Preise für Baumaterialien deutlich gestiegen
Fast alle Baumaterialien haben sich im ersten Halbjahr 2023 drastisch verteuert. Bausand kostet fast 23 Prozent mehr als im Vorjahr, Zement ist sogar fast 42 Prozent teurer.
Bauen und Sanieren ist 2023 aufgrund gestiegener Materialpreise deutlich teurer geworden. Vor allem die Preise von mineralischen Baustoffen wie Zement, Kalk oder Mörtel sind im Vorjahresvergleich stark gestiegen. Lediglich Materialien aus Holz und aus Stahl sind aktuell günstiger als vor einem Jahr. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) in einer Pressemitteilung mit.
Mineralische Baustoffe, Sanitärausstattung und Türverkleidungen betroffen
Preiserhöhungen gab es bei fast allen mineralischen Baustoffen, deren Herstellung Energie erfordert. Aber auch sogenannte Baubedarfsartikel aus Kunststoff haben sich stark verteuert. Dazu zählen Sanitärausstattungen wie Badewannen und Waschbecken sowie Fenster- oder Türverkleidungen.
Holz- und Metallpreise teilweise gesunken
Die Preise für Baumaterialien aus Holz sanken dagegen wieder bis zu 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bei Baumaterialien aus Metall gab es zwar Preissenkungen bei Betonstahl in Stäben (-28,5 %) und Betonstahlmatten (-27,1 %). Andere Stahlmaterialien wurden dagegen teurer, wie zum Beispiel Stahlrohre (+6,3 %).
Preise teilweise fast doppelt so hoch wie vor der Energiekrise
Trotz der aktuellen Preissenkungen sind die Kosten für fast alle Baumaterialien insgesamt deutlich gestiegen im Vergleich zum Preisniveau vor der Energiekrise. Im ersten Halbjahr 2021 war lediglich Konstruktionsvollholz billiger. Bei allen anderen Baumaterialien haben sich die Kosten erhöht. Am stärksten gestiegen sind die Preise für Stabstahl (+86,9 %).
Branchenverband warnt vor verheerenden Folgen
Der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) warnte in einer Pressemitteilung nun vor verheerenden gesamtwirtschaftlichen Folgen, wenn die Politik keine Lösungen findet. Die rasant gestiegenen Baupreise haben bereits zu enormen Auftragseinbußen in der Baubranche geführt, wie eine Umfrage des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo Instituts) ergab. Derzeit gebe es den höchsten Stand an Stornierungen seit Beginn der Erhebung 1991.