Studie zeigt: Klimaschutz wird für mehr Haushalte wieder zum Thema
Die Bereitschaft zu privaten Klimaschutz-Investitionen steigt wieder. Etwa ein Drittel der Haushalte nutzt bereits nachhaltige Technologien.
Nach einem deutlichen Rückgang im vergangenen Jahr wollen wieder mehr Menschen in Deutschland Geld für den Klimaschutz ausgeben. 66 Prozent der Haushalte können sich laut dem aktuellen Energiewendebarometer der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) eine Investition in klimaschonende Technologien wie vorstellen. 2025 lag dieser Anteil noch bei 59 Prozent, was der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2018 war.
Für Eigenheimbesitzer:innen kann die Investition in den Klimaschutz etwa die Anschaffung einer Wärmepumpe, einer Photovoltaikanlage oder einer Pelletheizung bedeuten. Auch Solarthermie und Elektroautos werden von der KfW zu den entsprechenden Technologien gezählt. Derzeit nutzen laut Energiewendebarometer bereits 14 Millionen Haushalte mindestens eine davon. Das entspricht etwa jedem dritten Haushalt. Weitere 5 Prozent planen innerhalb der nächsten 12 Monate eine entsprechende Investition.
Millionen Haushalte setzen bereits auf klimafreundliche Technik
Grundsätzlich ist die Zustimmung zur Energiewende weiterhin groß. 84 Prozent der befragten Privathaushalte bewerten den Wechsel von fossilen Energieträgern wie Öl, Gas und Kohle hin zu erneuerbaren Energien als wichtig oder sehr wichtig. Als einen möglichen Grund für die gestiegene Investitionsbereitschaft nennt KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher den außergewöhnlich heißen Sommer 2026, der die Bedeutung des Klimaschutzes erneut deutlich gemacht habe.
Dennoch ist der Umstieg längst nicht flächendeckend abgeschlossen. 63 Prozent der Haushalte heizen nach der KfW-Erhebung weiterhin mit Gas oder Öl. Wärmepumpen kommen auf einen Anteil von 9, Pelletheizungen auf 6 Prozent.
Weniger Spielraum für Investitionen bei niedrigen Einkommen
Gerade bei niedrigeren Einkommen fehlen nach Einschätzung der KfW häufig die finanziellen Möglichkeiten für Investitionen in klimafreundliche Technologien. Gleichzeitig sind diese Haushalte besonders häufig auf Öl- oder Gasheizungen angewiesen.
Damit trifft sie auch die CO₂-Bepreisung fossiler Energieträger stärker. Diese wird in Deutschland seit 2021 auf Heizöl und Erdgas aufgeschlagen und verteuert damit deren Nutzung. Anfang 2026 wurde der Preis für eine Tonne CO₂ von 55 Euro auf eine Spanne zwischen 55 und 65 Euro angehoben.
KfW-Chefvolkswirt Schumacher warnt deshalb davor, dass Haushalte mit geringeren Einkommen durch die steigenden CO₂-Kosten künftig überdurchschnittlich belastet werden könnten. Um mehr Menschen für den Umstieg auf klimafreundliche Technologien zu gewinnen, seien gezielte Förderangebote notwendig.