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Wie Batteriespeicher den Solarausbau verdoppeln könnten

Lesezeit: 2 minClaudia Mühlbauer

Die Stromnetze könnten deutlich mehr Solarstrom aufnehmen als bisher angenommen. Großbatteriespeicher könnten vorhandene Netzkapazitäten besser nutzbar machen.

Umspannwerk bei Sonnenuntergang

Deutschlands Stromnetze haben mehr Kapazität für Solarenergie als bisher angenommen. Das zeigt eine neue Kurzstudie des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE), die der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) in Auftrag gegeben hat. Demnach ließen sich allein an 1.313 ländlichen Umspannwerken rund 150 Gigawatt zusätzliche Photovoltaikleistung ins Netz integrieren. Das entspricht mehr als die derzeit in Deutschland installierte PV-Gesamtleistung von etwa 130 Gigawatt.

So nutzen Batteriespeicher freie Netzkapazitäten

Der Ansatz der Studie: Statt nur die Nennleistung eines Transformators zu betrachten, analysieren die Forschenden dessen tatsächliche Auslastung über das gesamte Jahr. Transformatoren stoßen nur zu bestimmten Zeiten an ihre Leistungsgrenze. Intelligent gesteuerte Großbatteriespeicher können genau in diesen Momenten Solarstromspitzen aufnehmen und die Energie später wieder abgeben. So lässt sich die vorhandene Transformatorleistung zeitlich besser ausnutzen.

Im zentralen Szenario der Studie könnte an einem Umspannwerk doppelt so viel erneuerbare Leistung angeschlossen sein, wie der Transformator gleichzeitig übertragen kann. Entscheidend ist dabei die Steuerung der Speicher: Sie müssen gezielt dann laden, wenn lokale Einspeisespitzen den Transformator belasten. Bei ausreichend dimensionierten und intelligent gesteuerten Speichern müsste im Jahresdurchschnitt nur rund 1 Prozent des zusätzlich erzeugten Solarstroms abgeregelt werden.

BSW-Solar fordert Nachbesserungen am Netzpaket

Die Studienergebnisse sind für den Verband auch politisch relevant: Der Bundestag berät derzeit das sogenannte Netzpaket, mit dem die Bundesregierung den Ausbau erneuerbarer Energien und Speicher stärker mit dem Netzausbau synchronisieren will. Geplant ist unter anderem ein sogenannter Redispatch-Vorbehalt, der in ausgewiesenen Netzengpassgebieten den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien weitgehend einschränken würde.

BSW-Solar-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig kritisiert diesen Ansatz: „Die Antwort auf knappe Netzkapazitäten darf nicht darin bestehen, den Ausbau der Erneuerbaren auszubremsen." Der Verband fordert stattdessen, vorhandene Netzkapazitäten durch Batteriespeicher und flexibleren Netzbetrieb besser auszuschöpfen. Netzengpassgebiete sollten nur dann ausgewiesen werden dürfen, wenn Netzbetreiber zuvor die Digitalisierung der Mittel- und Hochspannungsnetze umgesetzt und Ausschreibungen für netzdienliche Speicher nach § 11a des Energiewirtschaftsgesetzes durchgeführt haben. Das Beladen von Speichern mit Solarstrom bei temporären Engpässen dürfe künftig nicht mehr behindert werden.

Nahaufnahme von blauen Solarmodulen mit einem klaren Rastermuster, beleuchtet von hellem Sonnenlicht. Die Module gehören zu einer Solaranlage auf einem Wohnhaus und erzeugen erneuerbare Energie zur nachhaltigen Stromversorgung.
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