Solar-Boom auf Eigenheimen: Was jetzt die Nachfrage antreibt
Private PV-Anlagen werden wieder mehr nachgefragt. Für diese Entwicklung sind innen- wie außenpolitische Faktoren und Unsicherheiten verantwortlich.
Die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen auf Eigenheimen zieht wieder an. Im zweiten Quartal 2026 wurden laut Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) etwa 10 Prozent mehr private Anlagen installiert als noch im Vorjahresquartal. Besonders deutlich wurde der Zuwachs im Juli: Hier lag der Wert 21 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.
Rahmenbedingungen und schwankende Energiepreise maßgeblich
Nach Einschätzung des BSW-Solar spielen bei der gestiegenen Nachfrage neben den Unsicherheiten durch den Krieg im Nahen Osten auch innenpolitische Faktoren eine Rolle. Maßgeblich seien hier die Pläne der Bundesregierung, die garantierte Einspeisevergütung für Solarstrom ab 2027 schrittweise abzuschaffen. Bei neuen kleineren Anlagen soll die dauerhafte Förderung gestrichen und stattdessen stärker auf Direktvermarktung und Eigenverantwortung gesetzt werden.
Für Eigenheimbesitzer:innen rückt dadurch die Eigennutzung des Solarstroms noch stärker in den Mittelpunkt. Gleichzeitig sorge der Wunsch, sich die Förderung noch zu sichern, für Vorzieheffekte bei der Nachfrage. Bis die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im kommenden Jahr in Kraft tritt, gelten noch die aktuellen Regelungen.
Jahresbilanz liegt noch unter Vorjahresniveau
Trotz der Belebung im zweiten Quartal fällt der Zubau von Januar bis Juli 2026 insgesamt noch etwas niedriger aus als im Vorjahreszeitraum. In den ersten sieben Monaten des Jahres wurden rund 2,72 Gigawattpeak (GWp) neu installiert. Im gleichen Zeitraum 2025 waren es 2,79 GWp.
Damit liegt der Markt weiterhin deutlich unter den außergewöhnlich hohen Zubauraten der Jahre 2022 und 2023. Damals hatten die stark gestiegenen Energiepreise die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen besonders stark angekurbelt. In den vergangenen beiden Jahren ging der PV-Zubau im Vergleich zum Rekordjahr 2023 um rund ein Drittel zurück.
Die aktuellen Zahlen zeigen damit zwei Entwicklungen gleichzeitig: Kurzfristig nimmt das Interesse an Solaranlagen auf Eigenheimen wieder zu, während der Zubau im bisherigen Jahresverlauf noch nicht das Niveau des Vorjahres erreicht.