Schlecht saniertes Haus? ADAC warnt vor CO₂-Kosten von über 300 Euro
Nicht zuletzt wegen der CO₂-Abgabe wird Heizen mit fossilen Energieträgern immer teurer. Energetische Sanierungen gewinnen damit zunehmend an Bedeutung.
Wer 2026 noch auf Gas setzt, muss sich auf höhere Heizkosten einstellen: In wenig sanierten Häusern mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden könnten in diesem Jahr 263 bis 311 Euro CO₂-Kosten für das Heizen anfallen. Bei gut gedämmten Gebäuden mit einem Verbrauch von etwa 6.500 Kilowattstunden liegen die voraussichtlichen Kosten dagegen nur bei 85 bis 101 Euro. Das schreibt der ADAC unter Berufung auf die Verbraucherzentrale NRW. Ursächlich hierfür ist der Anstieg der CO₂-Abgabe von 55 auf einen Preiskorridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne.
Ab 2027 sollte das EU-weite Emissionshandelssystem ETS 2 vollumfänglich starten, was jedoch auf 2028 verschoben wurde. Die nationale CO₂-Steuer wird dann ersetzt und der CO₂-Preis bildet sich frei durch Angebot und Nachfrage nach Zertifikaten. Jannis Mischke, Experte für energieeffizientes Wohnen bei Aroundhome, betont in diesem Zusammenhang: „Der Start von ETS 2 wurde zwar verschoben, aber Hausbesitzer:innen sollten sich trotzdem nicht in Sicherheit wiegen, da für viele die Kosten bereits heute steigen.“
Die Kostenentwicklung für Eigenheimbesitzer:innen sei vor allem von der Effizienz der Gebäude abhängig. Mischke ergänzt: „Energetische Sanierungen sind daher kein optionales Zukunftsthema, sondern der einzige nachhaltige Weg, um Kosten dauerhaft zu senken – auch dann, wenn die Preise perspektivisch noch weiter steigen.“
Im Bestand dominiert Gas
Bei neu installierten Heizungen handelt es sich heute zwar zunehmend um Wärmepumpen, doch in 53,9 Prozent aller Bestandsgebäude wird weiterhin mit Gas geheizt, wie der Zensus 2022 zeigt. Nach einer Auswertung der 150 größten deutschen Städte durch Aroundhome werden in 63,7 Prozent der Haushalte Gasheizungen genutzt. Besonders verbreitet ist die Gasheizung in einzelnen Städten im Norden und Westen Deutschlands:
in Wilhelmshaven haben etwa 94,7 Prozent der Gebäude über eine Gasheizung
in Oldenburg sind es 93,1 Prozent
in Delmenhorst 89,5 Prozent
in Neuwied 87,1 Prozent
in Witte, Koblenz, Osnabrück, Castrop-Rauxel, Rheine und Mönchengladbach liegt der Anteil jeweils bei über 80 Prozent
Doch die Nachfrage nach Wärmepumpen steigt: Der Bundesverband der deutschen Heizungsindustrie (BDH) meldete bis Oktober 2025 rund 255.000 verkaufte Wärmepumpen. Für das Gesamtjahr 2025 lag die Prognose bei 284.000 Geräten – ein Plus von 47 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Das Interesse an Erneuerbaren Energien spiegelt sich auch in einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag von Aroundhome wider: Demnach haben 28 Prozent der Befragten in den letzten fünf Jahren eine Solaranlage oder Wärmepumpe eingebaut, weitere 24 Prozent planen die Investition für die kommenden fünf Jahre. Befragt wurden mehr als 1.500 in Deutschland lebende Erwachsene ab 18 Jahren, die ein selbstbewohntes Eigenheim besitzen.