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Wärmepumpe der Zukunft: Start-up entwickelt Technik ganz ohne Kompressor und Kühlmittel

Lesezeit: 3 min Lina Strauss
Mechaniker überprüft Kältemittel in einer Wärmepumpe mit einem Manometer

Das Start-up Qurie aus Freiburg entwickelt eine neuartige Wärmepumpe auf Festkörperbasis, die weder einen lauten Kompressor noch brennbare, giftige oder klimaschädliche Kältemittel benötigt. Die neue Technik verspricht, das Heizen für Hauseigentümer:innen künftig leiser, sicherer und effizienter zu machen.

Das zentrale Herzstück fast aller gängigen Wärmepumpen und Kühlschränke ist der Kompressor. Er verdichtet ein Kältemittel und erzeugt dabei das typische Brummen. Qurie will dieses Bauteil nun überflüssig machen. Das Anfang 2026 gegründete Start-up setzt stattdessen auf eine neue Herangehensweise, bei der feste Materialien und Strom die Arbeit des Kompressors übernehmen.

Strom statt Druck: So funktioniert die neue Technik

Das Start-up Qurie wurde von Wissenschaftler:innen des Fraunhofer-Instituts für Physikalische Messtechnik (IPM) gegründet, wo bereits seit über zehn Jahren an dieser neuartigen Technologie geforscht wird. Anstatt Kältemittel unter Druck zu setzen, nutzt ihre Technik sogenannte elektrokalorische Materialien wie spezielle Kunststoffe oder Keramiken. Werden diese Festkörper einem elektrischen Feld ausgesetzt, erwärmen sie sich. Schaltet man den Strom wieder ab, kühlen sie aus.

Um diese Wärme für den Heiz- oder Kühlkreislauf nutzbar zu machen, verwendet das Start-up ein patentiertes Konzept für Vakuumröhren, sogenannte Heatpipes. Darin verdampft und kondensiert eine harmlose Flüssigkeit wie Wasser, wodurch die Wärme abtransportiert wird. So entsteht ein Wärmekreislauf mit zwei entscheidenden Vorteilen: Er kommt ohne brummende Verdichterteile aus und macht giftige, brennbare oder klimaschädliche Kältemittel überflüssig.

Die Vorteile: Ein leiser, sicherer und effizienter Betrieb

Für die Praxis in Wohngebieten bringt der Verzicht auf den Kompressor und klassische Kältemittel entscheidende Vorteile mit sich:

  • Ohne den mechanischen Verdichter arbeitet die Wärmepumpe nahezu geräuschlos.

  • Da das System mit festen Bauteilen und Wasser arbeitet, werden weder brennbare Gase wie Propan noch ozonschädigende Kältemittel benötigt.

  • Herkömmliche Kompressoren erreichen derzeit etwa 50 Prozent des theoretisch möglichen Wirkungsgrades. Die Festkörper-Technik könnte perspektivisch auf 70 Prozent kommen. Das neue System verbraucht also weniger Energie, was die Stromrechnung senkt.

Wann kommt die Technologie in den Heizungskeller?

Bis Hauseigentümer:innen ihre alte Heizung durch eine neuartige festkörperbasierte Wärmepumpe ersetzen können, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Aktuell funktioniert das Konzept bei geringen Leistungen von bis zu 100 Watt. Damit die Technik ein ganzes Einfamilienhaus heizen kann, muss die Leistung auf etwa zehn Kilowatt gesteigert werden. Bis 2028 plant das Unternehmen erste kommerzielle Pilotprodukte, konzentriert sich dabei aber vorerst auf kleine Nischenmärkte in der Industrie, wie etwa die Kühlung von Schaltschränken. In der Folge sollen auch Klimaanlagen und Wärmepumpen für Häuser entwickelt werden.

Monteur arbeitet an einer Wärmepumpe, die an einer Hausfassade steht.
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