Pflege zu Hause: Dieses Angebot soll Angehörige entlasten
Die häusliche Pflege von an Demenz erkrankten Menschen kann Angehörige stark belasten. Die Universität Jena untersucht, welche Unterstützung sie benötigen.
Etwa 1,84 Millionen Menschen in Deutschland leben derzeit mit einer Demenzerkrankung. Die meisten von ihnen werden von Angehörigen zu Hause versorgt. Welche Belastungen dabei entstehen und welche Unterstützung Betroffene benötigen, untersucht nun ein Forschungsprojekt der Universität Jena. Für die bis Ende 2029 laufende Studie „AnDem-RoSe“ werden insgesamt 350 Menschen gesucht, die eine:n an Demenz erkrankte:n Angehörige:n zu Hause pflegen.
Pflege kann Angehörige stark belasten
Die häusliche Pflege von Menschen mit Demenz kann für Angehörige zu einer erheblichen Belastung werden. Neben der eigentlichen Pflege können unter anderem Erschöpfung, Stress, Schlafprobleme, Schuldgefühle und depressive Beschwerden auftreten. Hinzu kommen die emotionalen und organisatorischen Herausforderungen, die mit dem Krankheitsverlauf und dem veränderten Verhalten der erkrankten Person verbunden sind.
Das Forschungsteam der Universität Jena will deshalb herausfinden, welche Hilfe pflegende Angehörige im Alltag tatsächlich benötigen. Das Projekt wird von Psychotherapeut:innen des Instituts für Psychologie unter Leitung von Professorin Gabriele Wilz durchgeführt.
Angebot auch zur psychischen Unterstützung
„AnDem-RoSe“ steht für „Ressourcenrealisierung und Selbsthilfe für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz“. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Angehörige besser mit den Belastungen der häuslichen Pflege umgehen können.
Dazu gehören sowohl praktische Hilfestellungen für schwierige Alltagssituationen als auch Unterstützung beim Umgang mit eigenen Gefühlen. Das Forschungsteam berücksichtigt beispielsweise Stress, Schuldgefühle und das Gefühl, den Anforderungen der Pflege nicht gerecht zu werden. Die Unterstützung soll dazu beitragen, die Pflegesituation besser zu bewältigen, psychisch zu entlasten und Depressionen vorzubeugen.
Gespräche per Telefon oder Video
Teilnehmende führen im Rahmen der Studie Gespräche mit erfahrenen Psychotherapeut:innen über Telefon oder per Videotelefonie. Sie sollen die Angehörigen bei der Bewältigung ihrer Pflegesituation unterstützen.
Zusätzlich erfassen die Forschenden mithilfe verschiedener Fragebögen unter anderem Belastungssymptome, körperliche Beschwerden und die Lebensqualität der Teilnehmenden. Auf diese Weise soll untersucht werden, wie sich die Unterstützung auf die Situation der pflegenden Angehörigen auswirkt.
Informationen zur Teilnahme gibt es auf der Website des Projekts unter www.andemrose.uni-jena.de.