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Nutzgarten anlegen – Planung, Ideen und praktische Tipps

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Frisches Gemüse aus dem eigenen Garten, Kräuter direkt vor der Haustür und Obst von selbst gepflanzten Sträuchern – ein Nutzgarten ermöglicht die Selbstversorgung mit hochwertigen Lebensmitteln. Neben dem besseren Geschmack bietet der eigene Anbau volle Kontrolle über Anbaumethoden und spart langfristig Kosten. Erfahren Sie, wie Sie Ihren Nutzgarten Schritt für Schritt anlegen und was Sie bei Planung, Standort und Bepflanzung beachten sollten.

Unsere Autorin Undine Tackmann  ist Senior Editor bei Aroundhome und Expertin auf dem Gebiet Energieeffizienz und für Solaranlagen
Undine Tackmann
Frau im Nutzgarten bei der Ernte
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Was versteht man unter einem Nutzgarten?

Ein Nutzgarten ist auf den Anbau von essbaren Pflanzen ausgerichtet. Im Gegensatz dazu steht beim Ziergarten die Ästhetik im Vordergrund. Typischerweise werden im Nutzgarten Gemüsebeete, Obstbäume, Beerensträucher sowie ein Kräutergarten angepflanzt.

Historisch entwickelte sich der Nutzgarten aus dem traditionellen Bauerngarten, der früher die Grundversorgung von Familien sicherte. Während der Bauerngarten aber heutzutage Nutz- und Zierpflanzen dekorativ kombiniert, konzentriert sich der moderne Nutzgarten rein auf den praktischen Ertrag. So ermöglicht ein Nutzgarten die Selbstversorgung mit frischen Lebensmitteln, Nachhaltigkeit, langfristige Kostenersparnis und die Gewissheit, genau zu wissen, woher das eigene Essen stammt.

Gemüsebeet mit verschiedenen Salaten
Ein Nutzgarten dient in erster Linie der Selbstversorgung.

Wie können Sie einen Nutzgarten anlegen? Plan & Schritt-für-Schritt-Anleitung

Einen Nutzgarten können Sie in 5 einfachen Schritten planen und anlegen.

Schritt 1 – Standortanalyse für den Nutzgarten

Der richtige Standort entscheidet maßgeblich über den Erfolg Ihres Nutzgartens.

  • Sonneneinstrahlung prüfen: Der Standort sollte mindestens6, besser 8 Stunden direktes Sonnenlicht pro Tag erhalten, da die meisten Gemüsesorten volle Sonne benötigen.

  • Bodenbeschaffenheit testen: Idealer Gartenboden ist krümelig, durchlässig und nährstoffreich. Viele Regenwürmer sind ein gutes Zeichen.

  • Windschutz beachten: Eine Hecke, Mauer oder ein Zaun schützt empfindliche Pflanzen vor Austrocknung und Kälteschäden.

  • Nähe zum Haus: Kurze Wege machen die tägliche Pflege und spontane Ernte einfacher.

  • Wasseranschluss sicherstellen: Ein Wasseranschluss in der Nähe erleichtert die regelmäßige Bewässerung erheblich. Prüfen Sie auch, ob sich ein Standort für eine Zisterne oder andere Gartenbewässerung eignet.

  • Platz für Erweiterungen einplanen: Überlegen Sie bereits jetzt, ob Sie später ein Gewächshaus oder einen Wintergarten integrieren möchten. Diese benötigen einen sonnigen, windgeschützten Standort mit stabilem Untergrund.

Haus mit Garten mit Terrasse und Beeten.
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Schritt 2 – Planung auf Papier

Eine durchdachte Skizze zur Gartenplanung verhindert Fehler und hilft, den verfügbaren Platz optimal zu nutzen. Größere Bauvorhaben wie eine Terrasse sollten von Anfang an eingeplant werden, da nachträgliche Änderungen aufwendig und kostspielig sind.

  • Skizze erstellen: Zeichnen Sie Ihren Garten maßstabsgetreu auf Papier oder nutzen Sie eine Garten-App.

  • Beete einzeichnen: Planen Sie Beete mit einer maximalen Breite von 1,20 m, damit Sie alle Pflanzen bequem von beiden Seiten erreichen.

  • Wege einplanen: Hauptwege sollten 50 bis 80 cm breit sein, Nebenwege mindestens 40 cm. So kommen Sie auch mit Schubkarre oder Gießkanne durch. Planen Sie befestigte Gartenwege dort, wo Sie häufig mit schwerem Gerät oder bei Nässe unterwegs sind.

  • Zäune und Einfriedungen planen: Zeichnen Sie den Verlauf von Gartenzäunen oder Mauern ein. Bedenken Sie dabei Zugänge, Tore und die spätere Erweiterbarkeit des Gartens.

  • Zisterne und Bewässerung planen: Markieren Sie den Standort für eine mögliche Zisterne sowie Leitungswege für die Bewässerung, bevor Beete und Wege angelegt werden.

  • Gewächshaus oder Wintergarten einplanen: Reservieren Sie frühzeitig eine geeignete Fläche, idealerweise in Ost-West-Ausrichtung für optimale Sonneneinstrahlung. Bedenken Sie auch den Zugang zu Wasser und Strom.

  • Pflanznachbarschaften planen: Berücksichtigen Sie, welche Pflanzen gut nebeneinander wachsen und welche nicht.

Hinweis

Welche Gemüsepflanzen dürfen nicht nebeneinander stehen?

  • Tomaten nicht neben Gurken, Erbsen oder Fenchel

  • Bohnen nicht neben Zwiebeln, Knoblauch oder Lauch

  • Kartoffeln nicht neben Tomaten, Kürbis oder Sonnenblumen

  • Kohl nicht neben Erdbeeren oder anderen Kohlarten

  • Erbsen nicht neben Bohnen, Zwiebeln oder Knoblauch

Schritt 3 – Boden vorbereiten

Ein gut vorbereiteter Boden bildet die Grundlage für gesunde Pflanzen und reiche Ernte. Führen Sie größere Erdarbeiten in diesem Schritt durch, bevor Beete und Wege angelegt werden.

  • Grasnarbe entfernen: Stechen Sie die Grassode ab und entfernen Sie größere Wurzeln und Steine.

  • Ausgrabungen für größere Projekte durchführen: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für Erdarbeiten wie das Ausheben einer Zisterne, das Verlegen von Bewässerungsleitungen oder das Vorbereiten von Fundamenten für Gewächshaus, Wintergarten oder Zaunpfosten.

  • Boden lockern: Graben Sie den Boden spatentief um oder nutzen Sie die Doppelgrabung für besonders verdichtete Böden. Alternativ funktioniert die No-Dig-Methode: Fläche mit Karton abdecken und 5 bis 10 cm Kompost aufbringen.

  • Kompost einarbeiten: Reichern Sie den Boden mit reifem Kompost und organischem Material an.

  • pH-Wert prüfen: Der optimale Wert liegt zwischen 6,0 und 7,0.

  • Bodenart anpassen: Schweren Lehmboden mit Sand und Kompost lockern, sandigen Boden mit Kompost und Pflanzerde anreichern.

Garten mit zwei Zisternen in der Erde.
Planen Sie im Zuge der Anlage Ihres Nutzgartens auch ein nachhaltiges Bewässerungssystem, zum Beispiel in Form von Zisternen.

Schritt 4 – Beete anlegen

Wählen Sie die Beetform passend zu Ihren Bedürfnissen und dem Gelände.

  • Beetformen:

    • Flachbeete: Klassisch und einfach anzulegen, ideal für große Flächen.

    • Hochbeete: Rückenschonend, gute Drainage, schnellere Bodenerwärmung im Frühjahr.

    • Hügelbeete: Nutzen verrottendes Material im Inneren, speichern Wärme und Nährstoffe.

  • Einfassungen setzen: Begrenzen Sie die Beete mit Holz, Stein oder Metall, um das Einwachsen von Gras zu verhindern.

  • Wege befestigen: Rindenmulch, Hackschnitzel oder Trittsteine sorgen für saubere und trittsichere Wege. Befestigte Wege aus Pflastersteinen oder Kies sollten jetzt verlegt werden. Sie bilden das dauerhafte Wegenetz Ihres Nutzgartens.

  • Schutzmaßnahmen: Bei Wühlmäusen ein Drahtgitter unter dem Beet verlegen, bei Hasen eine niedrige Umzäunung anbringen.

  • Zäune und Einfriedungen errichten: Lassen Sie geplante Zäune, Tore oder Mauern umsetzen. Diese schützen vor Wildtieren, bieten Sichtschutz und können als Rankhilfe für Kletterpflanzen dienen.

  • Gewächshaus oder Wintergarten aufbauen: Nach Abschluss der Erdarbeiten und dem Anlegen der Wege kann das Gewächshaus auf dem vorbereiteten Fundament errichtet werden. Schließen Sie Wasser- und Stromanschlüsse fachgerecht an.

  • Zisterne fertigstellen: Verbinden Sie die Zisterne mit der Dachrinne und installieren Sie bei Bedarf eine Pumpe für die komfortable Gartenbewässerung.

Schritt 5 – Bepflanzung für den Nutzgarten planen

Ein durchdachter Pflanzplan mit Fruchtfolge und Mischkultur erhöht den Ertrag und hält den Boden gesund. Orientieren Sie sich dabei an einem Garten-Arbeitskalender.

  • Fruchtfolge einhalten: Wechseln Sie jährlich zwischen Starkzehrern (Tomaten, Kohl, Kürbis), Mittelzehrern (Möhren, Zwiebeln, Salat) und Schwachzehrern (Bohnen, Erbsen, Kräuter).

  • Mischkultur nutzen: Kombinieren Sie Pflanzen, die sich gegenseitig fördern, z. B. Tomaten mit Basilikum oder Möhren mit Zwiebeln.

  • Gewächshaus und Wintergarten nutzen: Ziehen Sie empfindliche Jungpflanzen wie Tomaten, Paprika oder Gurken im Gewächshaus vor und verlängern Sie so die Anbausaison um mehrere Wochen.

  • Aussaat- und Pflanzzeiten beachten: Orientieren Sie sich an einem Pflanzkalender für Ihre Region und die jeweiligen Kulturen.

  • Mit einfachen Sorten starten: Anfängerfreundlich sind Salate, Radieschen, Zucchini, Mangold, Buschbohnen und Kräuter wie Schnittlauch oder Petersilie.

  • Dokumentieren: Führen Sie ein Gartentagebuch, um Aussaaten, Ernteerfolge und Probleme für die nächste Saison festzuhalten.

Ein Bauerngarten mit verschiedenen grünen Beeten.
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4 Ideen, wie Sie einen Nutzgarten anlegen können

Ein Nutzgarten lässt sich auf viele Arten gestalten Die folgenden 4 Konzepte zeigen, wie Sie Ihren Nutzgarten an Ihren persönlichen Stil und die vorhandene Gartenstruktur anpassen können.

Der klassische Bauerngarten

Der Bauerngarten verbindet Tradition mit Funktion und gilt als Urform des Nutzgartens. Seine charakteristische Struktur hat sich über Jahrhunderte bewährt und bietet Platz für Gemüse, Kräuter und Blumen zugleich.

  • Geometrische Anordnung: Rechteckige oder quadratische Beete, oft um ein zentrales Element wie einen Brunnen oder eine Rose gruppiert

  • Buchshecken als Einfassung: Niedrige Hecken grenzen die Beete klar voneinander ab und geben dem Garten Struktur

  • Kombination aus Nutz- und Zierpflanzen: Gemüse, Kräuter und Blumen wachsen Seite an Seite – praktisch und dekorativ

Großer Gemüsegarten mit vielen Beeten.
Typisch für einen Bauerngarten sind die geometrisch angelegten Beete.

Der moderne Küchengarten

Der moderne Küchengarten interpretiert den Nutzgarten zeitgemäß und fügt sich elegant in aktuelle Gartenarchitektur ein. Hier steht neben dem Ertrag auch die Ästhetik im Vordergrund.

  • Klare Linien und reduziertes Design: Schnörkellose Formen und aufgeräumte Strukturen prägen das Gesamtbild

  • Hochbeete aus Cortenstahl, Holz oder Beton: Moderne Materialien setzen stilvolle Akzente und erleichtern die Pflege

  • Integration in bestehende Gartengestaltung: Der Küchengarten wird Teil des Gesamtkonzepts statt separater Nutzfläche

  • Fokus auf Küchenkräuter und Feingemüse: Anbau von dem, was direkt in der Küche gebraucht wird

Kräuterbeet im Garten
In keinem Nutz- oder Küchengarten sollte ein Kräuterbeet in Hausnähe fehlen.

Bunter Nutzgarten

Wer sagt, dass ein Nutzgarten nur grün sein muss? Mit essbaren Blüten und farbenfrohen Gemüsesorten wird der Nutzgarten zum Blickfang. Zudem gestalten Sie mit diesem Konzept einen vogel- und insektenfreundlichen Garten.

  • Essbare Blüten: Kapuzinerkresse, Ringelblume und Borretsch sind hübsch und landen direkt im Salat

  • Farbige Gemüsesorten: Bunter Mangold, Rotkohl, violette Kartoffeln oder gelbe Zucchini bringen Abwechslung ins Beet

  • Blühpflanzen zur Nützlingsförderung: Phacelia, Sonnenblumen oder Cosmea locken Bienen und Nützlinge an, die Schädlinge in Schach halten

Gemüsebeet mit Kapuzinerkresse
Die Kapuzinerkresse sieht nicht nur schön aus, sondern ist auch essbar und kann als Nützling in Gemüsebeete dazugesetzt werden.

Nutzgarten und Ziergarten kombinieren

Nutz- und Ziergarten müssen keine getrennten Welten sein. Mit geschickter Planung verschmelzen beide Bereiche zu einem harmonischen Gesamtbild, das Ertrag und Ästhetik vereint. Für eine ganzjährige Blüte orientieren Sie sich bei der Umsetzung an einem Blumen-Jahreskalender.

  • Nahtlose Übergänge schaffen: Stauden und Gemüsebeete gehen fließend ineinander über, statt durch klare Grenzen getrennt zu sein

  • Obstbäume als Gestaltungselemente: Ein Apfelbaum spendet Schatten, gliedert den Raum und liefert Früchte

  • Kräuterbeete als Beeteinfassung: Lavendel, Thymian oder Salbei rahmen Blumenbeete ein und sind gleichzeitig nutzbar

  • Beerensträucher als Heckenersatz: Johannisbeeren, Himbeeren oder Brombeeren bilden eine essbare Grundstücksgrenze

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Wie legt man einen kleinen Nutzgarten an?

Auch aus einem kleinen Garten lässt sich ein ertragreicher Nutzgarten gestalten. Mit den richtigen Techniken, cleverer Platznutzung und kompakten Gemüsesorten holen Sie selbst aus kleinen Flächen, Balkonen oder Terrassen eine überraschend reiche Ernte.

  • Hochbeete sind ideal für kleine Gärten, da sie viel Anbaufläche auf kompaktem Raum bieten. Sie sind rückenschonend und lassen sich auch auf versiegelten Flächen aufstellen.

  • Vertikales Gärtnern mit Rankgittern, Pflanzpaletten oder Wandregalen nutzt die Höhe statt der Breite. So finden Stangenbohnen, Erbsen, Gurken oder Erdbeeren auch auf kleinstem Raum Platz.

  • Kübel und Balkonkästen eignen sich hervorragend für Terrasse oder Balkon. Tomaten, Paprika und Kräuter gedeihen bestens in ausreichend großen Gefäßen mit guter Drainage.

  • Mischkultur bedeutet, Pflanzen mit unterschiedlichem Platzbedarf zu kombinieren – zum Beispiel Salat zwischen Tomaten oder Radieschen neben Möhren. So nutzen Sie jeden Zentimeter optimal aus.

  • Kompakte Gemüsesorten sind für kleine Flächen besonders geeignet. Pflücksalate, Radieschen, Spinat, Buschbohnen, Cocktailtomaten, Kohlrabi und Kräuter wie Schnittlauch, Petersilie oder Basilikum liefern auch auf wenig Raum gute Erträge.

  • Schnelle Ernten machen die Fläche mehrfach nutzbar. Radieschen, Pflücksalat und Spinat sind in wenigen Wochen erntereif, sodass Sie dieselbe Stelle mehrmals pro Saison bepflanzen können.

Kleiner Garten mit Beeten
Selbst in kleinen Gärten können Sie allerhand Gemüse und Obst anpflanzen.

Wie groß sollte ein Nutzgarten sein?

Als Faustformel gilt: Etwa 30–40 m² pro Person reichen für eine saisonale Grundversorgung mit frischem Gemüse.

Für einen Haushalt mit 1 bis 2 Personen genügen daher 40 bis 80 m², eine vierköpfige Familie sollte 120 bis 160 m² einplanen. Wer eine vollständige Selbstversorgung inklusive Kartoffeln und Lagergemüse anstrebt, benötigt einen großen Garten mit 90–150 m² pro Person. Bei wenig Platz lässt sich die Anbaufläche durch Hochbeete und vertikales Gärtnern deutlich effizienter nutzen.

Welche Pflanzen gehören in den Nutzgarten?

In einen Nutzgarten gehören vor allem Gemüse, Kräuter, Beerenobst und essbare Blüten. Idealerweise als abwechslungsreiche Mischung aus schnell erntbaren Kulturen, lagerfähigem Gemüse und mehrjährigen Pflanzen. Die Auswahl richtet sich nach dem verfügbaren Platz, dem Pflegeaufwand und den eigenen Vorlieben in der Küche.

Anfängerfreundliches Gemüse

  • Salate: Pflücksalat, Schnittsalat, Rucola – wachsen schnell und sind unkompliziert

  • Wurzelgemüse: Radieschen, Möhren, Rote Bete – einfach zu säen und pflegeleicht

  • Hülsenfrüchte: Buschbohnen, Erbsen – robust und reichern den Boden mit Stickstoff an

  • Zwiebelgewächse: Zwiebeln, Knoblauch – wenig Aufwand, gute Lagerfähigkeit

  • Blattgemüse: Mangold, Spinat – zuverlässige Ernte über längere Zeit

  • Kürbisgewächse: Zucchini – ertragreich und pflegeleicht

Anspruchsvolleres Gemüse

  • Fruchtgemüse: Tomaten, Paprika, Gurken, Auberginen – benötigen Wärme und regelmäßige Pflege

  • Kohlgemüse: Brokkoli, Kohlrabi, Weißkohl – als Starkzehrer nährstoffhungrig

  • Lauchgewächse: Porree – lange Kulturzeit, aber gute Herbst- und Winterernte

Kräuter

  • Einjährige: Basilikum, Dill, Koriander, Petersilie

  • Mehrjährige: Schnittlauch, Thymian, Oregano, Salbei, Minze, Rosmarin

Obst und Beeren

  • Beerensträucher: Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren – als Hecke oder Einzelpflanzung

  • Erdbeeren: Kompakt und auch für kleine Flächen geeignet

  • Obstbäume: Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen – je nach Platz als Hoch-, Halb- oder Niederstamm

Essbare Blüten und Begleitpflanzen

  • Essbare Blüten: Kapuzinerkresse, Borretsch, Ringelblume – dekorativ und schmackhaft

  • Nützlingsförderer: Tagetes, Lavendel, Phacelia – locken Bienen an und halten Schädlinge fern

Verschiedene Pflanzen in einem Garten mit Schmetterlingen
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Welche Erde eignet sich für den Nutzgarten?

Die ideale Erde für den Nutzgarten ist locker, humusreich und gut durchlüftet. So können Wurzeln tief wachsen und Wasser sowie Nährstoffe optimal aufnehmen. Ein pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0 bietet den meisten Gemüsesorten beste Wachstumsbedingungen.

Bodenarten und ihre Eignung

  • Sandiger Boden: Sehr durchlässig und leicht zu bearbeiten, erwärmt sich schnell im Frühjahr. Nachteil: Wasser und Nährstoffe werden schlecht gehalten. Verbesserung durch regelmäßige Kompostgaben und Mulchen.

  • Lehmiger Boden: Speichert Wasser und Nährstoffe hervorragend, ist aber schwer und verdichtet leicht. Verbesserung durch Einarbeiten von Sand, Kompost und grobem organischem Material.

  • Toniger Boden: Sehr nährstoffreich, jedoch schwer zu bearbeiten und bei Nässe staunass. Verbesserung durch Sand, Kompost und regelmäßiges Lockern.

  • Humoser Boden: Der Idealfall – dunkel, krümelig und voller Bodenlebewesen. Hält Wasser und Nährstoffe, ist gut durchlüftet und leicht zu bearbeiten.

  • Kalkhaltiger Boden: Oft hell und steinig, trocknet schnell aus. Manche Pflanzen reagieren empfindlich auf hohe pH-Werte. Verbesserung durch Kompost und saure organische Materialien.

Wie können Sie Ihren Boden verbessern?

  • Kompost einarbeiten: Dies ist die wichtigste Maßnahme, da sie die Struktur, das Wasserhaltevermögen und den Nährstoffgehalt jedes Bodentyps verbessert. Jährlich 2–3 Liter pro Quadratmeter ausbringen.

  • Gründüngung aussäen: Pflanzen wie Phacelia, Senf oder Klee lockern den Boden mit ihren Wurzeln, unterdrücken Unkraut und werden später als natürlicher Dünger eingearbeitet.

  • Mulchen: Eine Schicht aus Grasschnitt, Stroh oder Laub schützt den Boden vor Austrocknung, fördert Bodenlebewesen und wird langsam zu Humus abgebaut.

  • Regelmäßig lockern: Durch leichtes Hacken der oberen Bodenschicht wird die Durchlüftung verbessert und Verdichtungen werden aufgelockert – dabei den Boden nicht wenden.

pH-Wert Ihres Bodens messen

Den pH-Wert Ihres Bodens können Sie ganz einfach selbst prüfen, beispielsweise mit Teststreifen, chemischen Bodentests oder digitalen Messgeräten, die im Gartenfachhandel erhältlich sind. Wenn Sie eine umfassende Analyse des Nährstoffgehalts und der Bodenart wünschen, können Sie eine Bodenprobe an das regionale Landwirtschaftsamt schicken.

Was kostet es, einen Nutzgarten anlegen zu lassen?

Wer seinen Nutzgarten professionell anlegen lässt, sollte je nach Größe und Ausstattung mit Kosten zwischen 2.500 und 10.000 Euro rechnen. Für aufwendige Projekte können die Kosten für einen Garten auch deutlich höher sein. In Eigenregie lässt sich ein einfacher Nutzgarten bereits für 400 bis 800 Euro realisieren, mit Hochbeeten und Zubehör für 1.000 bis 2.000 Euro.

Allerdings gibt es Arbeiten, die Sie besser dem Fachbetrieb überlassen sollten: Größere Erdaushübe für Zisternen, das Anlegen befestigter Wege oder der Aufbau eines Gewächshauses mit Fundament erfordern Erfahrung, Spezialwerkzeug und oft auch Genehmigungen.

Kostenposition

Preise*

Materialien

Saatgut und Jungpflanzen

ca. 30 – 80 € pro Saison

Erde, Kompost und Dünger

ca. 50 – 150 € pro 10 m²

Werkzeuge (Spaten, Harke, Gießkanne etc.)

ca. 100 – 250 € (einmalig)

Hochbeet (Holz oder Metall, inkl. Befüllung)

ca. 150 – 600 € pro Stück

Beeteinfassungen (Holz, Stein, Metall)

ca. 10 – 50 € pro lfd. Meter

Wegbefestigung (Kies, Rindenmulch, Pflaster)

ca. 20 – 80 € pro m²

Bewässerungssystem (einfach bis automatisch)

ca. 50 – 500 € pro Anlage

Gewächshaus (klein bis mittelgroß)

ca. 200 – 2.000 € pro Stück

Zaun oder Einfriedung

ca. 30 – 100 € pro lfd. Meter

Arbeitskosten bei professioneller Umsetzung

Gartenbaubetrieb (Stundensatz)

ca. 45 – 70 € pro Stunde

Erdarbeiten und Bodenvorbereitung

ca. 20 – 50 € pro m²

Beetanlage inkl. Bepflanzung

ca. 30 – 60 € pro m²

Wege anlegen (inkl. Material)

ca. 50 – 120 € pro m²

Hochbeet aufbauen und befüllen

ca. 100 – 200 € pro Stück

Laufende Kosten

Saatgut, Jungpflanzen, Dünger

ca. 30 – 80 € pro Jahr

Wasserverbrauch

ca. 20 – 60 € pro Jahr

Pflege durch Gartenbetrieb (optional)

ca. 30 – 50 € pro Stunde

* Preise sind Richtwerte zur Orientierung.

Bei einem Nutzgarten lohnt sich häufig eine Kombination aus professioneller Gartenplanung und schrittweiser Eigenarbeit. Einfache Tätigkeiten wie Umgraben, Bepflanzen, Mulchen oder die laufende Pflege können Sie problemlos selbst übernehmen. Für aufwendigere Projekte wie Erdarbeiten, Bewässerungssysteme, befestigte Wege, Zäune oder Gewächshäuser mit Fundament empfiehlt es sich, erfahrene Fachfirmen zu beauftragen. So sparen Sie Zeit, vermeiden Fehler und erhalten ein langlebiges Ergebnis.

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Häufig gestellte Fragen

Wann ist die beste Zeit, einen Nutzgarten anzulegen?

Die beste Zeit, um einen Nutzgarten anzulegen, ist der Spätwinter bis Frühling (Februar bis Mai), sobald der Boden frostfrei und abgetrocknet ist. Idealerweise wurde die Bodenvorbereitung bereits im Herbst erledigt. Wege, Hochbeete und Beeteinfassungen lassen sich dagegen fast ganzjährig anlegen. Empfindliche Jungpflanzen können erst nach den Eisheiligen Mitte Mai sicher ins Freiland gesetzt werden.

Wie viel Zeit müssen Sie für einen Nutzgarten einplanen?

Für einen kleinen Nutzgarten von 10 bis 20 m² sollten Sie etwa 30 bis 60 Minuten pro Woche einplanen. Bei größeren Flächen bis 100 m² steigt der Aufwand auf zwei bis drei Stunden wöchentlich. Mulchen, Hochbeete und eine automatische Bewässerungsanlage reduzieren den Pflegeaufwand deutlich. Ebenso ist es von Vorteil, wenn Sie zunächst klein anfangen und den Nutzgarten später erweitern.

Können Sie einen Nutzgarten auch im Schatten anlegen?

Ja, ein Nutzgarten im Schatten ist möglich. Blattgemüse wie Spinat, Mangold und Salat sowie Kräuter wie Petersilie, Minze und Schnittlauch gedeihen auch bei nur drei bis fünf Stunden Sonne pro Tag gut. Im Halbschatten trocknet der Boden langsamer aus, sodass weniger gegossen werden muss. Im Vollschatten sinkt der Ertrag jedoch deutlich.

Wie wird ein Hochbeet befüllt?

Ein Hochbeet wird in Schichten befüllt, die von unten nach oben feiner werden. Dieser Aufbau sorgt für gute Drainage, natürliche Wärmeentwicklung durch Verrottung und eine langfristige Nährstoffversorgung.

  • Unterste Schicht (ca. 20–30 cm): Grobe Äste, Zweige und Strauchschnitt – sorgt für Drainage und Belüftung

  • Zweite Schicht (ca. 15–20 cm): Umgedrehte Grassoden, Laub oder grober Häcksel

  • Dritte Schicht (ca. 15–20 cm): Halbreifer Kompost, Grasschnitt oder Stallmist

  • Oberste Schicht (ca. 20–30 cm): Reifer Kompost gemischt mit hochwertiger Pflanzerde

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