Als bedeutendes Wirtschafts- und Industriezentrum, weltweit angesehener Universitätsstandort und Schmelztiegel für Kultur, Medien und Politik büßt Berlin nichts von seiner Beliebtheit als Wohnort ein. Doch wie haben sich der Ukraine-Konflikt und die Wirtschaftslage in Deutschland auf den Berliner Immobilienmarkt ausgewirkt? Wir informieren Sie darüber, wie hoch die Preise derzeit für Wohnungen und Häuser in Berlin ausfallen.
Nach wie vor ist Wohnen in der Hauptstadt beliebt. Die letzten Krisenjahre sind zwar auch am Berliner Immobilienmarkt nicht spurlos vorbeigegangen, mittlerweile sind die Preise aber wieder stabil: Die Angebotspreise für Häuser in Berlin lagen im vierten Quartal 2025 mit einem minimalen Minus fast auf dem gleichen Niveau wie im Vorquartal. Allerdings gab es mit einem Plus von 2,1 Prozent eine deutlich positive Preisänderung zum Vorjahresquartal. Im Mittel wurden Häuser in Berlin für 5.051 Euro/m² angeboten.
Eigentumswohnungen wurden im vierten Quartal etwa 0,4 Prozent teurer angeboten als im Vorquartal. Im Jahresvergleich zeigt sich ein Preisanstieg um 2,6 Prozent. Der Median-Angebotspreis lag bei 5.667 Euro/m².
* Quelle: PriceHubble (Stand 02/2026)
Wie hoch sind die Quadratmeterpreise in den Berliner Bezirken?
Die Berliner Immobilienpreise unterscheiden sich je nach Bezirk deutlich. Zentrumsnahe Stadtteile sind sehr beliebt und somit kostenintensiver, wodurch wiederum die Nachfrage in einigen Randbezirken steigt.
In welchen Bezirken kosten die Häuser und Wohnungen besonders viel?
Der teuerste Bezirk in Berlin ist Charlottenburg-Wilmersdorf mit durchschnittlichen Häuserpreisen von 6.182 Euro/m² und Wohnungspreisen von im Schnitt 6.418 Euro/m². Auf dem zweiten und dritten Platz liegen Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte.
In welchen Bezirken sind die Immobilienpreise vergleichsweise gering?
Die im Vergleich niedrigsten Immobilienpreise in Berlin finden Sie in Stadtteilen in einfacher Lage. Die günstigsten Immobilien finden sich in Marzahn-Hellersdorf, wo Häuser im Schnitt 3.771 Euro/m² und Wohnungen 3.915 Euro/m² kosten. Auch in Spandau und Lichtenberg sind die Preise vergleichsweise niedrig.
* Quelle: McMakler (Stand 02/2026)
Wie haben sich die Immobilienpreise in Berlin entwickelt?
Berlin ist einer der begehrtesten Wohnstandorte in Deutschland, was sich lange in einer rasanten Entwicklung der Immobilienpreise abzeichnete. Sowohl die Häuser- als auch die Wohnungspreise hatten im zweiten Quartal 2022 ihren Höchststand erreicht. Damals wurden Häuser für einen Medianpreis von 5.659 Euro/m² angeboten, Wohnungen für 6.000 Euro. Die Hauspreise sind seitdem um etwa 10,7 Prozent gefallen, während es bei Wohnungen moderatere Preisverluste von 5,6 Prozent gab.
Der Krieg in der Ukraine, hohe Energiekosten, die Inflation und vor allem stark gestiegene Kreditzinsen hatten während der letzten Jahre dazu geführt, dass Käufer:innen zurückhaltender geworden sind. Nach Preisanpassungen und einer Phase der Kaufzurückhaltung zeigen sich mittlerweile jedoch deutliche Zeichen der Erholung und Stabilisierung. Die Preisbewegungen fallen je nach Bezirk unterschiedlich aus: Randlagen im Nordosten steigen stärker, zentrale Bezirke moderat, einige West- und Randbezirke korrigieren leicht. Die Nachfrage konzentriert sich vor allem auf Immobilien bis 500.000 Euro.
Was sagen Expert:innen zur Immobilienpreisentwicklung in Berlin?
Die Nachfrage nach Wohnraum ist und bleibt in der Hauptstadt weiterhin hoch. Im Mietmarkt herrscht ein Nachfrageüberschuss, der sich in naher Zukunft nicht lösen wird. Denn durch gestiegene Materialkosten wurden viele Neubauprojekte nicht realisiert, weswegen weniger Immobilien auf dem Markt dazukommen. Der Leerstand über alle Segmente hinweg liegt in Berlin bei 0,3 Prozent. Im Kaufmarkt gibt es dagegen eher eine Käuferzurückhaltung bei gleichzeitig steigendem Angebot. Expert:innen gehen bei der Entwicklung der Immobilienpreise derzeit von einer Seitwärtsbewegung oder moderaten Anstiegen aus.
Abhängig ist die Preisentwicklung auch von den Bauzinsen: Für zehnjährige Darlehen liegen sie derzeit im Schnitt bei 3,7 Prozent. Laut dem Interhyp-Bauzins-Trendbarometer gehen die meisten Expert:innen aktuell von gleichbleibenden Zinsen in den nächsten Wochen aus. Mittel- bis langfristig wird jedoch ein Anstieg auf bis zu 4 Prozent oder darüber hinaus prognostiziert. Die Höhe der Bauzinsen orientiert sich dabei vor allem an den Renditen langfristiger Bundesanleihen, die von Faktoren wie Inflationserwartungen, EZB-Geldpolitik, Kapitalmarktbewegungen und auch der Neuverschuldung des Bundes beeinflusst werden.
Höhere Bauzinsen können dazu führen, dass Kaufinteressierte ihre Entscheidungen beschleunigen, um sich noch vergleichsweise günstige Finanzierungskonditionen zu sichern. Kurzfristig kann dies die Nachfrage für finanzierbare Objekte leicht erhöhen. Mittelfristig könnten steigende Zinsen insbesondere in weniger gefragten oder hochpreisigen Lagen die Nachfrage dämpfen und so den Preisanstieg begrenzen.
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