Trotz hoher Zinsen: Zahl der Baugenehmigungen für Wohngebäude steigt
Im August ist die Zahl der bewilligten Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser in Deutschland gestiegen. Allerdings sind auch die Bauzinsen und -kosten höher.
Im August wurden in Deutschland erneut mehr Baugenehmigungen für Wohngebäude erteilt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, genehmigten die Behörden den Bau von insgesamt 20.600 Wohnungen. Das entspricht einem Anstieg von 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit setzt sich der positive Trend aus dem ersten Halbjahr fort. Dies weckt Hoffnungen auf eine Erholung des Wohnungsbaus. Die aktuell hohen Bauzinsen und Baukosten lassen jedoch Zweifel daran aufkommen, ob alle bewilligten Projekte tatsächlich realisiert werden.
Zuwachs bei Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern
Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, ist von Januar bis August bei den neu zu errichtenden Wohngebäuden ein deutliches Plus zu verzeichnen. Insgesamt bewilligten die Behörden in diesem Zeitraum den Bau von 137.500 Wohnungen. Bei den Einfamilienhäusern stiegen die Genehmigungen um 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Ein besonders starker prozentualer Zuwachs zeigte sich bei den Zweifamilienhäusern mit einem Plus von 21,7 Prozent. Die Genehmigungen für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern stiegen um 14,5 Prozent.
Auch Umbaumaßnahmen im Bestand nehmen zu
Neben dem reinen Neubau wird das Bauen im Bestand für viele Eigentümer:innen zunehmend relevanter. Von Januar bis August genehmigten die Bauaufsichtsbehörden insgesamt 29.100 Wohnungen, die durch Umbaumaßnahmen in bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden entstehen. Das sind rund 10 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Hohe Zinsen und Baukosten dämpfen die Erwartungen
Trotz der steigenden Genehmigungszahlen bleibt die Stimmung in der Baubranche verhalten. Höhere Baukosten infolge des Iran-Kriegs sowie die gestiegenen Zinsen belasten den Haus- und Wohnungsbau. Der Anstieg der Bauzinsen ist vor allem auf die erhöhte Inflationsgefahr zurückzuführen. Um diese einzudämmen, hat die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins in diesem Jahr bereits zweimal angehoben, zuletzt im September auf 2,50 Prozent. Infolgedessen haben die Zinsen für zehnjährige Baukredite mittlerweile die Marke von 4 Prozent überschritten.
Laut dem Ifo-Institut blicken Baufirmen daher skeptisch auf die kommenden Monate. Der Hauptgeschäftsführer des Baugewerbeverbands ZDB Felix Pakleppa betont zudem, dass eine genehmigte Wohnung nicht automatisch eine gebaute Wohnung sei. Viele Projekte rechnen sich aufgrund der gestiegenen Kosten aktuell nicht, was dazu führt, dass bereits genehmigte Vorhaben vorerst auf Eis gelegt werden.