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Wärmepumpe bei Frost & Stromausfall: Wie groß ist das Risiko?

Lesezeit: 3 min Claudia Mühlbauer

Längerer Stromausfall bei Frost kann Wärmepumpen beschädigen. Welche Gefahren wirklich drohen und wie Hausbesitzer:innen vorsorgen können.

Luftwärmepumpen an der Fassade neben einer Eingangstür mit schneebedeckten Pflanzen im Vordergrund

Winterliche Temperaturen haben zuletzt viele Eigenheimbesitzer:innen mit Wärmepumpe beunruhigt. Auslöser hierfür war insbesondere ein mehrtägiger Stromausfall in Berlin Anfang des Jahres, von dem 45.000 Haushalte betroffen waren. In der Folge stellten sich viele Wärmepumpen-Nutzer:innen die Frage, ob ihre Heizung nach dem Wiederanlaufen unbeschadet weiterbetrieben werden kann oder ob durch Frost Schäden entstanden sein könnten. Einzelne Berichte sprachen sogar von Explosionsgefahr.

Monoblock-Wärmepumpen besonders betroffen

Frostschäden sind vor allem bei Luft-Wasser-Wärmepumpen in sogenannter Monoblock-Bauweise möglich. Diese Geräte machen rund 70 Prozent der neu installierten, privaten Wärmepumpen aus. Die gesamte Technik befindet sich in einer Außeneinheit, durch die das Heizkreislaufwasser aus dem Haus geführt wird, um dort über einen Wärmetauscher erwärmt zu werden.

Steht die Anlage bei starkem Frost über mehrere Tage still, kann dieses Wasser einfrieren und sich ausdehnen. In der Folge können Rohrleitungen oder der Wärmetauscher beschädigt werden – insbesondere dann, wenn Leitungen unzureichend isoliert oder nicht fachgerecht verlegt wurden. Split-Anlagen sind deutlich weniger anfällig, da bei ihnen kein Heizkreislaufwasser nach außen geführt wird.

Explosionsgefahr meist nur theoretisch möglich

Eine theoretische Explosionsgefahr besteht ausschließlich bei Monoblock-Wärmepumpen, die mit dem natürlichen Kältemittel Propan betrieben werden. Damit es allerdings in die Wohnräume gelangen könnte, müsste es infolge eines Frostschadens vom Kältemittelkreislauf in den Heizkreislauf übertreten. Voraussetzung hierfür wäre, dass der Wärmetauscher nur im Inneren beschädigt wird, während seine Außenhülle intakt bleibt. Da Propan unter höherem Druck steht als das Wasser des Heizungskreislaufs, könnten sich in der Folge Gasblasen in diesen drücken und im Haus zirkulieren.

Fachleute halten dieses Szenario für äußerst unwahrscheinlich. Tests zeigen, dass ein einmaliges Durchfrieren, wie es bei einem mehrtägigen Stromausfall auftreten kann, üblicherweise nicht ausreicht, um einen Wärmetauscher zu beschädigen. Zudem werden Monoblock-Geräte regelmäßig unter deutlich extremeren Bedingungen geprüft, als sie in Deutschland üblich sind.

Sicherheitsmaßnahmen reduzieren das Risiko deutlich

Hersteller setzen auf mehrere Sicherheitsstufen wie doppelwandige Wärmetauscher, Gas-Luft-Abscheider und Überdruckventile, die austretendes Kältemittel außerhalb des Gebäudes ableiten. Teilweise funktionieren diese Einrichtungen rein mechanisch und damit auch bei einem Stromausfall. Solche Sicherheitskonzepte sind bei den gängigen Herstellern Standard.

Damit das Gas überhaupt explosionsfähig wäre, müssten mindestens 2 Prozent Propan in der Raumluft vorhanden sein. Da die Füllmenge in Monoblock-Wärmepumpen meist ein bis zwei Kilogramm beträgt, müsste nahezu die gesamte Menge in einen sehr kleinen Raum gelangen. Normen schreiben zudem Mindestabstände zu Kellerfenstern oder Geländesenken bei der Aufstellung vor, da Propan schwerer als Luft ist. Werden diese Vorgaben eingehalten, ist ein Austritt ins Freie unkritisch.

Frostschäden bleiben vor allem ein Kostenrisiko

Reißt ein Wärmetauscher infolge von Frost, bedeutet das unabhängig von der Sicherheitsfrage meist einen wirtschaftlichen Totalschaden der Wärmepumpe. In sehr kalten Regionen wird dem Heizkreislaufwasser daher teilweise Glykol als Frostschutz beigemischt, was die Effizienz der Anlage allerdings spürbar reduziert.

Bei einem längeren Stromausfall während starker Frostperioden raten Fachbetriebe dazu, das Wasser im Monoblock manuell abzulassen. So lassen sich schwere Schäden vermeiden, auch wenn die Wärmepumpe vorübergehend außer Betrieb bleibt.

Zwei Männer betrachten eine Wärmepumpe vor einem Haus.
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