Heizspiegel 2026: Auf diese Kosten müssen sich Haushalte einstellen
Der neue Heizspiegel zeigt: Bei fast allen Heizungsarten steigen die Kosten 2026, allerdings unterschiedlich stark. Bei einem Energieträger sinken sie aufgrund eines Einmaleffekts sogar.
Heizöl und Holzpellets werden 2026 deutlich teurer. Für Fernwärme und Wärmepumpen müssen Haushalte mit geringfügig höheren Kosten rechnen. Beim Gas zeichnet sich zunächst ein leichter Preisrückgang ab, der allerdings nicht von Dauer sein dürfte. Das zeigt der aktuelle Heizspiegel der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online.
Der aktuellen Auswertung liegen Daten von etwa 67.000 Gebäuden zugrunde, darunter Ein- und Mehrfamilienhäuser. Die Prognose für das Gesamtjahr berücksichtigt sowohl die Witterung als auch die bis zum Sommer erhobenen durchschnittlichen Energiepreise.
Heizöl steigt deutlich im Preis
Besonders stark steigen die Heizkosten für Haushalte mit Ölheizung. Ursächlich sind vor allem die stark gestiegenen Rohölpreise im Zusammenhang mit dem Irankrieg.
Für eine durchschnittliche 70 Quadratmeter große Wohnung in einem Mehrfamilienhaus prognostiziert der Heizspiegel für 2026 einen Anstieg um 24 Prozent auf 1.275 Euro. Im Vorjahr lagen die Heizkosten in diesem Beispiel noch bei 1.030 Euro.
Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern fällt der Anstieg noch höher aus: Hier rechnet co2online mit 2.745 Euro Heizkosten, 28 Prozent mehr als 2025.
Gas wird günstiger, aber nicht dauerhaft
Beim Gas erwartet der Heizspiegel dagegen einen leichten Rückgang. Für die 70-Quadratmeter-Wohnung sieht die Prognose 4 Prozent niedrigere Kosten. 2026 liegen sie im Schnitt bei voraussichtlich 1.120 Euro. Im Einfamilienhaus verringern sich die Kosten um 5 Prozent von 2.040 Euro auf 1.930 Euro.
Ein Grund dafür ist, dass die gestiegenen Großhandelspreise infolge des Irankriegs noch nicht vollständig bei den Haushalten angekommen sind und viele Verbraucher:innen Verträge mit Preisgarantien haben. Darüber hinaus erklären sich die geringeren Kosten im Vergleich zum Vorjahr auch durch die Abschaffung der Gasspeicherumlage Anfang 2026. Die Umlage war während der Energiekrise 2022 eingeführt worden, um die Kosten für das Befüllen der Gasspeicher zu finanzieren. Zuletzt lag sie bei 0,289 Cent pro Kilowattstunde.
Der Rückgang bei den Gaskosten dürfte jedoch nicht von Dauer sein. Langfristig zählt Gas wegen des weiter steigenden CO₂-Preises zu den teureren Heizformen.
Fernwärme und Wärmepumpe steigen nur moderat
Für Fernwärme und Wärmepumpen prognostiziert der Heizspiegel nur einen leichten Kostenanstieg. Im beispielhaften Einfamilienhaus sieht die Kostenentwicklung folgendermaßen aus:
Fernwärme: von 2.040 Euro auf 2.055 Euro (+1 Prozent)
Wärmepumpe: von 1.260 Euro auf 1.300 Euro (+3 Prozent)
Hauptgrund dafür ist die Inflation. Rechnet man diese heraus, stagnieren die Preise für beide Heizarten langfristig etwa auf dem gleichen Niveau. Voraussetzung dafür ist laut Alexander Steinfeldt von co2online allerdings, dass die Energienetze künftig stärker auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Dafür sind weitere Maßnahmen notwendig, die Fernwärme kurzfristig verteuern könnten. Auch bei einer Wärmepumpe amortisieren sich die Investitionskosten erst nach mehreren Jahren.
Pellets werden teurer, bleiben aber vergleichsweise günstig
Auch bei Holzpellets zeigt der Heizspiegel einen deutlichen Preisanstieg. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus werden Heizkosten von 1.740 Euro und damit 23 Prozent mehr als im Vorjahr prognostiziert. Für die Beispielwohnung in der Berechnung fällt der Unterschied mit einem Plus von 20 Prozent fast ebenso hoch aus.
Dennoch gehören Pellets derzeit zu den günstigsten Wärmeträgern. Nur mit einer Wärmepumpe lässt sich laut Heizspiegel günstiger heizen. Langfristig wird für Pellets eine moderate Preisentwicklung erwartet. Zudem ist Deutschland Europas größter Pelletproduzent und kann den eigenen Bedarf vollständig selbst decken. Haushalte sind daher nicht auf Importe angewiesen.