.
Achten Sie darauf, ob es einen Nacht- oder Flüstermodus bei der Wärmepumpe gibt.
Es gibt Schallschutzverkleidungen oder Gummimatten, die den Geräuschpegel zusätzlich senken können.
Auch Gras als Untergrund oder eine Pflanzenhecke wirken schalldämmend.
Erkundigen Sie sich bei der örtlichen Baubehörde oder Ihrem Wärmepumpenanbieter danach, welche lokalen Vorschriften Sie einhalten müssen.
Wir von Aroundhome unterstützen Sie dabei, Ihre Hausprojekte erfolgreich und stressfrei umzusetzen – durch individuelle Beratung und die Vermittlung passender Fachfirmen. Unser Service ist für Sie komplett kostenfrei und unverbindlich, wir finanzieren uns über die Zusammenarbeit mit den Fachfirmen.
Jetzt Firma finden- > 500.000
erfolgreich an Fachfirmen vermittelte Aufträge pro Jahr
- 15
Jahre Markterfahrung in verschiedensten Branchen
- > 40
Produkte und Dienstleistungen rund ums Eigenheim
Häufig gestellte Fragen
Wie weit muss eine Wärmepumpe vom Nachbargrundstück entfernt sein?
Eine Wärmepumpe muss immer so weit vom Nachbargrundstück entfernt stehen, dass die Schallgrenzwerte der TA Lärm eingehalten werden. Darüber hinaus wurden die Abstandsregelungen für Wärmepumpen in den Bauordnungen der meisten Bundesländer gelockert. Nur größere Modelle, die z.B. über 2 m hoch und 3 m breit sind, müssen den Mindestabstand von 2,5 bis 3 Metern zur Grenze wahren.
Wie weit muss eine Luftwärmepumpe von der Grundstücksgrenze entfernt sein?
Für Luftwärmepumpen gilt in der Regel kein fester baurechtlicher Mindestabstand, sofern sie die vorgegebenen Maße nicht überschreiten und nicht als „gebäudeähnlich“ eingestuft werden. Entscheidend ist bei der Aufstellung jedoch, dass die vorgeschriebenen Lärmschutzgrenzwerte am Nachbargebäude eingehalten werden. Falls der dafür erforderliche Abstand nicht eingehalten werden kann, können Sie z. B. Schallschutzhauben, -wände oder den Wechsel in den Silent Mode in Erwägung ziehen.
Kann ich eine Wärmepumpe direkt an die Grundstücksgrenze stellen?
Ja, in vielen Bundesländern ist das baurechtlich erlaubt, solange das Gerät die festgesetzten Größenbegrenzungen nicht überschreitet. Allerdings müssen Sie zwingend die gesetzlichen Lärmgrenzwerte (TA Lärm) am Nachbargrundstück einhalten, weshalb ein gewisser Abstand in der Praxis oft ratsam ist.
Wie laut darf eine Wärmepumpe nachts sein?
Die zulässige Lautstärke hängt vom jeweiligen Baugebiet ab und reicht nachts von 35 dB(A) in reinen Wohngebieten bis hin zu 50 dB(A) in Gewerbegebieten. Maßgeblich ist dabei nicht die Lautstärke direkt am Gerät, sondern wie viel Lärm tatsächlich bei Ihren Nachbarinnen und Nachbarn ankommt.
Wärmepumpe Abstand Nachbar: Wer ist zuständig bei Beschwerden?
Bei Beschwerden sollten Sie zunächst das direkte Gespräch suchen oder eine unparteiische Schiedsperson beziehungsweise ein Mediationszentrum einschalten. Führt dies zu keiner Einigung, wenden Sie sich bei Lärmbelästigungen an das Umweltamt oder die Immissionsschutzbehörde. Bevor es zu einer Zivilklage beim Amtsgericht kommt, wird in vielen Fällen ein außergerichtliches Schlichtungsverfahren angestrebt.
Muss der Nachbar oder die Nachbarin der Installation einer Wärmepumpe zustimmen?
Ihre Nachbar:innen sind weder dazu verpflichtet, der Installation Ihrer Wärmepumpe zuzustimmen, noch können sie diese pauschal verbieten. Sie sind jedoch rechtlich dazu verpflichtet, die geltenden Vorgaben zum baurechtlichen Mindestabstand sowie die Lärmschutzrichtlinien einzuhalten. Bei Bedenken sollte die Fachfirma vorab eine Schallmessung durchführen, um den Aufstellort und Betrieb der Wärmepumpe entsprechend zu planen.
Kann ich gegen die Wärmepumpe meines Nachbarn klagen?
Ja, Sie können rechtlich gegen eine Wärmepumpe vorgehen, wenn diese die baurechtlichen Abstandsregeln verletzt oder die Lärmgrenzwerte der TA Lärm nachweislich überschreitet. Eine Klage sollte allerdings der letzte Schritt sein. Versuchen Sie vorab, sich außergerichtlich zu einigen. Bitten Sie Ihre Nachbar:innen um eine Schallmessung und schalten Sie gegebenenfalls eine Mediationsagentur oder Schiedsperson ein.