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Wände und Decken professionell tapezieren lassen: Leistungen, Abläufe und Materialien im Überblick

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Professionelle Tapezierarbeiten umfassen mehr als nur das Anbringen neuer Tapetenbahnen. Ein Malerbetrieb übernimmt auch das Entfernen alter Tapeten, Spachtel- und Grundierarbeiten sowie die fachgerechte Vorbereitung des Untergrunds. Erfahren Sie, welche Tapetenarten sich für verschiedene Räume eignen und mit welchen Kosten und welchem Zeitaufwand Sie rechnen sollten.

Unsere Autorin Undine Tackmann  ist Senior Editor bei Aroundhome und Expertin auf dem Gebiet Energieeffizienz und für Solaranlagen
Undine Tackmann
Aktualisiert am
Wand wird mit weißer Tapete tapeziert
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Welche Arbeiten übernehmen Malerbetriebe beim Tapezieren?

Ein Malerfachbetrieb übernimmt beim Tapezieren alle Arbeiten von der Vorbereitung des Raumes bis zur abschließenden Qualitätskontrolle. Dazu gehören:

  • Besichtigung und Beurteilung des Untergrunds: Prüfung auf Unebenheiten, Risse, Feuchtigkeit, alte Farbschichten oder schlecht haftende Tapeten

  • Vorbereitung des Raumes: Abdecken von Böden und Möbeln sowie gegebenenfalls Demontage von Steckdosen, Schaltern und Leuchten

  • Entfernen alter Tapeten: Ablösen, Abkratzen und fachgerechtes Entsorgen vorhandener Tapeten

  • Vorbereiten des Untergrunds: Spachteln, Schleifen, Reinigen und, je nach Beschaffenheit, Grundieren der Wände oder Decken

  • Ausmessen und Zuschneiden: Ermitteln des Materialbedarfs sowie passgenaues Zuschneiden der Tapetenbahnen

  • Tapezieren: Aufbringen des geeigneten Kleisters oder Klebemittels und Anbringen der Tapeten an Wänden oder Decken

  • Bearbeiten von Anschlüssen: Sauberes Zuschneiden an Ecken, Fenster- und Türlaibungen, Heizkörpern, Steckdosen und anderen Übergängen

  • Nacharbeiten und Qualitätskontrolle: Prüfen der Nahtstellen, Kanten und Oberfläche auf Falten, Blasen oder sichtbare Übergänge

  • Aufräumen und Reinigung: Entfernen von Kleisterresten, Schutzmaterial und Arbeitsabfällen

Tapetenentfernung und Untergrundprüfung nach DIN-Norm

Bevor ein Fachbetrieb neue Tapeten anbringt, prüft er zunächst den vorhandenen Untergrund. Für Tapezierarbeiten ist insbesondere ATV DIN 18366 relevant. Diese fordert unter anderem, dass der Auftragnehmer erkennbare Bedenken wegen ungeeigneter Untergründe oder vorhandener Unebenheiten mitteilt.

Die DIN 18363 behandelt Maler- und Lackierarbeiten beziehungsweise Beschichtungen.

Qualitätsstufen Q1 bis Q4 bei Tapezier- und Spachtelarbeiten

Die Oberflächenqualität von Spachtelarbeiten wird üblicherweise in den Stufen Q1 bis Q4 beschrieben. Dabei steht Q1 für eine einfache Grundverspachtelung, während Q4 die höchste und vollflächig geglättete Ausführungsqualität bezeichnet. Die Qualitätsstufe muss zur gewünschten Tapete und zur Lichtsituation im Raum passen.

Qualitätsstufe

Beschaffenheit des Untergrunds

Beispiele für Tapetenarten und Tapezierarbeiten

Q1

- Grundverspachtelung zum Schließen von Fugen, Schraubstellen und kleineren Unebenheiten

- in der Regel nicht für Tapeten geeignet

- ggf. Tapezieren von Neben- oder Abstellräumen

Q2

- übliche Standardverspachtelung mit geglätteten Fugen und ausgebesserten Fehlstellen

- Raufasertapeten, grobe, strukturierte Tapeten

- Tapezieren von Wohnräumen mit Raufaser, die anschließend gestrichen wird

Q3

- feinere und umfassendere Spachtelung mit sorgfältigem Schleifen und Nachbearbeiten

- glatte Vliestapeten, feine Vliestapeten und andere fein strukturierte Wandbekleidungen

- hochwertiges Tapezieren von Wohn- und Schlafräumen mit glatten Tapeten

Q4

- vollflächig geglättete Oberfläche mit besonders hohen Anforderungen an Ebenheit und Optik

- empfindliche, sehr glatte, dünne oder hochwertige Tapeten sowie Tapeten mit glänzender Oberfläche

- Tapezieren stark lichtdurchfluteter Flächen oder von Wänden mit besonders hohem Gestaltungsanspruch

Maler streicht Wand
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Ablauf des Tapezierens durch einen Malerbetrieb

  1. Besichtigung und Aufmaß: Der Betrieb besichtigt die Räume, misst die zu tapezierenden Flächen aus und prüft den Zustand der Wände und Decken.

  2. Auswahl der Tapete: Gemeinsam werden Tapetenart, Material, Muster und die erforderliche Oberflächenqualität des Untergrunds festgelegt.

  3. Vorbereitung des Raumes: Böden, Möbel und angrenzende Bauteile werden abgedeckt. Steckdosen, Schalter und gegebenenfalls Leuchten werden demontiert.

  4. Entfernen alter Beläge: Alte Tapeten werden abgelöst, Kleisterreste entfernt und die Flächen gereinigt.

  5. Vorbereiten des Untergrunds: Risse, Löcher und Unebenheiten werden gespachtelt und geschliffen. Je nach Untergrund trägt der Betrieb anschließend eine passende Grundierung auf.

  6. Zuschneiden und Anbringen: Die Tapetenbahnen werden zugeschnitten und ausgerichtet. Raufaser- und Papiertapeten werden eingekleistert und eingeweicht, während Vliestapeten meist direkt auf die eingekleisterte Wand aufgebracht werden.

  7. Nacharbeiten und Trocknen: Der Betrieb bearbeitet Ecken, Anschlüsse und Übergänge, entfernt Kleisterreste und kontrolliert die Oberfläche auf Falten, Blasen und offene Nähte.

  8. Optionaler Anstrich und Übergabe: Raufasertapeten werden nach dem Trocknen meist gestrichen. Abschließend räumt der Betrieb den Arbeitsbereich auf und übergibt die fertigen Räume.

Wie lange dauert das professionelle Tapezieren?

Für ein durchschnittliches Zimmer inklusive Vorarbeiten werden zwei bis drei Arbeitstage benötigt. Die Dauer der Tapezierarbeiten hängt vor allem von der Wandfläche, dem Zustand des Untergrunds, der Art der Tapete und der Anzahl der eingesetzten Fachkräfte ab. Bei einer kompletten 3-Zimmer-Wohnung ohne großen Renovierungsaufwand kann die Ausführung ungefähr vier oder mehr Arbeitstage in Anspruch nehmen.

Vor der Beauftragung sollte im Angebot festgehalten werden, ob die angegebene Dauer nur das Tapezieren oder auch Tapetenentfernung, Untergrundvorbereitung, Trocknungszeiten und den Anstrich umfasst.

Mann bringt weiße Tapete an die Wand an.
Malerbetriebe tapezieren präzise, sodass die Tapetenbahnen gerade, sauber ausgerichtet und blasenfrei angebracht werden.

Was kostet professionelles Tapezieren lassen?

Die Kosten für professionelles Tapezieren liegen bei einem vorbereiteten Untergrund meist bei etwa 6 bis 15 Euro pro Quadratmeter. Dieser Richtwert bezieht sich vor allem auf die Arbeitsleistung. Der genaue Preis für Malerarbeiten inklusive Tapezieren hängt unter anderem von der Tapetenart, dem Muster, der Raumgeometrie und dem erforderlichen Arbeitsaufwand ab.

Raufasertapete ist beispielsweise günstiger zu tapezieren als Vlies- oder Mustertapete. Es entstehen jedoch zusätzliche Kosten, wenn alte Tapeten entfernt, Risse geschlossen, Wände auf eine höhere Qualitätsstufe gespachtelt oder Decken tapeziert werden müssen. Alle Preise rund um das Tapezieren finden Sie in unserer Kostenübersicht zu Tapezierarbeiten.

Verschiedene Tapetenarten, Materialeigenschaften und Anwendungen

Die Tapetenart beeinflusst nicht nur die Optik des Raumes, sondern auch die Verarbeitung und den Zeitaufwand des Malerbetriebs. Welche Tapete für welchen Raum geeignet ist, hängt neben dem gewünschten Erscheinungsbild auch von der Raumbeanspruchung, der Luftfeuchtigkeit und der Beschaffenheit des Untergrunds ab.

Tapetenart

Eigenschaften

Anwendungsbereich

Vorteile

Raufasertapete

- mehrschichtige Papiertapeten mit eingearbeiteten Holzfasern und strukturierter Oberfläche

- Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmer sowie Mietwohnungen

- robust

kostengünstig

- mehrfach überstreichbar und unempfindlicher gegenüber kleinen Unebenheiten

Vliestapete

- formstabiles Trägermaterial aus Zellulose- und Textilfasern, häufig auch Polyesterfasern

- glatt, geprägt oder bedruckt erhältlich

- Wohn- und Schlafräume, Flure sowie viele weitere Innenräume

- leicht in der Wandklebetechnik zu verarbeiten

- vielseitig gestaltbar und meist trocken wieder abziehbar

- je nach Materialstärke zum Überbrücken feiner Haarrisse geeignet

Papiertapete

- Tapeten aus Papier mit bedruckter oder geprägter Oberfläche

- empfindlicher gegenüber Feuchtigkeit

- Wohn- und Schlafräume mit normaler Beanspruchung

- große Auswahl an Farben und Mustern

- häufig preisgünstig und bei geeigneter Qualität recyclingfähig

Vinyltapete

- Papier- oder Vliesträger mit robuster Kunststoffbeschichtung

- Flure, Küchen und andere stärker beanspruchte Räume

- für Feuchträume nur bei entsprechender Herstellerfreigabe

- strapazierfähig, pflegeleicht

- je nach Oberfläche abwaschbar

Glasfasertapete

- Wandbeläge aus miteinander verbundenen Glasfasern mit gewebter oder strukturierter Oberfläche

- stark beanspruchte Bereiche wie Flure, Treppenhäuser, Büros oder öffentliche Räume

- besonders reißfest, belastbar, langlebig

- mehrfach überstreichbar

Textiltapete

- Tapeten mit einer Oberfläche aus textilen Fasern wie Leinen, Baumwolle oder Kunstfasern

- Wohn- und Schlafräume mit hochwertigem Gestaltungsanspruch

- dekorative, warme Optik

- je nach Aufbau leicht schallabsorbierende Wirkung

Foto- und Mustertapete

- bedruckte Tapeten mit großflächigen Motiven, wiederkehrenden Mustern oder individuellen Designs

- einzelne Akzentwände in Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmern

- individuelle Raumgestaltung

- bei Mustern und Motiven ist ein exakter Bahnenansatz besonders wichtig

Welche Tapete lässt sich schneller verarbeiten?

Vliestapeten lassen sich schneller verarbeiten als klassische Raufaser- oder Papiertapeten. Bei Vliestapeten wird der Kleister nämlich direkt auf die Wand aufgetragen. Das Einkleistern und Einweichen der einzelnen Bahnen entfällt somit. Außerdem bleibt das formstabile Material während der Verarbeitung weitgehend maßhaltig.

Worauf sollten Sie beim Tapezieren durch einen Malerbetrieb achten?

Vergleichen Sie Malerbetriebe nicht nur anhand des Quadratmeterpreises. Entscheidend ist, welche Leistungen im Angebot enthalten sind und welche Arbeiten möglicherweise zusätzlich berechnet werden.

Planung und Angebot für Tapezierarbeiten

Im Angebot sollten möglichst genau aufgeführt sein:

  • die zu tapezierenden Wand- und Deckenflächen

  • die Tapetenart, das Material und gegebenenfalls der Hersteller

  • die erforderliche Qualitätsstufe des Untergrunds, beispielsweise Q2 oder Q3

  • das Entfernen und Entsorgen alter Tapeten

  • Spachtel-, Schleif- und Grundierarbeiten

  • Abdeck- und Schutzmaßnahmen für Böden, Möbel und Bauteile

  • die verwendeten Kleister und weiteren Materialien

  • das Tapezieren von Decken, Ecken, Nischen sowie Fenster- und Türlaibungen

  • ein eventuell erforderlicher Anstrich, beispielsweise bei Raufasertapeten

  • die voraussichtliche Dauer einschließlich notwendiger Trocknungszeiten

  • Anfahrt, Endreinigung und Entsorgung

  • der Gesamtpreis inklusive Mehrwertsteuer

Abnahme nach dem Tapezieren

Prüfen Sie die tapezierten Flächen bei guter Beleuchtung und achten Sie auf:

  • gerade Tapetenbahnen und saubere Nähte

  • passende Muster- und Fototapetenübergänge

  • saubere Anschlüsse an Ecken, Decken, Böden, Türen und Fenstern

  • keine Blasen, Falten, offenen Kanten oder Risse

  • gleichmäßige Farben und Strukturen

  • entfernte Kleisterreste, Abdeckungen und Tapetenabfälle

  • vollständig ausgeführte Leistungen aus dem Angebot

Was Sie bemängeln können

Mängel bei Tapezierarbeiten sind zum Beispiel:

  • sichtbare Blasen, Falten oder Wellen

  • offene, überlappende oder schiefe Nähte

  • abstehende Kanten

  • ungenaue Musteranschlüsse

  • Kleisterflecken, Beschädigungen oder Verschmutzungen

  • unsaubere Anschlüsse und Ecken

  • fehlende Leistungen oder eine unvollständige Reinigung

Holen Sie möglichst mehrere Angebote ein und vergleichen Sie die angegebenen Leistungen genau.

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Häufig gestellte Fragen

Warum ist die Untergrundvorbereitung beim Tapezieren so wichtig?

Der Untergrund muss sauber, trocken, tragfähig und ausreichend eben sein. Risse, Löcher und Unebenheiten werden durch Spachteln und Schleifen ausgeglichen. Eine Grundierung kann zudem die Saugfähigkeit regulieren. Wenn der Untergrund nicht fachgerecht vorbereitet wird, können sich unter der neuen Tapete Falten, Blasen, offene Nähte oder Unebenheiten abzeichnen.

Wer haftet bei Materialfehlern oder Blasenbildung nach dem Tapezieren?

Bei einem Mangel sollte der beauftragte Malerbetrieb grundsätzlich der erste Ansprechpartner sein. Dieser muss prüfen, ob die Ursache in der Verarbeitung, im Untergrund oder im verwendeten Material liegt. Bei einer mangelhaften Ausführung können Sie zunächst eine kostenlose Nachbesserung verlangen. Das gilt auch, wenn ein vom Betrieb beschafftes Material fehlerhaft war. Hat der Auftraggeber das Material selbst gestellt oder trotz eines fachlichen Hinweises auf einem ungeeigneten Untergrund beziehungsweise Material bestanden, kann die Verantwortlichkeit anders beurteilt werden. Blasen sollten deshalb zeitnah schriftlich gemeldet und mit Fotos dokumentiert werden.

Welche Vorarbeiten können Sie selbst übernehmen?

In Absprache mit dem Malerbetrieb können Eigentümer:innen beispielsweise Möbel aus dem Raum entfernen, Böden und Einrichtungsgegenstände freiräumen, alte Tapeten selbst vorsichtig entfernen, Tapetenreste und grobe Verschmutzungen beseitigen, Steckdosenabdeckungen und Schalter nach Rücksprache demontieren und kleinere Löcher und Dübelstellen ausbessern.

Wenn Sie Arbeiten selbst ausführen, sollte der Malerbetrieb die Flächen vor dem Tapezieren prüfen. Halten Sie am besten schriftlich fest, welche Arbeiten Sie selbst ausgeführt haben und ob der Fachbetrieb den Untergrund anschließend für geeignet hält. So ist klar geregelt, welche Leistungen der Betrieb übernimmt und worauf sich seine Qualitätszusage bezieht.

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