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Nachtspeicherheizung: Aktuelle Nutzungsregeln und Funktion

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Nachtspeicherheizungen laden sich nachts mit Nachtstrom auf und geben tagsüber Wärme ab. Doch die Betriebskosten sind oft sehr hoch. Nach einem zwischenzeitlichen Verbot sind die Geräte seit 2013 wieder erlaubt, unterliegen aber strengen energetischen Auflagen. Erfahren Sie alles Wichtige zur Funktion von Nachtspeicheröfen, zu den aktuellen Kosten und wann sich ein Austausch für Sie lohnt.

Lina Strauss, Online-Redakteurin
Lina Strauss
Aktualisiert am
Nachtspeicherofen in einem Altbau.
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Wärme per Strom: Wie funktioniert ein Nachtspeicherofen?

Ein Nachtspeicherofen ist eine Elektroheizung, die über eine Steckdose mit Strom betrieben wird. Er lädt sich nachts auf, wenn der Stromtarif günstiger ist. Dabei wird ein Wärmespeicherkern im Inneren des Ofens mit Strom auf 500 bis 700 °C erhitzt. Die Wärme wird gespeichert und tagsüber nach und nach an die Raumluft abgegeben.

Weiße Nachtspeicherheizung,  die an der Wand unter dem Fenster montiert ist
Am Regler können Sie einstellen, wie viel Wärme die Nachtspeicherheizung nachts speichern soll.

Wie sind Nachtspeicheröfen aufgebaut?

Beim Aufbau eines Nachtspeicherofens bildet der Wärmespeicherkern das Herzstück der Anlage. Er besteht in der Regel aus speziellen Speichersteinen, die durch elektrische Heizelemente erhitzt werden. Das äußere Gehäuse ist aus Stahlblech oder Aluminium gefertigt und mit einer Dämmschicht ausgekleidet. Über Lüftungsschlitze und einen Ventilator wird die Wärme gleichmäßig in den Raum abgegeben. Über den Laderegler stellen Sie ein, wie viel Energie der Ofen über Nacht speichern soll. Ein Thermostat reguliert tagsüber die Raumtemperatur.

Funktion und Aufbau eines Nachtspeicherofens.
Im Inneren einer Nachtspeicherheizung befindet sich ein Wärmespeicherkern aus Speichersteinen.

Was für Steine sind in Nachtspeicheröfen?

In Nachtspeicheröfen befinden sich feuerfeste Speichersteine, zum Beispiel aus Schamotte oder Magnesit:

  • Schamottsteine werden künstlich aus Tonerde und Aluminiumoxiden hergestellt. Hochwertige Schamotte sollten einen hohen Aluminiumoxid-Anteil von bis zu 45 Prozent haben. Sie sind bis zu 1.700 °C hitzeresistent und speichern Wärme sehr lange.

  • Magnesitsteine verfügen über eine noch bessere Wärmespeicherfähigkeit. Sie werden hergestellt, indem das Mineral Magnesit verbrannt wird. Das dabei entstehende Magnesiumoxid ist bis zu 3.000 °C feuerfest.

Als Alternative zu Speichersteinen gibt es auch elektrische Speicherheizungen mit einem flüssigen Speichermedium aus Wasser oder Öl.

Funktioniert ein Nachtspeicherofen auch als Zentralheizung?

Ja, eine Nachtspeicherheizung funktioniert auch als Zentralheizung. Die Wärme wird dann nicht direkt an die Raumluft, sondern an das Heizwasser in Rohrleitungen abgegeben. Die Rohre transportieren das erwärmte Wasser dann zu den Heizkörpern in die gewünschten Räume. Aufgrund des hohen Stromverbrauchs ist es jedoch in den meisten Fällen nicht empfehlenswert, die Nachtspeicherheizung als Zentralheizung in einem Einfamilienhaus zu nutzen.

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Gesetzliche Vorgaben für Nachtspeicherheizungen

Entwicklung und Aufhebung des Nachtspeicherverbots

Das im Jahr 2009 geänderte Energieeinspargesetz (EnEG) führte ein Verbot von Nachtspeicherheizungen ein. Demnach mussten Nachtspeicherheizungen, die vor 1990 eingebaut wurden, bis 2020 ersetzt werden. Später eingebaute oder erneuerte Nachtspeicheröfen mussten 30 Jahre nach Inbetriebnahme ausgetauscht werden. Dieses Verbot wurde 2013 wieder aufgehoben.

Eine Ausnahme ist die Stadt Hamburg. Dort ist der Einbau von fest installierten Stromdirektheizungen, wie Nachtspeicherheizungen, seit 2026 verboten. Nur in Einzelfällen kann es Ausnahmen geben, wenn Sie nachweisen, dass es keine andere Heizoption gibt.

Aktuelle Situation: Neubauvorschriften und 65-Prozent-Regelung

Heute ist das Gebäudeenergiegesetz (GEG) für die gesetzlichen Regelungen der Nachtspeicherheizung entscheidend. Demnach muss jede neu eingebaute Heizung in Neubauten innerhalb von Neubaugebieten zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden.

Wenn Sie in einem Bestandsgebäude eine Nachtspeicherheizung neu einbauen wollen, müssen Sie die 65-Prozent-Regelung erst erfüllen, wenn eine kommunale Wärmeplanung vorliegt. In Gemeinden mit bis zu 100.000 Einwohner:innen wird dies ab Mitte 2026 der Fall sein, in größeren Gemeinden ab Mitte 2028. Bei Etagenheizungen gibt es längere Übergangsfristen von bis zu 13 Jahren.

Gründe für die Erlaubnis trotz Kritik

Das Verbot für Nachtspeicherheizungen wurde 2013 mit der Begründung wieder aufgehoben, dass sie als Speichermedium für überschüssigen Solar- oder Windstrom dienen können. Bei Bedarf entlasten sie damit das lokale Stromnetz. Außerdem besteht die Möglichkeit, eine Nachtspeicherheizung mit Ökostrom zu nutzen. Auf diese Weise können die klimaschädlichen CO₂-Emissionen gesenkt werden.

Die Kritik an der Nachtspeicherheizung bleibt, da die Heizart sehr ineffizient ist. Nachtspeicheröfen haben einen Wirkungsgrad von lediglich 30 bis 40 Prozent. Das bedeutet, dass bis zu 70 Prozent der aufgebrachten Energie nicht in Raumwärme umgewandelt wird, sondern verloren geht. Zum Vergleich: Gasheizungen erreichen einen Wirkungsgrad von bis zu 100 Prozent, Wärmepumpen bis zu 500 Prozent. Für Hausbesitzer:innen gibt es kaum einen Grund, eine neue Nachtspeicherheizung einzubauen.

Staatliche Förderungen und Austauschpflichten – Was gilt heute?

Bis auf Hamburg sind Nachtspeicherheizungen heute wieder erlaubt. Allerdings gibt es Auflagen für den Betrieb. Bis spätestens 2028 müssen Nachtspeicherheizungen zu mindestens 65 Prozent mit Solarstrom oder Ökostrom laufen. Ab 2045 sind nur noch Heizungen erlaubt, die mit 100 Prozent erneuerbaren Energien heizen (Ausnahmen gibt es für Härtefälle). Nachtspeicherheizungen sind dann nur noch in Kombination mit einer Solaranlage erlaubt oder wenn Sie 100 Prozent Ökostrom beziehen.

Für Nachtspeicherheizungen gibt es keine Förderungen und die Technik gilt als überholt und ineffizient. Daher ist es für Eigentümer:innen sinnvoll, die Nachtspeicherheizung zu ersetzen.

Wann ist eine Nachtspeicherheizung noch sinnvoll?

Eine Nachtspeicherheizung ist heute nur noch in wenigen Ausnahmefällen wirklich sinnvoll:

Sinnvolle Einsatzbereiche:

  • Bauliche Einschränkungen: Wenn Sie aus baulichen Gründen keine andere Heizung installieren können (kein Schornstein, kein Platz für eine moderne Heizanlage)

  • Ergänzende oder punktuelle Beheizung: Als zusätzliche Wärmequelle in selten genutzten Wohnräumen, z. B. im Werk- oder Hobbyraum, im Garten- oder Ferienhaus.

  • Moderne Geräte mit erneuerbaren Energien: Wenn Sie bereits über moderne Nachtspeicheröfen verfügen und diese mit Ökostrom oder in Kombination mit einer Photovoltaikanlage betreiben.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, auf ein effizienteres System wie eine Wärmepumpe umzurüsten, ist dies langfristig fast immer die wirtschaftlichere Lösung.

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Die Vor- und Nachteile von Nachtspeicherheizungen

Welche Vorteile haben Nachtspeicheröfen?

  • Geringe Anschaffungskosten: Eine Nachtspeicherheizung für einen Raum kostet zwischen 600 und 1.500 Euro und ist damit in der Anschaffung sehr günstig.

  • Einfache und platzsparende Installation: Nachtspeicheröfen werden einfach an die Steckdose angeschlossen. Es sind weder Schornsteine noch Rohrleitungen erforderlich, lediglich ein Stromanschluss, ausreichende Leitungen und ein separater Heizstromzähler (Doppeltarifzähler).

  • Wenig Wartung: Durch die einfache Technik sind Nachtspeicherheizungen kaum anfällig für Defekte und benötigen so gut wie keine Wartung.

Nachtspeicherheizung in einem weißen Raum
Die Nachtspeicherheizung wird einfach mit einem Stecker ans Stromnetz angeschlossen.

Welche Nachteile haben Nachtspeicherheizungen?

  • Hoher Stromverbrauch: Eine Nachtspeicherheizung hat einen Verbrauch von ca. 120 kWh Strom pro m² im Jahr. Der durchschnittliche Stromverbrauch einer Wärmepumpe liegt laut aktuellem Heizspiegel dagegen bei 36 kWh pro m².

  • Hohe Betriebskosten: Ein durchschnittliches Einfamilienhaus hat mit einem Nachtspeicherofen jährliche Heizkosten von über 4.000 Euro – mehr als doppelt so viel wie bei anderen Heizarten.

  • Keine günstigen Nachttarife mehr: Früher profitierten Nachtspeicherheizungen von vergünstigtem Nachtstrom. Diese Tarife gibt es heute kaum noch.

  • Ineffiziente Technik: Nachtspeicheröfen arbeiten mit einem sehr niedrigen Wirkungsgrad von nur 30 bis 40 Prozent. Ein Großteil der teuer erzeugten Wärme geht über zu schlecht isolierte Wände verloren.

  • Komplizierte und ungenaue Bedienung: Durch die besondere Funktion einer Nachtspeicherheizung müssen Sie die gewünschte Wärme am Vortag festlegen. Dadurch kann zu wenig Wärme bereitstehen oder unnötig Energie verschwendet werden.

  • Gesundheitsgefahr bei alten Geräten: Ältere Nachtspeicherheizungen enthalten krebserregende Schadstoffe wie Asbest, PCB und Chromat. Sie dürfen nur von Fachbetrieben gewartet, geöffnet, demontiert und entsorgt werden.

Schlechte Umweltbilanz von Nachtspeicherheizungen

Nachtspeicherheizungen stoßen jedes Jahr über 30 Millionen Tonnen CO₂ aus, was rund 3 Prozent der gesamten deutschen CO₂-Emissionen entspricht. Dennoch werden jedes Jahr neue Nachtspeicherheizungen installiert. In Deutschland sind etwa 1,5 Millionen Nachtspeicherheizungen aktiv.

Nachtspeicherheizungen mit Photovoltaik

Kann man eine Nachtspeicherheizung mit Solarstrom betreiben?

Ja, eine Nachtspeicherheizung kann mit Solarstrom betrieben werden. Wenn Sie Ihren eigenen Solarstrom zum Heizen nutzen, müssen Sie weniger Strom vom Energieanbieter kaufen. Diese Kombination ist eine Möglichkeit, um die Stromkosten zu senken. Der hohe Verbrauch einer Nachtspeicherheizung kann jedoch nur zum Teil mit einer Photovoltaikanlage gedeckt werden.

Nachtspeicheröfen als Stromspeicher nutzen

Ein Nachtspeicherofen kann überschüssigen Strom Ihrer Solaranlage als Wärme speichern und dann abgeben, wenn Sie ihn brauchen. Da Solaranlagen den meisten Strom mittags erzeugen, können Sie so auch abends Wärme nutzen.

Allerdings lohnt es sich nur übergangsweise, Ihren Nachtspeicherofen als Stromspeicher zu nutzen. Effizienter und langfristig günstiger ist es, einen Solarstromspeicher zu installieren. Dieser kann mehr Energie länger speichern und wird staatlich gefördert.

Ist eine Nachtspeicherheizung besser als eine Ölheizung?

Eine Nachtspeicherheizung ist nicht viel besser als eine Ölheizung. Der einzige Vorteil der Nachtspeicherheizung ist die Möglichkeit, sie mit Ökostrom oder Solarstrom zu betreiben. So erfüllt sie zwar die gesetzlichen Auflagen, bleibt aber wegen des hohen Verbrauchs keine dauerhafte Lösung.

Beide Systeme belasten die Umwelt durch hohe Emissionen und werden durch den steigenden CO₂-Preis immer unwirtschaftlicher. Da sie nicht dem modernen Standard entsprechen, erhalten Sie für beide Heizungen keine staatliche Förderung. Langfristig müssen beide Varianten durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Eine bessere Alternative zum Nachtspeicherofen ist zum Beispiel eine Wärmepumpe statt einer Ölheizung.

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Kosten und Förderungen von Nachtspeicherheizungen

In der Anschaffung sind die Kosten für eine Nachtspeicherheizung im Vergleich günstig: Ein neues Gerät kostet zwischen 600 und 1.500 Euro. Dafür gibt es keine Fördermittel. Nur wenn Sie Ihre Nachtspeicherheizung entsorgen, erhalten Sie eine Heizungsförderung zwischen 30 und 70 Prozent. Voraussetzung ist, dass Sie ein umweltfreundliches System wie eine Wärmepumpe nachrüsten.

Die Betriebskosten einer Nachtspeicherheizung fallen hingegen hoch aus: Bei einem typischen Verbrauch von 120 kWh pro m² im Jahr und einem Strompreis von 23 Cent (Stand: Februar 2026) entstehen für ein 150 m² großes Einfamilienhaus jährliche Stromkosten von 4.140 Euro.

Eine Heizungsfachfirma kann Sie dazu beraten, welche sinnvollen Alternativen es für Ihre Nachtspeicherheizung gibt. Mit Aroundhome finden Sie schnell und einfach verfügbare Fachfirmen aus Ihrer Region.

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Häufig gestellte Fragen

Wann werden Nachtspeicherheizungen verboten?

Bis auf Hamburg gibt es aktuell kein generelles Verbot für bestehende Nachtspeicherheizungen. Jedoch müssen ab dem Jahr 2045 alle Heizsysteme vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben werden.

Welche Alternative zu Nachtspeicherheizungen gibt es?

Die effizienteste Alternative zur Nachspeicherheizung ist meist die Wärmepumpe. Doch je nach Gebäude kommen auch andere Systeme infrage:

  • Luft-Luft-Wärmepumpe: Ideal zum Nachrüsten ohne Heizungsrohre.

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe: Sehr effizient, benötigt aber ein wasserbasiertes Rohrsystem.

  • Pelletheizung: Klimafreundlich, braucht jedoch Lagerplatz.

  • Infrarotheizung: Eher als Zusatzheizung geeignet.

Wie stelle ich meine Nachtspeicherheizung richtig ein?

Stellen Sie den Laderegler am Gerät abends passend zur erwarteten Außentemperatur des nächsten Tages ein (bei mildem Wetter Stufe 1, bei kalten Außentemperaturen Stufe 2, bei sehr kalten Außentemperaturen Stufe 3). Die Wärmeabgabe in den Raum regeln Sie tagsüber bedarfsgerecht über das Raumthermostat an der Wand. Indem Sie richtig heizen und lüften, können Sie Ihre Heizkosten erheblich senken.

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