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Aktuell stabile Bauzinsen: Was das für die Baufinanzierung bedeutet

Lesezeit: 2 min Lina Strauss

Die Bauzinsen liegen aktuell bei rund 4 Prozent. Wer in den nächsten Jahren eine Anschlussfinanzierung benötigt, sollte jetzt prüfen, was sinnvoll ist.

Hausbau mit Gerüst

Nach turbulenten Monaten am Finanzmarkt haben sich die Zinsen für Baufinanzierungen bei um die vier Prozent stabilisiert. Laut dem aktuellen Interhyp-Bankenpanel prognostiziert die Mehrheit der befragten Institute langfristig gleichbleibende Bauzinsen auf diesem Niveau. Zwar hat die Europäische Zentralbank (EZB) kürzlich den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent angehoben. Laut der Branchenexpert:innen war dieser Schritt an den Kapitalmärkten jedoch bereits im Vorfeld eingepreist.

Da die Inflation und die globale geopolitische Lage die Märkte weiterhin belasten, ist ein baldiger Zinsrückgang unwahrscheinlich. „Wer also eine Immobilie finanzieren möchte, sollte nicht auf sinkende Zinsen spekulieren. Das gilt sowohl für Erstkäufer:innen als auch für Menschen, die eine Anschlussfinanzierung brauchen“, rät Oranus Mahmoodi, Immobilienexpertin bei ImmoScout24.

Trotz Zinsanstieg: Anschlussfinanzierungen bleiben tragbar

Für Immobilienbesitzer:innen, deren Zinsbindung in absehbarer Zeit ausläuft, bedeutet das aktuelle Niveau oft einen deutlichen Zinssprung bei der Anschlussfinanzierung. Dennoch gibt der Kreditvermittler Interhyp Entwarnung: Eine aktuelle Auswertung zeigt, dass die monatliche Belastung bei der Anschlussfinanzierung für die meisten Haushalte im Durchschnitt nicht steigt, sondern sogar leicht sinkt.

Dafür gibt es laut Interhyp drei Hauptgründe:

  • Die ursprünglichen Kreditsummen waren vor rund zehn Jahren noch deutlich geringer als bei heutigen Erstfinanzierungen.

  • Zudem nutzten viele Käufer:innen die damalige Niedrigzinsphase für hohe Tilgungsraten, wodurch die jetzige Restschuld oft erfreulich niedrig ausfällt.

  • Hinzu kommen zumeist gestiegene Haushaltsnettoeinkommen, die die finanzielle Situation der Eigentümer:innen zusätzlich stabilisieren.

„Trotz der gestiegenen Bauzinsen sehen wir aktuell keine breite Überforderung bei Anschlussfinanzierungen“, fasst Jörg Utecht, Vorstandsvorsitzender der Interhyp Gruppe, zusammen. Der Anteil der kritischen Fälle liege branchenweit bei unter einem Prozent.

Expert:innen raten zu frühzeitiger Vorbereitung

Um sich die bestmöglichen Konditionen bei Bauzinsen zu sichern, ist eine rechtzeitige Planung entscheidend. Utecht rät Immobilienbesitzer:innen dazu, bereits zwei bis drei Jahre vor Ablauf der Zinsbindung aktiv zu werden und die Angebote verschiedener Kreditinstitute zu vergleichen.

Für Haushalte, die das Risiko künftig steigender Bauzinsen ausschließen möchten, verweist Max Herbst, Finanzexperte beim Portal FMH, auf das sogenannte Forward-Darlehen. Mit diesem Instrument können sich Eigentümer:innen das aktuelle Zinsniveau gegen einen Zinsaufschlag bis zu 60 Monate im Voraus vertraglich garantieren lassen.

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