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Baustoff-Knappheit: Sand, Kies und Schotter werden immer teurer

Lesezeit: 2 min Lina Strauss

Einfache Baustoffe werden knapp. Wer derzeit baut oder saniert, muss mit höheren Materialkosten und Bauverzögerungen rechnen.

Zement wird auf Baustelle aufgetragen.

Für einfache Baustoffe wie Sand, Kies und Schotter gibt es in Deutschland derzeit einen Versorgungsengpass. Wer aktuell ein Haus baut, saniert oder modernisiert, muss mit Preissteigerungen und Verzögerungen rechnen. Die Grundbausteine nahezu jedes Bauprojekts werden zunehmend zur Mangelware, da die genehmigten Abbauflächen schrumpfen. Bauunternehmen müssen das Material daher über weite Strecken transportieren oder importieren. Dies verlängert nicht nur die Wartezeiten für Hausbesitzer:innen, sondern treibt auch die Materialkosten und den CO2-Ausstoß in die Höhe.

Warum Sand, Kies und Schotter immer knapper werden

Obwohl Deutschland über ausreichende Vorkommen an Sand und Kies verfügt, gerät der Abbau zunehmend ins Stocken. Viele bestehende Kiesgruben und Steinbrüche sind erschöpft. Gleichzeitig blockieren langwierige Genehmigungsverfahren die Erschließung neuer Flächen. Laut Matthias Frederichs vom Bundesverband Baustoffe - Steine und Erden (BBS) dauert es teilweise bis zu 15 Jahre, bis neue Abbaugebiete genehmigt werden. Gegenüber der Tagesschau spricht er deshalb von einer „Genehmigungsknappheit“, die zu existentiellen Risiken bei Unternehmen führe. Erschwerend kommt hinzu, dass die Betreiber mit anderen Nutzungsinteressen um die Flächen konkurrieren, etwa dem Ausbau von Wind- und Solarenergie oder Naturschutzgebieten.

Preissteigerungen bei fast allen Baustoffen

Der Rohstoffmangel macht sich auch bei den Kosten für Baumaterialien bemerkbar. Laut Berichten der Tagesschau hat sich der Preis für Bausand in den vergangenen fünf Jahren um 44,1 Prozent verteuert. Die Preise für Baukies stiegen um 45,4 Prozent und für Kalkstein zur Zementherstellung sogar um 53,6 Prozent. Daneben verteuerten sich im selben Zeitraum laut Statistischem Bundesamt auch andere energieintensiv hergestellte Baumaterialien, wie das zur Dachabdichtung genutzte Bitumen oder Flachglas für Fenster. Bis auf Holz lagen nahezu alle Baumaterialien im Jahr 2025 deutlich über dem Niveau wie vor der Energiekrise 2022.

Recycling-Baustoffe als Lösung für den Engpass

Als Lösung für den Engpass gilt der verstärkte Einsatz von Recycling-Baustoffen. Anstatt alten Bauschutt auf Deponien zu entsorgen, wird das Material zerkleinert, aufbereitet und als vollwertiger Baustoff wieder in den Kreislauf eingeführt. Im privaten Bereich wird beispielsweise bereits häufiger Recycling-Beton (R-Beton) verwendet, bei dem aufbereiteter Bauschutt den Kies oder Schotter ersetzt. Das ist ressourcen- und energieschonender. Hauseigentümer:innen können eine Energieberatung in Anspruch nehmen, um sich zum Einsatz alternativer Baustoffe beraten zu lassen.

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