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Das E-Auto als Hausspeicher: Was steckt dahinter?

Lesezeit: 2 minLina Strauss

Immer mehr Automobilhersteller ermöglichen es, das Elektroauto als mobilen Stromspeicher für das eigene Haus zu nutzen.

Ladesäule mit angeschlossenem Ladestecker und E-Auto im Hintergrund

Immer mehr Automobilhersteller verwandeln Elektroautos in mobile Stromspeicher für das Eigenheim. So bietet beispielsweise der Automobilhersteller Mercedes-Benz in Zusammenarbeit mit dem Dienstleister The Mobility House ab Oktober 2026 ein Paket für das bidirektionale Laden an. Damit können Haushalte die Batterie ihres Elektroautos nutzen, um am Strommarkt teilzunehmen. Diese Technologie wird als Vehicle-to-Grid (V2G) bezeichnet. Fahrzeughalter:innen stellen Batteriekapazität zur Verfügung und erhalten dafür eine Vergütung. Wenn sehr viele Elektroautos diese Technik nutzen, könnten sie künftig zusammen das Stromnetz entlasten. In der Praxis sind nun die ersten Angebote für Privatpersonen verfügbar.

Ladestation und Stromtarif

Das neue Gesamtpaket besteht aus einer Gleichstromladestation, einer App zur Steuerung und einem passenden Stromtarif. Für jede Stunde, in der das Fahrzeug mit der Ladestation verbunden ist, zahlt das Unternehmen eine Gutschrift von 11,75 Cent. Wer sein Auto im Alltag durchschnittlich zwölf Stunden täglich ansteckt, kann mehr als 500 Euro Bonus pro Jahr erhalten. Das Paket kostet regulär 2.990 Euro.

Hürde für Anlagenbetreiber:innen

Das neue Angebot richtet sich zunächst nur an Haushalte ohne eigene Photovoltaikanlage. Bislang ist es technisch nicht möglich, exakt zu unterscheiden, ob die Autobatterie mit Strom aus dem Netz oder mit selbst produziertem Sonnenstrom geladen wurde. Bei einer Vermischung würden Anlagenbetreiber:innen ihre finanzielle Förderung aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verlieren.

Die Bundesnetzagentur hat dieses Problem im Oktober 2026 mit neuen Regeln für die Nutzung von Stromspeichern gelöst. Die Vorgaben sehen Verfahren vor, die künftig eine genaue Abgrenzung der verschiedenen Stromarten ermöglichen. Die zuständigen Netzbetreiber haben bis Ende September 2027 Zeit, um diese neuen Regeln umzusetzen.

Hohes Interesse bei Haushalten

Die Idee des bidirektionalen Ladens stößt auf große Zustimmung, wie eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom vom August 2026 zeigte. Die Befragung von 1.002 Haushalten ergab:

  • Rund 64 Prozent der befragten Haushalte fänden es grundsätzlich praktisch, ein Elektroauto als Stromspeicher zu nutzen.

  • Rund 77 Prozent geben an, dass sie sich bei einem Stromausfall durch einen solchen mobilen Speicher sicherer fühlen würden.

  • Für 55 Prozent der Befragten werden Elektroautos durch diese zusätzliche Funktion attraktiver.

Nahaufnahme von blauen Solarmodulen mit einem klaren Rastermuster, beleuchtet von hellem Sonnenlicht. Die Module gehören zu einer Solaranlage auf einem Wohnhaus und erzeugen erneuerbare Energie zur nachhaltigen Stromversorgung.
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