Zum Hauptinhalt
Logo von Aroundhome mit der Tagline "Denn es ist Ihr Zuhause." Aroundhome Logo

CO₂-Preis könnte Heizkosten bald um 1.000 Euro in die Höhe treiben

Lesezeit: 3 min Claudia Mühlbauer

Heizen und Tanken verteuern sich 2026 durch den steigenden CO₂-Preis. Haushalte mit Gasheizung könnten langfristig bis zu 1.000 Euro mehr pro Jahr zahlen.

Laufendes Kraftwerk und Strommasten mit grüner Wiese im Vordergrund

Zum Jahreswechsel wurde der CO₂-Preis von 55 Euro pro Tonne CO₂ auf einen Korridor von 55 bis 65 Euro angehoben. Innerhalb dieses Rahmens sollen die Zertifikate künftig versteigert werden. Für Verbraucher:innen bedeutet das höhere Heizkosten: 2026 steigen die Heizölpreise um etwa drei Cent pro Liter, die Erdgaspreise um rund 0,3 Cent pro Kilowattstunde. In einem wenig sanierten Einfamilienhaus mit Gasheizung und einem Jahresverbrauch von etwa 20.000 Kilowattstunden summieren sich die Mehrkosten im Vergleich zum Vorjahr auf rund 50 Euro. Laut Verbraucherzentrale Bundesverband ist davon auszugehen, dass sich der CO₂-Preis eher am oberen Ende des Korridors einpendeln wird.

Auch beim Tanken schlägt die höhere Abgabe zu Buche. Am oberen Ende des aktuellen Preiskorridors bedeutet der CO₂-Preis etwa 3 Cent mehr pro Liter – bei Diesel etwas mehr als bei Benzin. Erste Effekte zeigten sich bereits zu Jahresbeginn: Laut ADAC stieg der Preis pro Liter Super am 1. Januar um 3,4 Cent. Diesel verteuerte sich im Vergleich zum Vortag um etwa 4 Cent. Neben dem CO₂-Preis können allerdings auch andere Faktoren zu den Preisanstiegen beigetragen haben.

Deutlich höhere Belastungen in der Zukunft möglich

Ab 2028 sollen Kraft- und Brennstoffe vollständig in den europäischen Emissionshandel integriert werden. Der CO₂-Preis wird dann rein marktbasiert durch Angebot und Nachfrage gebildet. Achim Wambach, Präsident des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, erwartet ab 2028 Preise von bis zu 200 Euro pro Tonne CO₂. Das würde rechnerisch einen Aufschlag von rund 60 Cent pro Liter Benzin bedeuten. Für einen Vier-Personen-Haushalt mit Gasheizung könnten sich die jährlichen Heizkosten um etwa 1.000 Euro erhöhen.

Konservativere Schätzungen kommen etwa von Forschenden des Kopernikus-Projekts Ariadne am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Sie gehen derzeit davon aus, dass der CO₂-Preis bis 2030 auf 107 bis 141 Euro pro Tonne steigen könnte. Der ADAC rechnet ab 2028 zunächst mit moderaten Preissteigerungen, da das europäische Preisniveau voraussichtlich unter dem deutschen liegt. Nach 2030 könnte es jedoch zu deutlichen Anstiegen kommen. Eine genaue Prognose sei derzeit schwierig.

Gesellschaftliche Auswirkungen und politische Debatte

Befürworter des Emissionshandels sehen darin ein effizientes marktwirtschaftliches Instrument für den Klimaschutz. Kritiker warnen jedoch, dass ohne flankierende Vorgaben die Kosten direkt bei den Verbrauchern landen. Laut Klimaforscher Niklas Höhne vom New Climate Institute wirken strenge Regeln, etwa im Gebäudeenergiegesetz oder bei EU-Vorgaben für Fahrzeuge, dämpfend auf den CO₂-Preis. Werden diese Vorgaben gelockert, wie es die Bundesregierung plant, sei eher mit höheren Preisen zu rechnen.

Höhne geht davon aus, dass mit dem Start des neuen EU-Emissionshandelssystems entweder die Preise stark steigen oder politisch gedeckelt werden. Das könnte wiederum die Klimaziele gefährden. Entscheidend sei ein sozialer Ausgleich, da steigende Energiepreise einkommensschwächere Haushalte besonders stark treffen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert von der Bundesregierung, Verbraucher:innen den Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien zu ermöglichen. Bestehende Vorgaben für den Heizungstausch seien beizubehalten und der Energieverbrauch müsse insgesamt gesenkt werden, um die CO₂-Kosten langfristig zu begrenzen.

Thermostat neben Bauzeichnungen und grünem Haus
Umweltfreundliche Heizung gesucht?
Wir finden regionale Fachfirmen für Ihre nachhaltige Heizlösung!
Jetzt Anbieter vergleichen

Claudia Mühlbauer, Online-Redakteurin
Claudia Mühlbauer
Claudia Mühlbauer ist seit sechs Jahren Editor bei Aroundhome und versorgt unsere Leser:innen mit hilfreichen News, Artikeln und Ratgebern zu den Themen Immobilienverkauf und Solaranlagen. Sie interessiert sich vor allem für Förderungen, die größere Projekte rund ums Haus erschwinglicher machen.
Das könnte auch interessant für Sie sein:
© GettyImages - acilo | © iStock - iskrinka74