Politik gefordert: Vertrauen in Immobilien als Altersvorsorge sinkt
Die Deutschen verlieren zunehmend das Vertrauen in Immobilien als Bestandteil der Altersvorsorge. Dennoch planen etwa 20 Prozent einen zeitnahen Immobilienkauf.
Das Vertrauen in selbst genutztes Wohneigentum als beste Art der Altersvorsorge hat in den letzten Jahren immer mehr abgenommen. 2020 waren noch 51 Prozent der Erwerbstätigen davon überzeugt, das Eigenheim sei die zuverlässigste Form der Altersabsicherung. Nach vier Rückgängen in Folge ist der Anteil im Jahr 2023 mittlerweile auf 42 Prozent gesunken. Bei den Berufstätigen unter 45 Jahren ist der Anteil mit 37 Prozent sogar noch geringer. Zu diesem Ergebnis kommt eine von YouGov durchgeführte Umfrage der HDI-Versicherung.
Verunsicherung wegen der Politik der Bundesregierung
Die Ursachen für das schwindende Vertrauen der Bevölkerung in die eigenen vier Wände als Altersvorsorge sieht Tomas Peeters, Vorstandsvorsitzender der Baufi24 Baufinanzierung AG und Geschäftsführer der Bilthouse-Gruppe, unter anderem in den höheren Bau- und Finanzierungskosten. Diese führten dazu, dass das Eigenheim für viele Menschen mittlerweile weniger erschwinglich sei. Als zweiten wichtigen Faktor macht Peeters die Uneinigkeit in der politischen Vorgehensweise aus:
„Auch Aktionen wie der plötzliche Antragsstopp für diverse KfW-Förderkredite sind ein Musterbeispiel dafür, wie man bauwillige Menschen verunsichert. So trägt denn auch die Politik mit ihrem Regulierungsdrang und ständigen Richtungswechseln eine klare Mitschuld daran, dass der Traum vom eigenen Heim für viele Deutsche zunehmend verblasst.“
Marktsituation entspannt sich
Die positive Nachricht: Die Inflationsrate ist lange nicht mehr so hoch wie noch im vergangenen Jahr und bereits seit November 2023 sinken die Bauzinsen deutlich. Bei einer Zinsbindung über zehn Jahre liegen sie aktuell bei durchschnittlich 3,39 Prozent - vor etwa zwei Monaten lag der Wert noch bei 4,23 Prozent. Auch die Immobilienpreise sinken weiterhin. Eine Wohnimmobilie zu bauen oder zu kaufen, ist dadurch wieder deutlich erschwinglicher geworden. Peeters sieht die Bundesregierung nun im Zugzwang:
„Würde nun noch auch die Politik ihren Beitrag leisten, dann dürfte auch das Vertrauen der Deutschen ins eigene Heim wieder zurückkehren. Der Instrumentenkoffer ist groß und beinhaltet neben zinsgünstigen Förderkrediten etwa auch die steuerliche Absetzbarkeit von Kreditzinsen und energetischen Sanierungsaufwendungen für Eigennutzer sowie eine Reduzierung oder gar Streichung der Grunderwerbssteuer.“
20 Prozent der Deutschen planen Immobilienkauf
Der Wunsch nach dem Eigenheim ist bei den Deutschen nach wie vor groß. Laut einer aktuellen von OmniQuest durchgeführten Umfrage planen etwa 20 Prozent der Befragten einen zeitnahen Immobilienkauf. In der Altersgruppe bis 40 Jahre interessieren sich 48 Prozent der Befragten für einen Immobilienkauf, wobei 40 Prozent innerhalb der nächsten zwölf Monate aktiv werden wollen.