Gasspeicher-Füllstand in Deutschland steigt auf 100 Prozent
Die deutschen Gasspeicher sind seit dem Wochenende vollständig gefüllt. Verbraucher:innen sind dennoch weiterhin zum Sparen angehalten, um einen möglichen Gasmangel zu vermeiden.
255.000 Gigawattstunden oder 100,04 Prozent: So lautet der offizielle Füllstand der deutschen Gasspeicher, den der europäische Gasspeicherverband (GIE) am Montag bekanntgegeben hat. Die gespeicherte Menge würde etwa den Verbrauch von zwei bis drei durchschnittlich kalten Wintermonaten decken.
Weil der September und der Oktober in diesem Jahr vergleichsweise mild waren, ist es außerdem weniger wahrscheinlich geworden, dass das Erdgas im kommenden Winter rationiert werden muss. „Es ist eine gute Nachricht, dass die Speicher nun zu 100 Prozent gefüllt sind. Wir sind viel besser vorbereitet auf den Winter als wir es im letzten Jahr waren“, äußerte sich Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Keine Entwarnung bei sehr niedrigen Temperaturen
Eine Gasmangellage und eine damit einhergehende Rationierung wären allerdings immer noch möglich, wenn die Temperaturen im Winter sehr stark fallen. Darauf wies Sebastian Heinermann, Geschäftsführer des deutschen Gasspeicherverbandes Ines, gegenüber der dpa hin. Direkt betroffen wäre davon die Industrie. Private Haushalte müssen zwar keine Gasrationierung befürchten, die Gaspreise würden sich aber deutlich erhöhen.
Hohe Heizkosten bei stark sinkenden Temperaturen
Eine mögliche Gasmangellage würde eine hohe Nachfrage bedeuten, die sich in steigenden Gaspreisen zeigen würde. Höhere Preise kommen mit zeitlicher Verzögerung schließlich auch bei den Gastarifen für Verbraucher:innen an. Müller merkte zudem an, dass es nach wie vor möglich sei, durch einen sparsamen Gasverbrauch Kosten zu sparen: „Wir bitten die Menschen, sich weiter genau zu überlegen, welcher Verbrauch sich einsparen lässt.“ Auch sei es trotz der aktuell gefüllten Gasspeicher für eine vollständige Entwarnung noch zu früh.