EZB erhöht Leitzins auf 4,5 Prozent – stabile Bauzinsen erwartet
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins am Donnerstag erneut um 0,25 Prozent erhöht. Ein weiterer Anstieg der Bauzinsen muss laut Expert:innen des Verbrauchermagazins Finanztest aber nicht aus der Leitzinsanhebung folgen.
Seit Juli 2022 ist der Leitzins zum zehnten Mal von der EZB auf mittlerweile 4,5 Prozent erhöht worden. Die Entwicklung hatte auch Auswirkungen auf den Immobiliensektor, denn das Bauzinsniveau stieg parallel zum Leitzins. Weil die Kreditzinsen für viele Kaufinteressent:innen nicht mehr zu stemmen waren, hatten Verkäufer:innen zunehmend Schwierigkeiten beim Immobilienverkauf oder mussten die Preise senken.
Dreht sich der Markt?
Eine Verschlimmerung der Situation sehen Expert:innen für Verkäufer:innen durch die Leitzinsanhebung aber nicht. Zuletzt habe die Nachfrage nach Baufinanzierungen sogar wieder leicht zugenommen. Laut dem Magazin ist das ein Anzeichen dafür, dass Verbraucher:innen sich an die teureren Konditionen bei Immobilienkrediten gewöhnen.
Bauzinsen seit Jahresbeginn stabil
Der durchschnittliche Zinssatz für eine 80-Prozent-Finanzierung mit einer Zinsbindung über 15 Jahre und 2 Prozent Tilgung hat sich laut Finanztest seit Jahresbeginn kaum noch verändert. Im Test befanden sich die Zinssätze der Anbieter zwischen 3,72 und 3,81 Prozent. Mit einer Zinsbindung über zehn Jahre lagen die besten Konditionen laut der Zeitschrift bei 3,54 Prozent, mit 20-Jahre-Zinsbindung bei 3,81 Prozent. Eine lange Zinsbindung kostet damit aktuell nicht viel mehr als eine kürzere. „In der Niedrigzinsphase betrug der Unterschied dagegen manchmal bis zu einem halben Prozent“, schreiben die Expert:innen von Finanztest.