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Neue Gasheizung einbauen? Studie zeigt langfristiges Kostenrisiko

Lesezeit: 3 min Claudia Mühlbauer

Eine neue Studie zeigt, dass das Kostenrisiko mit dem Einbau neuer Öl- und Gasheizungen steigt. Demnach könnten sich die jährlichen Heizkosten bis 2040 nahezu verdoppeln.

Nahansicht von Komponenten einer Gasheizung in einem Heizungskeller

Wer heute eine neue Gas- oder Ölheizung einbaut, muss laut einer bisher unveröffentlichten Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW Köln) langfristig mit deutlich höheren Heizkosten rechnen. Bei einem durchschnittlichen Haushalt in einer teilsanierten Altbauwohnung mit einem Jahresverbrauch von 10.000 Kilowattstunden könnten die Kosten auf etwa 1.952 Euro im Jahr 2040 steigen. 2026 liegen sie im gleichen Szenario nur etwa bei 1.080 Euro.

Wird stattdessen eine Wärmepumpe eingebaut, bleiben die Heizkosten der Berechnung zufolge über viele Jahre weitgehend konstant. Im Vergleich zur Gasheizung könnten dadurch jedes Jahr mehrere Hundert Euro eingespart werden. Bei Wohnungen wie im berechneten Basisszenario liegt die mögliche Ersparnis sogar bei 1.000 Euro pro Jahr oder mehr.

Einschätzung von Swen Dreßen, Experte für energieeffizientes Wohnen bei Aroundhome

„Die Entscheidung für eine neue Heizung sollte nicht nur die kurzfristigen Investitionskosten berücksichtigen, sondern auch die langfristige Kostenentwicklung. Auch nach der Anpassung der Förderung bleibt der Umstieg auf eine Wärmepumpe in vielen Fällen absolut sinnvoll. Die Förderung kann die Investition weiterhin deutlich unterstützen – mit bis zu 80 Prozent Zuschuss werden vor allem Familien sowie kleine und mittlere Einkommen gezielt entlastet. Eine Wärmepumpe schützt Sie langfristig vor steigenden CO₂-Kosten. Eine strukturierte Prüfung mit einem regionalen Fachbetrieb schafft Transparenz darüber, welche Lösung für Ihr Gebäude optimal ist.“

Neue Regelungen erhöhen Kostenrisiko bei fossilen Heizungen

Hintergrund der Berechnungen sind die Regelungen des neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG). Zwar haben Eigentümer:innen künftig mehr Freiheit bei der Wahl einer neuen Heizung, weil die bisherige Vorgabe entfällt, dass neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Gleichzeitig steigt laut IW aber die Verantwortung für die langfristigen Kostenfolgen der Entscheidung.

Denn neue Gas- und Ölheizungen sollen künftig schrittweise mit wachsenden Anteilen klimafreundlicher Brennstoffe betrieben werden. Nach Einschätzung des Instituts können diese Vorgaben die Heizkosten deutlich erhöhen.

Biomethan könnte Heizkosten besonders stark verteuern

Für die Berechnungen berücksichtigt das IW aktuelle Prognosen für die Preise von Gas, Öl und Biomethan sowie die erwartete Entwicklung der CO₂-Kosten und der Gasnetzentgelte. Veränderungen beim Energieverbrauch wurden dabei nicht einbezogen.

Als besonders großer Kostentreiber erweist sich laut Studie der verpflichtende Einsatz von Biomethan. Bei der Beispielrechnung für eine teilsanierte Altbauwohnung entfallen mehr als 70 Prozent der zusätzlichen Kosten auf diesen Brennstoff. Auch höhere Netzentgelte und steigende CO₂-Kosten tragen zu den Mehrbelastungen bei.

Zudem weist das IW auf eine größere Unsicherheit bei den künftigen Heizkosten hin. Grund dafür sei vor allem die schwer vorhersehbare Verfügbarkeit und Preisentwicklung von Biomethan.

IW warnt vor langfristigen Fehlentscheidungen

Das Institut bewertet die neuen Regelungen kritisch. Nach Einschätzung der Forschenden könnte der Eindruck entstehen, dass neue Gas- oder Ölheizungen auch langfristig eine sichere Lösung bleiben. Dies steht aus Sicht des IW jedoch nicht im Einklang mit dem Ziel, Deutschland bis spätestens 2045 klimaneutral zu machen.

Die Forschenden warnen deshalb davor, dass Haushalte Investitionen treffen könnten, die zwar kurzfristig zulässig sind, sich langfristig aber als wirtschaftlich nachteilig oder aufgrund künftiger Vorgaben als nicht zukunftsfähig erweisen.

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