Lohnt sich Solarthermie fürs Eigenheim?
Ob sich Solarthermie lohnt, hängt von verschiedenen Faktoren wie den Kosten, den Erträgen und dem Wärmebedarf ab. Anhand von Rechenbeispielen für verschiedene Haushaltsgrößen zeigen wir Ihnen, wann Solarthermie wirtschaftlich sein kann und in welchen Situationen es sich nicht lohnt.
Lohnt sich Solarthermie auch in 2026?
Angesichts der steigenden Energiepreise und der wachsenden Bedeutung erneuerbarer Energien lohnt sich Solarthermie auch im Jahr 2026 für Eigenheimbesitzer:innen. Während Heizungen mit fossilen Brennstoffen, wie Gas- und Ölheizungen, niedrigere Anschaffungskosten haben, bieten Solarthermie-Anlagen und Wärmepumpen langfristig die große Einsparungen und den besten ökologischen Fußabdruck.
Herausforderungen bei der Installation von Solarthermie können die Montage und die Integration in bestehende Heizsysteme sein. Eine sorgfältige Planung ist wichtig, um die optimale Größe der Anlage zu finden und so die Erträge zu maximieren.
Solarthermie lohnt sich 2026 besonders dann, wenn:
Sie eine Kombinationsanlage für Warmwasser und Heizungsunterstützung planen
Ihr Haushalt einen hohen Warmwasserbedarf hat (ab 3-4 Personen)
Sie langfristige Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern anstreben
Optimale Dachbedingungen vorliegen (Südausrichtung, keine Verschattung)
Sie einen Neubau planen und Solarthermie von Anfang an integrieren können
Sie Wert auf Klimaschutz und nachhaltige Energieversorgung legen
Moderne Solarthermie-Kollektoren sind effizienter und zuverlässiger als frühere Generationen. Zudem schützt eine Solarthermie-Anlage vor künftigen Energiepreissteigerungen. Ein Aspekt, der angesichts der Volatilität der Energiemärkte nicht zu unterschätzen ist.
Aktueller Kostenvergleich verschiedener Heizsysteme
Die folgende Tabelle zeigt die Kosten verschiedener Heizsysteme in 2026
* Preise sind Durchschnittswerte und dienen der Orientierung. Stand: Februar 2026; angenommen wird ein Verbrauch von 5.000 kWh/Jahr für Wärmepumpen und 20.000 kWh/Jahr für alle weiteren Heizungsarten
**Wärmepumpenstrom-Tarif
Wichtig: Solarthermie wird in der Praxis fast immer als Ergänzung zu einem konventionellen Heizsystem eingesetzt. Die Kombination aus Gasheizung und Solarthermie kann die Betriebskosten erheblich senken und gleichzeitig die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren.
Wie viel sparen Sie mit Solarthermie?
Die Einsparungen durch Solarthermie-Kollektoren hängen von verschiedenen Faktoren ab, darunter von der Größe und den Kosten der Solarthermie-Anlage, die Anzahl der im Haushalt lebenden Personen, der Energiebedarf sowie die Erträge der Anlage. Grundsätzlich können Solarthermie-Anlagen etwa 60 bis 70 Prozent des Warmwasserbedarfs und etwa 20 bis 30 Prozent des Heizenergiebedarfs eines Haushalts decken.
In zwei aktualisierten Beispielen zeigen wir Ihnen die Wirtschaftlichkeit einer Solarthermie-Anlage für einen 2-Personen-Haushalt und einen 4-Personen-Haushalt.
Folgende Annahmen gelten für die Rechnung:
Betrachtungszeitraum: 30 Jahre
30-prozentige Förderung (BEG EM)
Aus Eigenkapital finanziert
Zusätzlich zur Solarthermie heizt der Haushalt mit einer Gasheizung
Gaspreis: 9,4 Cent/kWh (Stand Februar 2026)
Jährliche Betriebskosten (Strom für Pumpe): 55 Euro
Lohnt sich Solarthermie für einen 2-Personen-Haushalt?
Fazit für 2-Personen-Haushalte: Eine Kombination aus Warmwasser und Heizungsunterstützung ist wirtschaftlich sinnvoll und amortisiert sich nach etwa 23 Jahren. Die reine Warmwasserbereitung ist bei den aktuellen Gaspreisen hingegen nicht mehr wirtschaftlich.
Lohnt sich Solarthermie für einen 4-Personen-Haushalt?
Fazit für 4-Personen-Haushalte: Die Kombinationsanlage für Warmwasser und Heizung ist die wirtschaftlich sinnvollere Variante. Mit einem positiven Ergebnis von 530 Euro über 30 Jahre und der zusätzlichen Wertsteigerung der Immobilie sowie dem Beitrag zum Klimaschutz ist dies eine vertretbare Investition. Die reine Warmwasserbereitung rechnet sich nicht.
Wichtige Überlegungen zur Wirtschaftlichkeit
Energiepreisentwicklung: Die Gaspreise sind im Februar 2026 relativ niedrig. Sollten die Preise in den kommenden Jahren wieder steigen, wovon viele Experten ausgehen, verbessert sich die Wirtschaftlichkeit deutlich.
Wertsteigerung der Immobilie: Eine Solarthermie-Anlage erhöht den Wert Ihrer Immobilie und verbessert den Energieausweis.
CO2-Einsparung: Mit einer Kombinationsanlage sparen Sie über 30 Jahre etwa 15 bis 30 Tonnen CO2 ein.
Unabhängigkeit: Sie reduzieren Ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und schwankenden Energiemärkten.
Zuverlässigkeit: Moderne Solarthermie-Anlagen haben eine Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren und arbeiten weitgehend wartungsfrei.
Wann lohnt sich Solarthermie nicht?
Trotz der vielen Vorteile gibt es Situationen, in denen von einer Solarthermie-Anlage abzuraten ist:
Wann sich Solarthermie häufig nicht lohnt:
Nur Warmwasserbereitung: Bei den aktuellen Energiepreisen (Stand Februar 2026) sind Anlagen zur reinen Warmwasserbereitung nicht mehr wirtschaftlich. Setzen Sie auf Kombianlagen mit Heizungsunterstützung.
Niedriger Energieverbrauch: In kleinen Haushalten (1-2 Personen) oder Ferienwohnungen mit geringem Warmwasser- und Heizenergieverbrauch sind die Einsparungen oft zu gering.
Lange Amortisationszeit: Wenn die Amortisationszeit deutlich über 25 Jahre liegt, sollten Sie alternative Heizsysteme wie Wärmepumpen in Betracht ziehen.
Ungeeignete Dachbedingungen: Starke Verschattung, ungünstige Dachausrichtung für Photovoltaik (z.B. Nordseite) oder zu kleine Dachflächen reduzieren den Ertrag erheblich.
Bereits effiziente Heizsysteme: Wenn bereits eine moderne Wärmepumpe installiert ist, bringt Solarthermie meist keinen zusätzlichen Nutzen.
Kurzfristige Wohnperspektive: Planen Sie, das Haus in den nächsten 10 Jahren zu verkaufen, rechnet sich die Investition möglicherweise nicht.
Solarthermie im Bestandsbau
Im Bestandsbau wird Solarthermie oft als nachträgliche Ergänzung zur bestehenden Heizungsanlage installiert. Die Entscheidung sollte gut überlegt sein, da die Nachrüstungskosten höher ausfallen können als bei einer Neuinstallation.
Wann lohnt sich Solarthermie im Bestandsbau?
Hohe Heizkosten: In Bestandsgebäuden mit hohen Heizkosten kann die Installation einer Solarthermie-Anlage erhebliche Einsparungen bei den Energiekosten ermöglichen. Dies ist besonders vorteilhaft in älteren Gebäuden mit ineffizienten Heizsystemen und schlecht gedämmten Häusern.
Fördermöglichkeiten: Staatliche Förderungen und Zuschüsse für Solarthermie können die hohen Anfangsinvestitionen erheblich reduzieren, was die Wirtschaftlichkeit der Anlage verbessert. Es lohnt sich, verfügbare Programme zu prüfen, um die finanzielle Belastung zu verringern.
Optimale Dachbedingungen: Ein gut ausgerichtetes, unverschattetes Dach maximiert den Ertrag der Solarthermie-Anlage. Ideal sind Dächer mit einer Neigung nach Süden, die den ganzen Tag über Sonnenlicht empfangen können.
Geplante Sanierungen: Wenn ohnehin Renovierungsmaßnahmen anstehen, kann die Integration von Solarthermie kosteneffizienter erfolgen, da bestehende Strukturen genutzt werden können.
Wann lohnt sich Solarthermie im Bestandsbau nicht?
Hohe Nachrüstungskosten: Wenn die Kosten für die Nachrüstung einer Solarthermie-Anlage sehr hoch und keine ausreichenden Förderungen verfügbar sind, kann die Investition unwirtschaftlich sein.
Niedriger Energiebedarf: In kleinen Haushalten oder Ferienwohnungen, wo der Energiebedarf gering ist, könnten die Einsparungen im Vergleich zu den Investitionskosten minimal sein, was die Installation weniger attraktiv macht.
Ungünstige Dachbedingungen: Eine ungünstige Dachausrichtung oder starke Verschattung kann die Effizienz der Anlage erheblich reduzieren, wodurch der Nutzen der Solarthermie minimiert wird.
Bereits effiziente Systeme vorhanden: Wenn das Bestandsgebäude bereits über ein modernes und effizientes Heizsystem verfügt, könnte der zusätzliche Nutzen durch Solarthermie gering sein.
Solarthermie im Neubau
Im Neubau kann Solarthermie von Anfang an in die Planung und Bauweise integriert werden, was eine optimale Nutzung der Anlage ermöglicht. Dabei spielt die Kombination mit modernen Heizsystemen eine wichtige Rolle.
Wann lohnt sich Solarthermie im Neubau?
Erfüllung von Vorschriften: In vielen Neubauten sind nachhaltige Energiequellen vorgeschrieben. Solarthermie bietet eine kostengünstige Möglichkeit, diese Anforderungen zu erfüllen und gleichzeitig den CO2-Ausstoß zu reduzieren.
Geringere Zusatzkosten: Die Integration von Solarthermie in den Neubau ist oft kostengünstiger als eine nachträgliche Installation in Bestandsgebäuden.
Kombination mit anderen Systemen: Solarthermie lässt sich hervorragend mit anderen erneuerbaren Energien, wie Photovoltaik, und modernen Heizsystemen, wie Wärmepumpen, kombinieren. Dies kann die Gesamteffizienz des Energiesystems erheblich steigern und die Energiekosten weiter senken.
Langfristige Kosteneinsparungen: Durch die Nutzung von Solarenergie können die laufenden Energiekosten erheblich gesenkt werden, was langfristig zu Einsparungen führt.
Wann lohnt sich Solarthermie im Neubau nicht?
Eingeschränktes Budget: Wenn das Budget für den Neubau bereits stark belastet ist, könnten die zusätzlichen Kosten für die Installation einer Solarthermie-Anlage nicht durch spätere Einsparungen ausgeglichen werden.
Effizientere Alternativen: In Fällen, in denen andere Heizsysteme, wie Wärmepumpen oder Fernwärme, wirtschaftlicher und effizienter sind, kann die Investition in Solarthermie überflüssig erscheinen.
Niedriger Energiebedarf: In kleinen Haushalten oder Ferienwohnungen, wo der Energiebedarf gering ist, könnte die Investition in Solarthermie nicht gerechtfertigt sein, da die Einsparungen im Vergleich zu den Investitionskosten minimal sein könnten.
Ungünstige Standortbedingungen: Wenn das Gebäude an einem Standort mit schlechter Sonneneinstrahlung liegt oder das Dach ungünstig ausgerichtet bzw. stark verschattet ist, kann die Effizienz der Solarthermie-Anlage erheblich beeinträchtigt werden.
Lohnt sich Solarthermie mit Wärmepumpe?
Bei der Hybridheizung aus Wärmepumpe und Solarthermie können entweder beide Systeme Wärme für Heizung und Warmwasser erzeugen oder die Solarthermie-Anlage unterstützt die Wärmepumpe, indem sie das Wasser im Speicher vorwärmt, wodurch Stromkosten eingespart werden.
Dennoch ist die Kombination von Solarthermie und Wärmepumpe oft unwirtschaftlich. Die hohen Investitionskosten für beide Systeme machen die Anschaffung teuer. Wärmepumpen sind allein schon sehr effizient, wodurch der zusätzliche Nutzen durch Solarthermie begrenzt ist. Im Winter, wenn der Heizbedarf am höchsten ist, liefert die Solarthermie-Anlage nur wenig Wärme. Die Integration erfordert außerdem einen speziellen Wärmespeicher, was die Kosten und den Platzbedarf weiter erhöht.
Vorteile
Heizkosten sparen
weniger CO2-Emissionen
weniger Platzbedarf auf dem Dach als für eine PV-Anlage
Nachteile
hohe Investitionskosten
Wärmepumpen sind allein bereits sehr effizient
wenig Solarwärmeertrag im Winter bei höchstem Heizbedarf
spezieller Solarwärmespeicher nötig
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Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine Solarthermieanlage für ein Einfamilienhaus?
Eine Solarthermieanlage für ein Einfamilienhaus kostet zwischen 4.000 und 13.000 Euro inklusive Installation, abhängig von der Haushaltsgröße und dem Systemumfang. In einem Einfamilienhaus mit 2 Personen liegen die Kosten bei etwa 4.000 Euro für eine Anlage zur Warmwasserbereitung und bei etwa 6.000 Euro inklusive Heizungsunterstützung. In einem Einfamilienhaus mit 4 Personen müssen Sie mit etwa 7.000 Euro für nur Warmwasser bzw. 13.000 Euro mit Heizungsunterstützung rechnen. Die Kosten setzen sich aus Kollektoren, Wärmespeicher und Installation zusammen. Je nach Art der Kollektoren, etwa Flach- oder Röhrenkollektoren, kann der Preis variieren.
Wie viel Heizkosten lassen sich durch Solarthermie einsparen?
Solarthermie-Anlagen decken 60 bis 70 Prozent des Warmwasserbedarfs und 20 bis 30 Prozent des Heizenergiebedarfs ab. Die besten Ergebnisse erzielen Sie, wenn die Kollektoren nach Süden ausgerichtet sind und einen Neigungswinkel zwischen 30 und 55 Grad aufweisen. Besonders effizient ist Solarthermie in größeren Haushalten ab 3 bis 4 Personen. Die tatsächlichen Einsparungen in Euro hängen vom individuellen Verbrauch und den aktuellen Energiepreisen ab.
Wann lohnt sich eine Gas-Hybridheizung?
Eine Gas-Hybridheizung mit Solarthermie lohnt sich bei hohem Energiebedarf, guten Dachbedingungen und vielen Sonnenstunden in Ihrer Region. Ideal ist die Kombination bei hohem Warmwasser- und Heizbedarf ab 3 bis 4 Personen, Südausrichtung ohne Verschattung und einer langfristigen Wohnperspektive von mindestens 20 bis 25 Jahren. Die Kombination reduziert Ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und schützt vor steigenden Gaspreisen.