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Neue Wärmepumpen-Förderung sorgt für Ärger bei Heizungsbetrieben

Lesezeit: 3 min Claudia Mühlbauer

Heizungsinstallateure kritisieren die kurzfristige Kommunikation der Änderungen bei der Wärmepumpen-Förderung. Branchenvertreter warnen zudem vor möglichen Folgen für den Wärmepumpenmarkt.

Installateur arbeitet an einer Wärmepumpe

Ab dem 21. Juli gelten die neuen Bedingungen für die Heizungsförderung. Nach Bekanntgabe der Anpassungen versuchten viele Kund:innen noch, ihre Anträge zu den bisherigen Konditionen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einzureichen. Aufgrund der hohen Nachfrage kam es laut Berichten teilweise zu Problemen bei der Antragstellung.

Die KfW teilte inzwischen mit, dass Kund:innen mit einer bereits vorliegenden gültigen Antragsbestätigung ihre Anträge während der Übergangsphase bis zum 20. Juli noch zu den bisherigen Bedingungen einreichen können.

Die maximal förderfähigen Kosten liegen künftig bei 28.000 Euro pro Wohneinheit. Haushalte mit geringem Einkommen werden zwar stärker unterstützt, mit höherem Einkommen sinkt der maximale Zuschuss bei einer Wärmepumpe jedoch deutlich. Ab Anfang 2027 sollen die Zuschüsse für alle Antragsteller:innen zudem in Halbjahresschritten weiter sinken.

Heizungsfirmen kritisieren kurzfristige Änderungen

Viele Heizungsbauer kritisieren vor allem die kurzfristige Bekanntgabe der neuen Förderbedingungen. Lutz Spring, Gründer und Geschäftsführer eines Wärmepumpen-Fachbetriebs in Oranienburg, berichtet von zahlreichen verunsicherten Kund:innen, die wissen wollen, ob ihre geplante Wärmepumpe noch wie vorgesehen umgesetzt werden kann. Einige hätten bereits Angebote unterschrieben und müssten nun mit einer geringeren Förderung rechnen.

Die Änderungen bedeuten laut Branchenvertretern auch für die Betriebe zusätzlichen Aufwand. Viele Installateure mussten kurzfristig Fragen von Kund:innen beantworten, obwohl sie selbst zunächst nur wenige Informationen zu den neuen Regelungen hatten und diese erst aus den Medien und über Fachverbände zusammentragen mussten.

Hohe Installationskosten für Wärmepumpen in Deutschland

Das Bundeswirtschaftsministerium begründet die Anpassungen unter anderem mit der Höhe der Installationskosten von Wärmepumpen im europäischen Vergleich. Heizungsbauer widersprechen jedoch der Annahme, dass die Preise vor allem durch hohe Margen der Betriebe entstehen.

Tobias Klug von nuuEnergy sieht einen wesentlichen Grund in den umfangreichen Vorgaben und bürokratischen Anforderungen beim Einbau. Dazu zählen laut seiner Einschätzung unter anderem der häufig notwendige Austausch des Zählerkastens, spezielle Anforderungen bei der Befüllung der Anlage, der hydraulische Abgleich und Vorgaben zur Platzierung des Außengeräts.

In anderen Ländern würden viele dieser Anforderungen nicht gelten, wodurch Installationen dort günstiger ausfallen könnten. Auch die Angebotserstellung sei in Deutschland aus diesem Grund aufwendiger. Betriebe müssten viel Zeit in Planung und Beratung investieren, ohne sicher zu wissen, ob sie den Auftrag erhalten.

Auch das Energieunternehmen Enpal sieht die Begründung des Ministeriums kritisch. Es sei zu einfach anzunehmen, dass sich die deutschen Preise für Wärmepumpeninstallationen auf das Niveau anderer Länder wie Großbritannien senken ließen. Dort seien unter anderem Lohnkosten, Bauvorgaben, technische Anforderungen und Gebäudestandards niedriger.

Fachgerechte Planung bleibt entscheidend

Spring weist außerdem darauf hin, dass Wärmepumpen nicht direkt mit klassischen Öl- oder Gasheizungen verglichen werden können. Denn während bei diesen der Einbau unabhängig von der Gebäudesituation möglich sei, müsse eine Wärmepumpe genau auf das Gebäude, dessen Größe und den jeweiligen Energiebedarf abgestimmt werden.

Fehle diese Planung, könne die Anlage ineffizient arbeiten, das Gebäude nicht ausreichend erwärmen oder schneller verschleißen. Eine fachgerechte Installation verursache zwar Kosten, könne aber langfristig verhindern, dass bereits nach wenigen Jahren unter schlechteren Förderbedingungen erneut investiert werden müsse.

Einige Branchenvertreter rechnen trotz der gekürzten Förderung zunächst mit einem Vorzieheffekt. Viele Verbraucher:innen könnten geplante Projekte schneller umsetzen, weil sie weitere Verschlechterungen der Förderbedingungen befürchten. Langfristig erwartet die Branche jedoch schwierigere Bedingungen für den Wärmepumpenmarkt. Besonders kleinere oder weniger etablierte Betriebe könnten durch die starken Schwankungen bei Förderbedingungen und Nachfrage unter Druck geraten.

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