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Tankrabatt für Autofahrer – gehen Heizölkunden leer aus?

Lesezeit: 3 minClaudia Mühlbauer

Heizöl ist deutlich teurer als noch vor einem Jahr und belastet viele Hausbesitzer:innen finanziell. Während Forderungen nach Entlastung laut werden, sehen Fachleute einen staatlichen Rabatt kritisch.

Heizöltank wird von einer Person mit Arbeitshandschuhen betankt

Während der Tankrabatt für Autofahrer:innen bereits angelaufen ist, müssen Haushalte mit Ölheizung deutlich höhere Kosten verkraften. Laut dem Vergleichsportal HeizOel24 liegt der Literpreis derzeit bei rund 1,66 Euro. Vor Beginn des Iran-Kriegs waren es noch knapp 1 Euro, womit die Preise um mehr als 60 Prozent gestiegen sind.

Das wirkt sich inzwischen auch auf das Kaufverhalten aus. Viele Hausbesitzer:innen bestellen deutlich weniger Heizöl als früher und lassen ihre Tanks nicht mehr vollständig füllen. Gleichzeitig verschieben Kund:innen den Kauf möglichst lange. Sinkende Temperaturen können dann dazu führen, dass viele Haushalte ihre Tanks gleichzeitig auffüllen wollen.

Für die Heizölhändler ist diese Entwicklung ebenfalls schwierig. Auf den Preis haben sie selbst kaum Einfluss, denn geopolitische Spannungen können den Ölpreis innerhalb kurzer Zeit deutlich nach oben oder unten bewegen. Gleichzeitig können immer mehr Kund:innen ihre Rechnungen nicht sofort begleichen. Ratenzahlungen werden deshalb inzwischen deutlich häufiger genutzt. Einige Händler halten angesichts der hohen Belastung eine steuerliche Entlastung für Heizölkund:innen für sinnvoll.

Staatliche Hilfe wie 2022 wird kritisch gesehen

Eine staatliche Unterstützung für Haushalte mit hohen Heizölkosten gab es bereits 2022. Nach dem starken Preisanstieg infolge des Ukraine-Kriegs konnten Verbraucher:innen ab einem Literpreis von mehr als 1,42 Euro eine Härtefallhilfe beantragen. Der Staat übernahm 80 Prozent der Mehrkosten.

Eine Neuauflage sieht Energieökonom Malte Küper vom Institut der Deutschen Wirtschaft allerdings kritisch. Der Heizkostenzuschuss von 2022 sei in Kombination mit der Strom- und Gaspreisbremse sehr kostspielig gewesen. Auch Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher hält einen staatlichen Rabatt für den falschen Weg. Die weltweite Nachfrage nach Öl und Gas übersteige das verfügbare Angebot. Staatliche Hilfen könnten die Last zwar kurzfristig verschieben, lösten das Grundproblem aber nicht und seien zudem klimapolitisch fragwürdig.

Heizöl jetzt kaufen oder auf niedrigere Preise warten?

Für Haushalte mit Ölheizung bleibt die Entscheidung schwierig: Wer jetzt bestellt, zahlt den derzeit hohen Preis. Wer wartet, riskiert, bei hoher Nachfrage im Winter lange auf die Lieferung warten zu müssen oder sogar noch höhere Preise zu zahlen. Da sich die Entwicklung der Energiemärkte nicht verlässlich vorhersagen lässt, rät der Bund der Energieverbraucher davon ab, ausschließlich auf einen günstigeren Zeitpunkt zu spekulieren. Auch bei Sammelbestellungen sind die Preisnachlässe laut Peters häufig geringer als erhofft.

Wer die Heizkosten nicht mehr stemmen kann, sollte prüfen, ob staatliche Unterstützung möglich ist. Laut Verbraucherzentrale können auch Menschen, die bisher keine Sozialleistungen in Anspruch nehmen, unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Hilfe haben. Ein Antrag auf Übernahme der Heizkosten kann schriftlich beim zuständigen Jobcenter oder Sozialamt gestellt werden.

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