Wohnungseinbrüche steigen – So zahlt Prävention sich aus
Laut aktueller Kriminalstatistik sind die Einbruchszahlen wieder gestiegen. Doch dank Sicherungsmaßnahmen scheitern viele Einbruchsversuche.
Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland ist 2025 erneut gestiegen. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik wurden bundesweit 82.920 Fälle inklusive Versuchen registriert – ein Plus von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Umgerechnet entspricht das rund 227 Einbrüchen pro Tag.
Parallel dazu ist auch der finanzielle Schaden deutlich gewachsen: Der Wert des entwendeten Diebesguts lag bei 378,3 Millionen Euro. Die Aufklärungsquote blieb mit 14,1 Prozent weiterhin niedrig.
Keller und Nebenräume weniger betroffen
Die erfassten Fälle zeigen jedoch nur einen Teil des tatsächlichen Geschehens. Laut der Dunkelfeldstudie SKiD 2024 werden nur etwa 57 Prozent der Wohnungseinbrüche angezeigt. Dabei ist die Anzeigebereitschaft unterschiedlich ausgeprägt:
87 Prozent der vollendeten Taten werden gemeldet
bei versuchten Einbrüchen sind es nur 48 Prozent
Eine gegenläufige Entwicklung bei den Einbruchszahlen zeigt sich bei Diebstählen aus Keller-, Dachboden- und Waschräumen. Hier wurde 2025 ein Rückgang auf 92.870 Fälle verzeichnet. Das sind etwa 13,9 Prozent weniger Fälle als im Vorjahr. Dennoch bleiben Bargeld, Werkzeug und zunehmend auch hochwertige E-Bikes beliebte Ziele.
Einbrüche finden oft tagsüber statt
Entgegen einer verbreiteten Annahme passieren viele Einbrüche nicht nachts, sondern am Tag. 37,8 Prozent aller Wohnungseinbrüche wurden als Tageswohnungseinbrüche erfasst – insgesamt rund 31.300 Fälle. Besonders häufig schlagen Eindringlinge zu, wenn Bewohner:innen bei Arbeit, Schule oder Einkauf außer Haus sind.
Die tatsächliche Zahl könnte sogar noch höher liegen, da bei längerer Abwesenheit, etwa im Urlaub, der genaue Tatzeitpunkt oft nicht eindeutig bestimmt werden kann.
Viele Einbrüche scheitern an Sicherungen
Auffällig ist, dass fast jeder zweite Einbruchsversuch im Jahr 2025 scheiterte. 44,9 Prozent der Taten blieben im Versuchsstadium. Grund ist unter anderem, weil Täter auf Sicherheitstechnik stoßen oder durch aufmerksame Nachbar:innen abgeschreckt werden.
Als häufigste Einstiegspunkte gelten weiterhin Fenster, Terrassentüren und Wohnungseingangstüren. Experten betonen daher die Bedeutung mechanischer Sicherungen. Einbruchhemmende Fenster, Türen, Schlösser und Beschläge sind die wichtigste erste Barriere. Elektrische Systeme wie Alarmanlagen, Kameras und Smart-Home-Systeme können ergänzen, um Einbruchsversuche zu melden oder potenzielle Eindringlinge abzuschrecken.