So könnten sich Solaranlagen bald selbst reinigen
Forschende haben eine neue Beschichtung entwickelt, durch die sich Solarpanels bei Regen selbst von Schmutz befreien sollen.
Staub, Schmutz und Vogelkot können die Leistung von Solarmodulen deutlich verringern. Deshalb müssen PV-Anlagen bisher in bestimmten Abständen gereinigt werden, um eine möglichst hohe Stromproduktion sicherzustellen.
Forschende aus Schottland, China und Indien haben nun eine neue Beschichtung entwickelt, die Solarpanels künftig selbstreinigend machen könnte, ohne die Stromerzeugung zu beeinträchtigen. Für Eigenheimbesitzer:innen mit Photovoltaikanlage könnte das langfristig weniger Wartungsaufwand und stabilere Erträge bedeuten.
Zweischichtige Oberfläche sorgt für Selbstreinigung
Die neue Beschichtung basiert auf einem zweischichtigen Aufbau, der Wasser und Schmutzpartikel abweist. Bei Regen perlt das Wasser von der Oberfläche ab und nimmt dabei Verschmutzungen mit. Bislang funktionierte dieser natürliche Reinigungseffekt nur eingeschränkt. Die neue Lösung soll ihn deutlich effektiver machen.
Für die Beschichtung setzen die Forschenden unter anderem auf Siliziumdioxid, das auch in Sand oder Quarz vorkommt und vergleichsweise günstig ist. Zudem kommt sie ohne sogenannte PFAS (per- und polyfluorierte Alkylverbindungen), die oft als „ewige Chemikalien“ bezeichnet werden, da sie sich in der Umwelt nur sehr schwer abbauen.
Auch für bestehende Anlagen geeignet
Die Technologie ist nicht nur für neue Solarmodule gedacht. Laut Sudhagar Pitchaimuthu, stellvertretender Direktor für Energiematerialien und -technologie am Forschungszentrum für Kohlenstofflösungen der Heriot-Watt University in Edinburgh, wurde die Beschichtung so entwickelt, dass sie sowohl auf neue als auch nachträglich auf bereits installierte Solarzellen aufgetragen werden kann. Damit könnten auch ältere Anlagen von der Technik profitieren.
Bevor ein möglicher Markteintritt erfolgt, soll die Beschichtung unter realen Umweltbedingungen getestet werden. Geplant sind Versuche in sehr kalten, feuchten Regionen sowie unter Wüstenbedingungen. Die Forschenden gehen derzeit davon aus, dass die Technologie in etwa fünf Jahren marktreif sein könnte.