Über Parteigrenzen hinweg: Wärmepumpe beliebteste Heizung
Die meisten Hausbesitzer:innen würden bei einem Heizungstausch die Wärmepumpe bevorzugen, unabhängig von der politischen Überzeugung.
Bei einem anstehenden Heizungswechsel würden sich 46,5 Prozent der Hausbesitzer:innen für eine Wärmepumpe entscheiden – 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Das zeigt der aktuelle „Wärmepumpen-Monitor“ des Heizungsbauers Thermondo in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Appinio. Befragt wurden 1.000 Eigenheimbesitzer:innen.
Mit deutlichem Abstand zur Wärmepumpe folgen hybride Heizsysteme, die eine Wärmepumpe mit Gas, Öl oder Solarthermie kombinieren. Sie kommen auf 18 Prozent Zustimmung.
Eine neue Gasheizung würden derzeit nur noch 14,5 Prozent der Befragten wählen.
Noch weniger Zuspruch erhalten andere Systeme: Jeweils 7 Prozent würden auf eine Pelletheizung oder den Anschluss an ein Fernwärmenetz setzen.
Am geringsten ist das Interesse an einer Ölheizung – sie käme lediglich für 5 Prozent infrage.
Auch Hausbesitzer:innen, die konservative Parteien wählen, setzen in erster Linie auf Wärmepumpen. Trotz deutlicher Häufigkeitsunterschiede je nach Wahlabsicht ist die Wärmepumpe über alle Lager hinweg das beliebteste Heizsystem.
Wärmepumpen-Skepsis vor allem finanzieller Natur
Vorausgesetzt, die Wärmepumpe ist technisch umsetzbar und rechnet sich im eigenen Gebäude, halten 79 Prozent der Befragten ihre Entscheidung für diese Technologie für wahrscheinlich. Die Beweggründe sind dabei vor allem wirtschaftlicher Natur:
65,5 Prozent der Befürworter:innen erwarten niedrigere Heizkosten.
51 Prozent verweisen auf staatliche Förderungen.
44 Prozent setzen auf eine mögliche Wertsteigerung der Immobilie.
Auch Umweltaspekte spielen eine Rolle – 45 Prozent nennen den Klimaschutz als Argument.
Auf der Gegenseite dominieren finanzielle Bedenken. 38 Prozent sehen in den hohen Anschaffungskosten das größte Hindernis. Dahinter folgen Sorgen vor hohen Stromkosten im Betrieb sowie Unsicherheit über die tatsächlichen Betriebskosten und fehlende finanzielle Mittel. Zweifel an der Wirtschaftlichkeit äußern lediglich 13 Prozent.
Das zeigt, dass grundsätzliches Misstrauen gegenüber der Technologie mittlerweile ein Randthema ist. Niedrigere Gerätepreise wie in anderen europäischen Ländern, geringere Stromkosten und eine sozial gerechte Förderung könnten die Energiewende deutlich vorantreiben. Derzeit lassen sich zwischen 30 und 70 Prozent einer Wärmepumpe staatlich fördern, was die Anschaffungskosten bereits deutlich senkt.