Gaspreise im Blick: So schätzt die Bundesnetzagentur die Lage ein
Wegen des Iran-Kriegs erwartet die Bundesnetzagentur moderate Gaspreissteigerungen. Viele Haushalte mit bestehenden Verträgen sind aber zunächst nicht betroffen.
Die Bundesnetzagentur rechnet infolge des Kriegs im Nahen Osten damit, dass die Gaspreise in Deutschland wieder leicht steigen könnten. Für viele Haushalte bleiben die Kosten dank laufender Verträge mit festen Konditionen jedoch zunächst stabil: Gaslieferverträge enthalten häufig Preisgarantien über 12 Monate oder mehr. Innerhalb dieses Zeitraums darf der vereinbarte Preis nicht erhöht werden, auch wenn sich die Marktpreise ändern.
Bei Neu- oder Anschlussverträgen könnten auf Verbraucher:innen künftig aber höhere Kosten zukommen. Laut Daten des Vergleichsportals Verivox fallen bei aktuellen Neukundentarifen im Mittel 9,7 Cent/kWh an.
Trotz der angespannten geopolitischen Lage sieht die Bundesnetzagentur derzeit keine Anzeichen für extreme Preissprünge wie nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022. Damals waren die Energiepreise innerhalb kurzer Zeit massiv gestiegen. „Zum Glück ist die heutige Situation mit der vor fünf Jahren nicht vergleichbar“, sagte Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).
„Mit Gas sorgsam umzugehen, ist nicht verkehrt.“
Obwohl die Versorgungslage aktuell stabil ist, ruft die Bundesnetzagentur weiterhin zu einem bewussten Umgang mit Gas auf. Müller betonte, Gas sei ein „wertvolles Gut“ und ein sparsamer Verbrauch sei grundsätzlich weiterhin sinnvoll. Eigenheimbesitzer:innen sollten ihren Gasverbrauch daher auch in den kommenden Monaten im Blick behalten.
Ebenfalls gibt es derzeit wenig Anlass zur Sorge bei den Strompreisen: Laut Bundesnetzagentur sind sie tendenziell rückläufig. Verantwortlich dafür sei der mittlerweile hohe Anteil kostengünstiger erneuerbarer Energien im Strommix. Tatsächlich zeigen sich die Strompreise seit mehr als zweieinhalb Jahren relativ stabil. Im Schnitt zahlen Neukund:innen nach Verivox-Angaben derzeit 25,5 Cent/kWh.