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Wärmepumpen-Umstieg: Leistbarkeit unterscheidet sich regional

Lesezeit: 2 min Claudia Mühlbauer

Wer sich den Wechsel zu einem nachhaltigen Heizsystem leisten kann, hängt stark von der Region ab. Abhilfe schaffen könnte die soziale Staffelung der Förderung.

Alter Gliederheizkörper mit abgeplatzter Farbe in einem Wohnraum

Viele Eigenheimbesitzer:innen stoßen beim Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme an finanzielle Grenzen. Wie groß die Belastung ist und wie stark sie regional variiert, zeigt eine aktuelle Studie des Sozialklimarats, unter anderem im Auftrag der Arbeitskammer des Saarlandes.

Die rund 42 Millionen Haushalte in Deutschland wurden von den Forschenden in 16 Gruppen eingeteilt. Für jede Gruppe entwickelten sie eine fiktive „Persona“ mit Merkmalen wie Alter, Einkommen, Wohnsituation, Heizungsart und Energiebedarf. Auf dieser Basis ordneten sie die Anpassungsfähigkeit der Haushalte in fünf Kategorien von „sehr gut“ bis „sehr schlecht“ ein. Sie zeigt, inwieweit Haushalte ihre Gebäude klimaneutral modernisieren und auf CO₂-freie Mobilität umsteigen können.

Anpassungsfähigkeit von Haushalten regional unterschiedlich

Im Saarland ist die Anpassungsfähigkeit besonders gering: Fast 41 Prozent der Haushalte stuft die Analyse als schlecht oder sehr schlecht ein. Zum Vergleich: der Bundesdurchschnitt liegt bei etwa 30 Prozent. Ausschlaggebend sind laut der Studie vor allem niedrige Einkommen, eine hohe Eigentümerquote und vergleichsweise alte Bausubstanz.

Auch in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen zeigt sich eine angespannte Lage: Dort gelten jeweils rund 38 Prozent der Haushalte als wenig anpassungsfähig. Vergleichsweise besser fällt die Situation in Berlin aus, wo nur etwa 20 Prozent der Haushalte als schlecht oder sehr schlecht eingestuft werden. In Hamburg liegen rund 24 Prozent in diesen Kategorien.

Förderungen oft nicht ausreichend

Sozialklimarat und Arbeitskammer fordern daher eine stärkere Einkommensstaffelung der Förderungen, die für energetische Sanierungen bereitgestellt werden. Aktuell können Haushalte mit einem gemeinsamen Bruttojahreseinkommen von unter 40.000 Euro bis zu 70 Prozent Förderung erhalten. Das sei jedoch unzureichend, da die Anschaffungskosten für Wärmepumpen trotz Förderung meist deutlich höher blieben als bei klassischen Heizsystemen. Thomas Otto, Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer des Saarlandes, macht deutlich: „Ohne klare Förderinstrumente, Transparenz und gezielte Unterstützung drohen nicht nur verfehlte Klimaziele – sondern auch neue soziale Spaltungen.“

Die Verbraucherzentrale des Saarlandes weist darauf hin, dass Eigenheimbesitzer:innen bei der Entscheidung zum Heizungstausch nicht nur die einmaligen Investitionskosten, sondern auch die Energiekosten über die nächsten 20 Jahre bedenken sollten. Energieberaterin Cathrin Becker schätzt, dass Gas- oder Ölheizungen langfristig deutlich teurer im Betrieb sein werden, unter anderem wegen der CO₂-Bepreisung.

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