Absage vom Handwerker: Diese Gründe stecken dahinter
Wenn Handwerksbetriebe einen Auftrag nicht annehmen oder sich nicht zurückmelden, steckt dahinter nicht immer ein voller Terminkalender. Die Handwerkskammer Leipzig nennt mehrere Gründe.
Besonders kleine Reparaturen stellen viele Betriebe vor ein Rentabilitätsproblem. Anreise, Materialbeschaffung und Arbeitszeit stehen bei kleinen Arbeiten wie etwa einem defekten Lichtschalter in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zum eigentlichen Auftrag. „Da kommt halt kein Elektriker oder Elektroniker dafür", sagt Pressesprecherin Anett Fritzsche von der Handwerkskammer Leipzig aus eigener Erfahrung.
Häufig scheitert eine Auftragsannahme aber auch schlicht an fehlenden Kapazitäten. Volle Auftragsbücher und Personalmangel machen eine kurzfristige Zusage oft unmöglich. Für Fritzsche ist das allerdings der positivste Grund für eine Absage, weil er auf eine hohe Nachfrage hindeutet.
Parksituation und fachliche Spezialisierung
Auch die Bedingungen am Einsatzort können darüber entscheiden, ob ein Betrieb einen Auftrag übernimmt. Gerade in Städten kann die Parkplatzsuche zum Problem werden. Bei Arbeiten, für die schwere oder sperrige Materialien benötigt werden, muss das Fahrzeug möglichst nah an der Baustelle stehen können. Das gilt beispielsweise beim Transport von Dachziegeln oder einer neuen Heizung. Ist das nicht möglich, kann ein Betrieb die Anfrage ablehnen.
Hinzu kommt die fachliche Spezialisierung der Betriebe. Nicht jeder Handwerker verfügt über die notwendigen Kenntnisse und Qualifikationen für jede Art von Arbeit. Gerade bei speziellen technischen Anlagen oder ungewöhnlichen Problemstellungen kann es daher vorkommen, dass ein Betrieb einen Auftrag ablehnt, weil die erforderliche Expertise fehlt. Das bedeutet nicht, dass die Arbeit grundsätzlich nicht durchgeführt werden kann, möglicherweise ist dafür allerdings ein entsprechend spezialisierter Fachbetrieb erforderlich.
Frühere Erfahrungen und Stadt-Land-Gefälle
Nicht zuletzt können Erfahrungen mit früheren Kund:innen die Entscheidung beeinflussen. Schwierigkeiten bei der Kommunikation oder Probleme mit der Zahlungsmoral können dazu führen, dass ein Betrieb von einer erneuten Zusammenarbeit absieht. Eine Absage muss daher nicht zwingend mit der Art oder dem Umfang des aktuellen Auftrags zusammenhängen.
Bei der Suche nach einem Handwerksbetrieb macht sich laut Handwerkskammer zudem ein Unterschied zwischen Stadt und Land bemerkbar. In Städten sei es grundsätzlich schwieriger, einen passenden Betrieb zu finden. Auf dem Land könne dagegen der persönliche Kontakt eine größere Rolle spielen. Wer sich bereits kennt oder in der Nachbarschaft wohnt, bekommt einen Auftrag demnach eher einmal dazwischengeschoben.