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Stromkunden zahlen für neue Gaskraftwerke – Höhe der Umlage völlig offen

Lesezeit: 2 min Claudia Mühlbauer

Der Bau neuer Gaskraftwerke soll über eine Umlage finanziert werden. Wie hoch diese für Stromkund:innen ausfällt, kann die Bundesregierung bislang nicht einmal annähernd schätzen.

Richtungsweisendes Schild mit der Aufschrift Kraftwerk vor grünen Büschen

Stromkund:innen in Deutschland müssen sich in Zukunft auf steigende Kosten einstellen: Wie das Bundeswirtschaftsministerium jüngst bestätigte, soll der Bau neuer Gaskraftwerke über eine Umlage finanziert werden, die von allen Verbraucher:innen getragen wird. Geplant ist ihre Einführung im Jahr 2027, erhoben werden soll sie ab 2031.

Wie hoch die Zusatzkosten ausfallen werden, kann die Bundesregierung bislang jedoch nicht einmal grob beziffern. Frank Wetzel, beamteter Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, schrieb in seiner Antwort auf eine schriftliche Frage des Bundestagsabgeordneten Michael Kellner (Grüne): „Die Ausgestaltung der Umlage befindet sich derzeit in der Diskussion.“

Kellner, derzeit energiepolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion, kritisierte: „Kaum zu glauben, dass die Bundesregierung nicht weiß, wie teuer der Strompreis durch die Kraftwerksstrategie wird. Klar ist nur, der Strompreis steigt.“

Kraftwerke als Absicherung bei Dunkelflauten

Die Grundsatzeinigung mit der EU-Kommission über den Ausbau neuer Kraftwerkskapazitäten bezeichnete Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) als „entscheidenden Schritt für die Versorgungssicherheit“. Die anfänglichen Pläne für Kraftwerke mit mindestens 20 Gigawatt Leistung waren nach Koalitionsdebatten und auf Druck der EU auf 12 Gigawatt gekürzt worden. Da die Anlagen mit milliardenschweren staatlichen Zuschüssen gefördert werden sollen, war die Zustimmung aus Brüssel erforderlich.

Der größte Teil der Kapazitäten, 10 Gigawatt, soll in Form neuer Gaskraftwerke entstehen, die später auf Wasserstoff umgerüstet werden können. Die übrigen 2 Gigawatt werden technologieoffen vergeben. Die Ausschreibungen sollen im Herbst 2026 beginnen.

Hintergrund sind der Atomausstieg Deutschlands sowie das beschlossene Ende der Kohleverstromung bis 2038, durch die eine Versorgungslücke entsteht. Bislang sichern Braun- und Steinkohlekraftwerke große Teile der Stromversorgung in Zeiten geringer Einspeisung aus Wind- und Solaranlagen. Mit ihrem Wegfall müssen andere steuerbare Anlagen bereitstehen, die bei Bedarf kurzfristig Strom liefern können.

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