Heizölpreise vor dem Herbst: Jetzt kaufen oder lieber warten?
Die Heizölpreise liegen derzeit deutlich über dem Niveau vom Frühsommer. Gleichzeitig rechnen Expert:innen mit weiter steigenden Preisen vor Beginn der Heizsaison.
Am Dienstag, 25. August, lagen die durchschnittlichen Heizölpreise in Deutschland laut den Vergleichsportalen esyoil und Tecson bei rund 1,32 bzw. 1,38 Euro pro Liter. Damit sind die Preise im Verlauf der vergangenen Woche leicht zurückgegangen, befinden sich allerdings weiter auf hohem Niveau.
Vor zwei Monaten kostete der Liter im Schnitt noch etwa 23 Cent weniger. Für Hausbesitzer:innen mit Ölheizung ist die aktuelle Preisentwicklung besonders relevant, weil mit sinkenden Temperaturen auch die Nachfrage nach Heizöl steigt.
Generell sind die Heizölpreise im Frühjahr und im Sommer am niedrigsten. Die politische Lage in Nahost seit Ende Februar 2026 und insbesondere die Sperrung der Straße von Hormus haben allerdings zu starken Preissprüngen in diesem Jahr geführt:
Quelle: esyoil (Stand: 25.08.2026)
Experten warnen vor Preisanstiegen im Herbst
Aufgrund der internationalen, schnell wandelbaren Situation ist eine Prognose der Preisentwicklung schwierig. Allerdings rechnen Expert:innen mit weiteren Preissteigerungen. Das liegt laut Oliver Klapschus, Chef des Vergleichsportals HeizOel24, auch daran, dass im Sommer sehr wenig Heizöl bestellt wurde. Dadurch habe sich ein erheblicher Nachholbedarf bei der Bevorratung aufgebaut.
Heizöl-Experte Klaus Bergmann von esyoil rät Verbraucher:innen, die Heizöl kaufen müssen, jetzt nur einen Teil ihrer Tanks zu füllen. So ließe sich der aktuelle Bedarf vorerst decken, während die Möglichkeit erhalten bleibt, im kommenden Jahr bei möglicherweise niedrigeren Preisen nachzukaufen. Diese Meinung vertritt auch Klapschus trotz der aktuell hohen Einkaufspreise: „Wenn ich Öl zu diesem Preis bekomme, würde ich jetzt einen halben Tank auffüllen. Es ist absehbar, dass das Gewitter im September über uns hereinbricht.“
Entspannung könnte im Winter kommen
Wegen des kommenden Nachfragehochs von Haushalten, die ihre Heizölvorräte vor Beginn der Heizsaison auffüllen müssen, wird zunächst von steigenden Preisen ausgegangen. Nach der erwarteten Kaufwelle könnte sich die Situation jedoch wieder entspannen. Klapschus rechnet damit, dass die Preise um Weihnachten oder im Januar wieder nachgeben könnten.
Wer jetzt Heizöl bestellt, sollte Angebote verschiedener Händler vergleichen, denn je nach Anbieter und Region können die Preise deutlich variieren. Auch die Bestellmenge kann sich auf den Preis auswirken, da Händler bei größeren Abnahmemengen teilweise Rabatte gewähren. Verbraucher:innen sollten neben dem ausgewiesenen Literpreis außerdem auf zusätzliche Kosten, etwa für die Lieferung oder eine Kilometerpauschale, achten.