Sonnenschutz im Eigenheim: Welche Regeln und Förderungen jetzt gelten
Heiße Sommer machen einen effektiven Hitzeschutz für Immobilien immer wichtiger. Der Staat unterstützt den Einbau von Rollläden und Markisen mit Fördergeldern.
Um Wohngebäude vor extremer Sommerhitze zu schützen, unterstützt der Staat den Einbau von außenliegenden Rollläden und Markisen mit Förderungen. Hitze in Innenräumen wird besonders für ältere oder kranke Menschen schnell zum Gesundheitsrisiko. Expert:innen raten deshalb dazu, Sonnenstrahlen schon vor der Glasscheibe abzufangen, bevor sich die Räume aufheizen können. Das steigert nicht nur den Wohnkomfort, sondern auch den Immobilienwert. Damit die Kosten für Hauseigentümer:innen überschaubar bleiben, stellen Bund und Förderbanken verschiedene Zuschüsse und zinsgünstige Kredite bereit.
Diese Sonnenschutz-Systeme sind förderfähig
Förderfähig ist außenliegender Sonnenschutz wie Rollläden, Fensterläden, Jalousien, Raffstores und Markisen. Eine Voraussetzung für die staatliche Hilfe ist eine automatische Steuerung. Diese Technik passt die Anlagen selbstständig an das Sonnenlicht an und ermöglicht eine bequeme, zentrale Bedienung.
Für Sonnenschutzvorrichtungen, die direkt zwischen den Fensterscheiben liegen, gilt eine Sonderregel. Der Staat bezuschusst diese als Einzelmaßnahme nur, wenn gleichzeitig die kompletten Fenster ausgetauscht werden. Bei einer umfassenden Sanierung zu einem Effizienzhaus erhalten Hauseigentümer:innen die finanzielle Förderung jedoch für beide Varianten.
Aktuelle Fördermöglichkeiten für sommerlichen Wärmeschutz
Wer in den Sonnenschutz investiert, kann folgende staatliche Hilfen in Anspruch nehmen.
BAFA-Zuschüsse: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) übernimmt 15 Prozent der Kosten für außenliegende Sonnenschutzsysteme, sofern diese über eine automatische Steuerung verfügen. Ist die Maßnahme Teil eines professionellen Sanierungsfahrplans, steigt der Zuschuss auf 20 Prozent (maximal 12.000 Euro).
KfW-Kredite: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergibt zinsvergünstigte Ergänzungskredite von bis zu 120.000 Euro pro Wohneinheit. Wer sein Haus umfassend zum Effizienzhaus saniert, kann sogar Kredite bis zu 150.000 Euro inklusive Tilgungszuschuss erhalten.
Steuerbonus: Alternativ zu den direkten Förderungen lassen sich bis zu 20 Prozent der Sanierungskosten (maximal 40.000 Euro) über drei Jahre hinweg von der Einkommensteuer absetzen. Die Immobilie muss dabei mindestens zehn Jahre alt sein und von den Eigentümer:innen selbst bewohnt werden.
Klare Vorgaben für Eigentümergemeinschaften
Wohnungseigentümer:innen müssen bei Wärmeschutzmaßnahmen bestimmte Regeln einhalten. Wer etwa einen Sonnenschutz an der Fassade montiert, greift in das Gemeinschaftseigentum ein. Der Verband „Wohnen im Eigentum“ (WiE) nennt dafür folgende Grundregeln:
Rollläden, Außenjalousien und Markisen: Außenliegender Schutz verändert die Fassade und erfordert eine einfache Mehrheit in der Eigentümerversammlung.
Sonnenschutzfolien: Wenn die Folien die Fassade optisch beeinträchtigen oder Spiegeleffekte die Nachbar:innen stören, kann die Eigentümergemeinschaft die Entfernung fordern.
Innenliegender Schutz: Werden Plissees klemmend ohne Bohren befestigt, ist das ohne Erlaubnis möglich. Für Bohrlöcher im Rahmen müssen die Miteigentümer:innen zustimmen.
Klimaanlagen: Die Außengeräte einer Klimaanlage werden an der Fassade angebracht. Dafür brauchen Wohnungseigentümer:innen ebenfalls eine einfache Mehrheit.
Gebäudebegrünung: Fassaden- und Dachbegrünungen verändern das Gemeinschaftseigentum. In der Regel setzt die Eigentümergemeinschaft solche Projekte gemeinsam um. Sollen alle dafür zahlen, ist eine doppelt qualifizierte Mehrheit nötig.
Schutz vor Hitze lohnt sich finanziell
Investitionen in Rollläden, Markisen oder Fensterläden rechnen sich für Eigentümer:innen meist doppelt. Der Immobilienverband Deutschland (IVD) weist darauf hin, dass Hitzeschutz nicht nur kühlt, sondern auch die Bausubstanz schont und den Wert der Immobilie langfristig steigert. „Immobilien, die auch bei 35 Grad im Schatten komfortabel bewohnbar sind, werden künftig stärker nachgefragt – das wird sich auch im Preis widerspiegeln“, so der IVD-Sprecher Stephen Paul.