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Netzentgelte: Warum Strom wieder teurer werden könnte

Lesezeit: 3 min Claudia Mühlbauer

Der Bund will den Zuschuss zu den Stromnetzentgelten im kommenden Jahr kürzen. Dadurch könnten sich die Strompreise für Haushalte leicht erhöhen.

Strommasten auf grüner Wiese vor bewölktem Himmel

Stromkund:innen müssen 2027 voraussichtlich mit einer geringeren Entlastung bei den Netzentgelten rechnen. Grund ist ein geplanter niedrigerer Zuschuss des Bundes zu den Übertragungsnetzkosten. Der Regierungsentwurf für den Klima- und Transformationsfonds (KTF) sieht dafür im kommenden Jahr etwa 5,5 Milliarden Euro vor. 2026 waren es noch 6,5 Milliarden Euro. Das entspräche einer Kürzung um fast 15 Prozent.

Nach Einschätzung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) dürfte die Entlastung bei den Netzentgelten dadurch 2027 schwächer ausfallen. Wie stark sich die Strompreise für einzelne Haushalte verändern, lasse sich aber erst beurteilen, wenn die konkreten Netzentgelte und weitere Preisbestandteile feststehen. Die vorläufigen Netzentgelte für 2027 sollen am 1. Oktober veröffentlicht werden.

Geringe Mehrkosten für Haushalte erwartet

Die Netzentgelte machen etwa ein Viertel des Strompreises aus. Sie werden von den Netzbetreibern für die Nutzung der Stromnetze erhoben und finanzieren unter anderem Betrieb, Wartung und Ausbau der Infrastruktur. Laut dem Vergleichsportal Verivox hat der bisherige Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro die Niederspannungsnetzentgelte 2026 um rund 1,7 Cent pro Kilowattstunde netto gesenkt.

Sollte der Zuschuss um eine Milliarde Euro sinken, könnten die Netzentgelte um etwa 0,25 Cent pro Kilowattstunde netto steigen. Der durchschnittliche Strompreis für Haushalte könnte sich dadurch um etwa 1 Prozent erhöhen.

Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden würden die Mehrkosten laut Verivox bei rund 12 Euro pro Jahr liegen. Paare mit einem Verbrauch von 2.800 Kilowattstunden müssten mit etwa 8 Euro mehr rechnen, bei einem Single-Haushalt mit 1.500 Kilowattstunden wären es etwa 5 Euro.

Ausbau der Netze treibt die Kosten

Die Netzentgelte sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Ein wesentlicher Grund dafür sind die hohen Investitionen in den Ausbau der Stromnetze, die im Zuge der Energiewende notwendig sind. Tausende Kilometer neue Leitungen sollen unter anderem dafür sorgen, dass Windstrom aus dem Norden in die Verbrauchszentren im Süden transportiert werden kann.

Der BDEW weist darauf hin, dass der Bundeszuschuss zunächst die Netzentgelte der Übertragungsnetzbetreiber reduziert. Die Entlastung wirkt sich anschließend auch auf die nachgelagerten Verteilnetze aus. Wie stark Haushalte davon profitieren, hängt vom jeweiligen Netzgebiet ab. Laut Verivox sind Regionen mit hoher eigener Stromerzeugung weniger abhängig von den Übertragungsnetzentgelten. Dort könnten die Auswirkungen der Kürzung entsprechend geringer ausfallen als in Gebieten mit weniger eigener Stromproduktion.

BDEW fordert niedrigere Stromsteuer

Neben den Netzentgelten machen vor allem Steuern, Abgaben und Umlagen einen großen Anteil am Strompreis aus. Sie liegen laut BDEW durchschnittlich bei rund 34 Prozent. Der Verband fordert deshalb eine Senkung der Stromsteuer für alle Verbraucher:innen auf das europäische Mindestmaß von 0,1 Cent pro Kilowattstunde. Aktuell liegt die Stromsteuer für Haushalte bei 2,05 Cent pro Kilowattstunde. Eine solche Senkung würde laut BDEW direkt bei allen Stromkund:innen ankommen.

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