Meilenstein der Wärmewende? So heizt Deutschland heute
2025 wurden in Deutschland erstmals mehr Wärmepumpen als Gasheizungen verkauft. Auch bei der kommunalen Wärmeplanung gibt es deutliche Fortschritte.
Die Wärmewende im Gebäudesektor hat im vergangenen Jahr deutlich an Tempo gewonnen: Erstmals wurden mehr Wärmepumpen als Gasheizungen verkauft, wie der aktuelle Updatebericht zum dena-Gebäudereport 2026 zeigt:
Rund 48 Prozent der verkauften Heizsysteme waren Wärmepumpen, was etwa 299.000 Geräten entspricht.
Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 27 Prozent.
Gasheizungen machten im Vergleich dazu nur noch 44 Prozent der verkauften Heizgeräte aus.
Etwa 87 Prozent aller Anträge für die Heizungsförderung entfielen auf Wärmepumpen.
Insgesamt stieg die Zahl der geförderten Maßnahmen im Wohngebäudebereich um 47 Prozent auf annähernd 538.000. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) trägt damit maßgeblich zur Umstellung auf klimafreundlichere Heizsysteme bei.
Kommunale Wärmeplanung kommt voran
Deutliche Fortschritte gibt es auch bei der kommunalen Wärmeplanung, wie Daten des Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende zeigen. Bis Ende des ersten Quartals 2026 hatten etwa 56 Prozent der Städte mit mehr als 100.000 Einwohner:innen ihre Wärmepläne erstellt. Weitere 44 Prozent befanden sich zu diesem Zeitpunkt zumindest im laufenden Prozess.
In Kommunen mit 10.000 bis 100.000 Einwohner:innen liegt der Anteil noch höher: Hier haben bereits 84 Prozent mit der Planung begonnen oder sie abgeschlossen. In kleineren Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohner:innen lag der Anteil bei 49 Prozent, wobei die Frist hier noch bis Mitte 2028 läuft.
Förderung und politische Rahmenbedingungen stützen den Trend
Die Deutsche Energie-Agentur sieht vor allem im steigenden Einsatz von Wärmepumpen eine Möglichkeit, die Abhängigkeit von schwankenden Energiepreisen zu verringern. Entscheidend für den weiteren Fortschritt der Wärmewende seien verlässliche Förderbedingungen, klare gesetzliche Vorgaben und eine schnelle Umsetzung des geplanten Gebäudemodernisierungsgesetzes, um Investitionssicherheit zu schaffen und die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen.
Der Nachfolger des Gebäudeenergiegesetzes soll laut Plänen der Bundesregierung noch im Juli vom Bundestag beschlossen werden. Kritiker:innen des aktuellen Gesetzentwurfs zweifeln jedoch die Verfassungsmäßigkeit der aktuellen Reformpläne an.