Spritpreise zünden: Gebrauchte E-Autos im Nachfrage-Boom
Das Interesse an gebrauchten Elektroautos hat stark zugenommen. Haupttreiber sind die Preise an den Tankstellen, aber auch ein größeres Angebot.
Gebrauchte Elektroautos verzeichnen derzeit einen deutlichen Nachfrageanstieg. Innerhalb von nur 18 Tagen im März hat sich der Anteil der Suchanfragen bei mobile.de im Vergleich zum Februar verdreifacht – von 12 auf 36 Prozent. Gleichzeitig registrierten Händler rund 66 Prozent mehr Anfragen zu gebrauchten Stromern.
Als zentraler Auslöser gelten die gestiegenen Kraftstoffpreise. Laut einer Umfrage von mobile.de wird zudem knapp die Hälfte der Deutschen bei der Wahl des Antriebs von der aktuellen weltpolitischen Lage beeinflusst.
Größeres Angebot macht E-Autos erschwinglicher
In den vergangenen Jahren ist das Angebot an gebrauchten Elektroautos deutlich gewachsen. Immer mehr Leasingrückläufer gelangen auf den Markt, während Hersteller ihre Produktion ausgeweitet haben. Zudem gewinnen chinesische Hersteller im Markt an Bedeutung und setzen dabei vor allem auf günstige Preise. Ihr Anteil an den Neuzulassungen lag zuletzt bereits bei knapp 7 Prozent und steigt weiter.
Gebrauchte E-Autos sind heute häufig deutlich günstiger als noch vor einigen Jahren und für viele Haushalte erstmals bezahlbar. Neben dem Kaufpreis spielen auch die laufenden Kosten eine wichtige Rolle: Strom ist heute oft günstiger als Benzin oder Diesel – vor allem beim Laden zu Hause oder mit speziellen Tarifen.
Interesse steigt – Kaufentscheidungen noch offen
Trotz des wachsenden Interesses bleibt offen, ob daraus auch mehr tatsächliche Käufe entstehen. Experten gehen davon aus, dass sich viele Menschen derzeit intensiver mit dem Thema E-Auto beschäftigen, ohne direkt eine Kaufentscheidung zu treffen. Gleichzeitig wächst das Vertrauen in die Technik: Moderne Elektrofahrzeuge bieten zunehmend geprüfte Batteriezustände oder Garantien, die zusätzliche Sicherheit schaffen.
Im März 2026 haben Elektroautos insgesamt einen neuen Höchststand bei den Neuzulassungen erreicht und mit 24 Prozent einen größeren Anteil am Gesamtmarkt gewonnen. Bei Gebrauchtwagen liegt der Anteil der Stromer derzeit allerdings nur bei 4 Prozent.
Ladeinfrastruktur bleibt entscheidender Faktor
Ein zentrales Hindernis bleibt die Ladeinfrastruktur: Fehlt die Möglichkeit zum Laden zu Hause, entscheiden sich viele gegen ein E-Auto. Auch das Vertrauen in den Ausbau öffentlicher Lademöglichkeiten ist bei vielen noch begrenzt.
Gleichzeitig gibt es in Deutschland bereits rund 100.000 Ladepunkte – im Vergleich zu etwa 14.800 Tankstellen. Zudem plant die Bundesregierung, das Netz bis 2030 auf eine Million Ladepunkte auszubauen. Für Eigenheimbesitzer:innen bleibt die Möglichkeit zu Hause zu laden dennoch ein entscheidender Faktor bei der Überlegung zum Umstieg auf ein gebrauchtes E-Auto.