Wände und Decken professionell tapezieren lassen: Leistungen, Abläufe und Materialien im Überblick
Professionelle Tapezierarbeiten umfassen mehr als nur das Anbringen neuer Tapetenbahnen. Ein Malerbetrieb übernimmt auch das Entfernen alter Tapeten, Spachtel- und Grundierarbeiten sowie die fachgerechte Vorbereitung des Untergrunds. Erfahren Sie, welche Tapetenarten sich für verschiedene Räume eignen und mit welchen Kosten und welchem Zeitaufwand Sie rechnen sollten.
Welche Arbeiten übernehmen Malerbetriebe beim Tapezieren?
Ein Malerfachbetrieb übernimmt beim Tapezieren alle Arbeiten von der Vorbereitung des Raumes bis zur abschließenden Qualitätskontrolle. Dazu gehören:
Besichtigung und Beurteilung des Untergrunds: Prüfung auf Unebenheiten, Risse, Feuchtigkeit, alte Farbschichten oder schlecht haftende Tapeten
Vorbereitung des Raumes: Abdecken von Böden und Möbeln sowie gegebenenfalls Demontage von Steckdosen, Schaltern und Leuchten
Entfernen alter Tapeten: Ablösen, Abkratzen und fachgerechtes Entsorgen vorhandener Tapeten
Vorbereiten des Untergrunds: Spachteln, Schleifen, Reinigen und, je nach Beschaffenheit, Grundieren der Wände oder Decken
Ausmessen und Zuschneiden: Ermitteln des Materialbedarfs sowie passgenaues Zuschneiden der Tapetenbahnen
Tapezieren: Aufbringen des geeigneten Kleisters oder Klebemittels und Anbringen der Tapeten an Wänden oder Decken
Bearbeiten von Anschlüssen: Sauberes Zuschneiden an Ecken, Fenster- und Türlaibungen, Heizkörpern, Steckdosen und anderen Übergängen
Nacharbeiten und Qualitätskontrolle: Prüfen der Nahtstellen, Kanten und Oberfläche auf Falten, Blasen oder sichtbare Übergänge
Aufräumen und Reinigung: Entfernen von Kleisterresten, Schutzmaterial und Arbeitsabfällen
Tapetenentfernung und Untergrundprüfung nach DIN-Norm
Bevor ein Fachbetrieb neue Tapeten anbringt, prüft er zunächst den vorhandenen Untergrund. Für Tapezierarbeiten ist insbesondere ATV DIN 18366 relevant. Diese fordert unter anderem, dass der Auftragnehmer erkennbare Bedenken wegen ungeeigneter Untergründe oder vorhandener Unebenheiten mitteilt.
Die DIN 18363 behandelt Maler- und Lackierarbeiten beziehungsweise Beschichtungen.
Qualitätsstufen Q1 bis Q4 bei Tapezier- und Spachtelarbeiten
Die Oberflächenqualität von Spachtelarbeiten wird üblicherweise in den Stufen Q1 bis Q4 beschrieben. Dabei steht Q1 für eine einfache Grundverspachtelung, während Q4 die höchste und vollflächig geglättete Ausführungsqualität bezeichnet. Die Qualitätsstufe muss zur gewünschten Tapete und zur Lichtsituation im Raum passen.
Ablauf des Tapezierens durch einen Malerbetrieb
Besichtigung und Aufmaß: Der Betrieb besichtigt die Räume, misst die zu tapezierenden Flächen aus und prüft den Zustand der Wände und Decken.
Auswahl der Tapete: Gemeinsam werden Tapetenart, Material, Muster und die erforderliche Oberflächenqualität des Untergrunds festgelegt.
Vorbereitung des Raumes: Böden, Möbel und angrenzende Bauteile werden abgedeckt. Steckdosen, Schalter und gegebenenfalls Leuchten werden demontiert.
Entfernen alter Beläge: Alte Tapeten werden abgelöst, Kleisterreste entfernt und die Flächen gereinigt.
Vorbereiten des Untergrunds: Risse, Löcher und Unebenheiten werden gespachtelt und geschliffen. Je nach Untergrund trägt der Betrieb anschließend eine passende Grundierung auf.
Zuschneiden und Anbringen: Die Tapetenbahnen werden zugeschnitten und ausgerichtet. Raufaser- und Papiertapeten werden eingekleistert und eingeweicht, während Vliestapeten meist direkt auf die eingekleisterte Wand aufgebracht werden.
Nacharbeiten und Trocknen: Der Betrieb bearbeitet Ecken, Anschlüsse und Übergänge, entfernt Kleisterreste und kontrolliert die Oberfläche auf Falten, Blasen und offene Nähte.
Optionaler Anstrich und Übergabe: Raufasertapeten werden nach dem Trocknen meist gestrichen. Abschließend räumt der Betrieb den Arbeitsbereich auf und übergibt die fertigen Räume.
Wie lange dauert das professionelle Tapezieren?
Für ein durchschnittliches Zimmer inklusive Vorarbeiten werden zwei bis drei Arbeitstage benötigt. Die Dauer der Tapezierarbeiten hängt vor allem von der Wandfläche, dem Zustand des Untergrunds, der Art der Tapete und der Anzahl der eingesetzten Fachkräfte ab. Bei einer kompletten 3-Zimmer-Wohnung ohne großen Renovierungsaufwand kann die Ausführung ungefähr vier oder mehr Arbeitstage in Anspruch nehmen.
Vor der Beauftragung sollte im Angebot festgehalten werden, ob die angegebene Dauer nur das Tapezieren oder auch Tapetenentfernung, Untergrundvorbereitung, Trocknungszeiten und den Anstrich umfasst.
Was kostet professionelles Tapezieren lassen?
Die Kosten für professionelles Tapezieren liegen bei einem vorbereiteten Untergrund meist bei etwa 6 bis 15 Euro pro Quadratmeter. Dieser Richtwert bezieht sich vor allem auf die Arbeitsleistung. Der genaue Preis für Malerarbeiten inklusive Tapezieren hängt unter anderem von der Tapetenart, dem Muster, der Raumgeometrie und dem erforderlichen Arbeitsaufwand ab.
Raufasertapete ist beispielsweise günstiger zu tapezieren als Vlies- oder Mustertapete. Es entstehen jedoch zusätzliche Kosten, wenn alte Tapeten entfernt, Risse geschlossen, Wände auf eine höhere Qualitätsstufe gespachtelt oder Decken tapeziert werden müssen. Alle Preise rund um das Tapezieren finden Sie in unserer Kostenübersicht zu Tapezierarbeiten.
Verschiedene Tapetenarten, Materialeigenschaften und Anwendungen
Die Tapetenart beeinflusst nicht nur die Optik des Raumes, sondern auch die Verarbeitung und den Zeitaufwand des Malerbetriebs. Welche Tapete für welchen Raum geeignet ist, hängt neben dem gewünschten Erscheinungsbild auch von der Raumbeanspruchung, der Luftfeuchtigkeit und der Beschaffenheit des Untergrunds ab.
Welche Tapete lässt sich schneller verarbeiten?
Vliestapeten lassen sich schneller verarbeiten als klassische Raufaser- oder Papiertapeten. Bei Vliestapeten wird der Kleister nämlich direkt auf die Wand aufgetragen. Das Einkleistern und Einweichen der einzelnen Bahnen entfällt somit. Außerdem bleibt das formstabile Material während der Verarbeitung weitgehend maßhaltig.
Worauf sollten Sie beim Tapezieren durch einen Malerbetrieb achten?
Vergleichen Sie Malerbetriebe nicht nur anhand des Quadratmeterpreises. Entscheidend ist, welche Leistungen im Angebot enthalten sind und welche Arbeiten möglicherweise zusätzlich berechnet werden.
Planung und Angebot für Tapezierarbeiten
Im Angebot sollten möglichst genau aufgeführt sein:
die zu tapezierenden Wand- und Deckenflächen
die Tapetenart, das Material und gegebenenfalls der Hersteller
die erforderliche Qualitätsstufe des Untergrunds, beispielsweise Q2 oder Q3
das Entfernen und Entsorgen alter Tapeten
Spachtel-, Schleif- und Grundierarbeiten
Abdeck- und Schutzmaßnahmen für Böden, Möbel und Bauteile
die verwendeten Kleister und weiteren Materialien
das Tapezieren von Decken, Ecken, Nischen sowie Fenster- und Türlaibungen
ein eventuell erforderlicher Anstrich, beispielsweise bei Raufasertapeten
die voraussichtliche Dauer einschließlich notwendiger Trocknungszeiten
Anfahrt, Endreinigung und Entsorgung
der Gesamtpreis inklusive Mehrwertsteuer
Abnahme nach dem Tapezieren
Prüfen Sie die tapezierten Flächen bei guter Beleuchtung und achten Sie auf:
gerade Tapetenbahnen und saubere Nähte
passende Muster- und Fototapetenübergänge
saubere Anschlüsse an Ecken, Decken, Böden, Türen und Fenstern
keine Blasen, Falten, offenen Kanten oder Risse
gleichmäßige Farben und Strukturen
entfernte Kleisterreste, Abdeckungen und Tapetenabfälle
vollständig ausgeführte Leistungen aus dem Angebot
Was Sie bemängeln können
Mängel bei Tapezierarbeiten sind zum Beispiel:
sichtbare Blasen, Falten oder Wellen
offene, überlappende oder schiefe Nähte
abstehende Kanten
ungenaue Musteranschlüsse
Kleisterflecken, Beschädigungen oder Verschmutzungen
unsaubere Anschlüsse und Ecken
fehlende Leistungen oder eine unvollständige Reinigung
Holen Sie möglichst mehrere Angebote ein und vergleichen Sie die angegebenen Leistungen genau.
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Häufig gestellte Fragen
Warum ist die Untergrundvorbereitung beim Tapezieren so wichtig?
Der Untergrund muss sauber, trocken, tragfähig und ausreichend eben sein. Risse, Löcher und Unebenheiten werden durch Spachteln und Schleifen ausgeglichen. Eine Grundierung kann zudem die Saugfähigkeit regulieren. Wenn der Untergrund nicht fachgerecht vorbereitet wird, können sich unter der neuen Tapete Falten, Blasen, offene Nähte oder Unebenheiten abzeichnen.
Wer haftet bei Materialfehlern oder Blasenbildung nach dem Tapezieren?
Bei einem Mangel sollte der beauftragte Malerbetrieb grundsätzlich der erste Ansprechpartner sein. Dieser muss prüfen, ob die Ursache in der Verarbeitung, im Untergrund oder im verwendeten Material liegt. Bei einer mangelhaften Ausführung können Sie zunächst eine kostenlose Nachbesserung verlangen. Das gilt auch, wenn ein vom Betrieb beschafftes Material fehlerhaft war. Hat der Auftraggeber das Material selbst gestellt oder trotz eines fachlichen Hinweises auf einem ungeeigneten Untergrund beziehungsweise Material bestanden, kann die Verantwortlichkeit anders beurteilt werden. Blasen sollten deshalb zeitnah schriftlich gemeldet und mit Fotos dokumentiert werden.
Welche Vorarbeiten können Sie selbst übernehmen?
In Absprache mit dem Malerbetrieb können Eigentümer:innen beispielsweise Möbel aus dem Raum entfernen, Böden und Einrichtungsgegenstände freiräumen, alte Tapeten selbst vorsichtig entfernen, Tapetenreste und grobe Verschmutzungen beseitigen, Steckdosenabdeckungen und Schalter nach Rücksprache demontieren und kleinere Löcher und Dübelstellen ausbessern.
Wenn Sie Arbeiten selbst ausführen, sollte der Malerbetrieb die Flächen vor dem Tapezieren prüfen. Halten Sie am besten schriftlich fest, welche Arbeiten Sie selbst ausgeführt haben und ob der Fachbetrieb den Untergrund anschließend für geeignet hält. So ist klar geregelt, welche Leistungen der Betrieb übernimmt und worauf sich seine Qualitätszusage bezieht.