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Keine festen Preise im Handwerk: Was das für Auftraggeber bedeutet

Lesezeit: 2 minClaudia Mühlbauer

Wer einen Handwerksbetrieb beauftragt, fragt sich oft, warum es keine festen Preise gibt. Das liegt nicht an fehlender Transparenz, sondern ist strukturell bedingt.

Handwerker arbeitet an der Elektrik einer Wärmepumpe

Feste Preislisten sind im Handwerk die Ausnahme. Das liegt laut Anett Fritzsche, Sprecherin der Handwerkskammer Leipzig, vor allem daran, dass sich viele Aufträge erst auf der Baustelle konkretisieren. Ob zusätzliche Arbeiten nötig werden, lässt sich häufig erst vor Ort beurteilen. Hinzu kommt, dass jeder Betrieb anders kalkuliert. Anfahrt, Materialeinsatz, Qualifikation der Mitarbeiter:innen und vor allem der Zeitaufwand fließen in den Preis ein. Die Personalkosten sind dabei ein wesentlicher Faktor.

Auch Rechtsexpertin Beate Saupe von der Verbraucherzentrale Sachsen zeigt Verständnis: „Das geht tatsächlich nicht oft im Bereich Handwerk, weil das individuelle Leistungen sind und von vielen Faktoren abhängen." Bei Baudienstleistungen liegt in der Regel ein Angebot vor, das Material, Arbeitsstunden und weitere Kosten aufführt. Wie hoch die Rechnung am Ende tatsächlich ausfällt, hinge jedoch häufig von den konkreten Gegebenheiten vor Ort, dem individuellen Verlauf der Arbeiten und weiteren Umständen ab. 

Anders sieht es bei Notdiensten aus. Bei der Verbraucherzentrale Sachsen gehen regelmäßig Beschwerden über überhöhte Rechnungen von Schlüsseldiensten oder Rohrreinigern ein. In einer Notsituation greifen Verbraucher:innen oft zum erstbesten Anbieter aus dem Internet. Die Folge sind häufig hohe Anfahrtskosten, überzogene Zuschläge und Rechnungen, die weit über dem erwarteten Betrag liegen.

So schützen Sie sich bei größeren Projekten

Saupe empfiehlt, bei umfangreicheren Vorhaben mehrere Angebote einzuholen und sorgfältig zu vergleichen. Dabei sollte nicht nur der Endpreis berücksichtigt werden, sondern auch, welche Leistungen enthalten sind, welche Stundensätze angesetzt werden und unter welchen Bedingungen zusätzliche Kosten entstehen können.

Ein seriöser Betrieb erstellt auf Nachfrage einen Kostenvoranschlag. Zeichnet sich später eine deutliche Abweichung von der kalkulierten Summe ab, muss der Auftraggeber oder die Auftraggeberin darüber informiert werden. Andernfalls kann die Rechnung unter Umständen angefochten werden. Als letzter Ausweg bleibt der Rechtsweg. Saupe empfiehlt jedoch, vorher die Höhe der strittigen Summe, die Erfolgsaussichten und den bestehenden Versicherungsschutz abzuwägen.

Einig sind sich Verbraucherschutz und Handwerkskammer in einem Punkt: Offene Kommunikation beugt Missverständnissen vor. Auftraggeber:innen sollten Angebote genau lesen und bei unklaren Positionen nachfragen. Handwerksbetriebe wiederum sollten transparent erklären, wie sich ihre Preise zusammensetzen.

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