Enormes Wärmepumpen-Potenzial – wenn die Förderung stimmt
Bei passender finanzieller und politischer Unterstützung könnten bis 2030 Millionen Wärmepumpen in Deutschland installiert werden.
Bis 2030 könnten etwa 5,4 Millionen Eigenheime mit Wärmepumpen ausgestattet sein. Im Vergleich zu heute wäre das eine Verdreifachung. Zu diesem Schluss kommt Carolin Friedemann, Geschäftsführerin der Initiative Klimaneutrales Deutschland. Voraussetzung für diese Entwicklung wäre jedoch eine gezielte Förderung.
Friedemann bezieht sich auf die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD). Ausgewertet wurden über 2.000 Interviews mit Hausbesitzer:innen, die ihre Immobilie selbst nutzen. Die Ergebnisse:
17 Prozent besitzen bereits eine Wärmepumpe
23 Prozent können sich eine Anschaffung bis 2030 vorstellen – vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen stimmen
Potenzial vor allem bei jüngeren und einkommensstarken Haushalten
Besonders groß ist das Interesse an einer Wärmepumpe bei Eigenheimbesitzer:innen unter 45 Jahren. Vor allem Haushalte mit einem monatlichen Netto-Einkommen von mehr als 5.000 Euro zeigen sich offen für den Umstieg. Eine Mehrheit aus dieser Gruppe gibt an, den Heizungstausch auch ohne staatliche Unterstützung finanzieren zu können.
Anders sieht es bei Haushalten mit weniger als 2.500 Euro monatlichem Einkommen aus:
Zwei Drittel können maximal 15.000 Euro investieren
Die tatsächlichen Kosten einer Wärmepumpe liegen meist zwischen 25.000 und 35.000 Euro
Die hohen Investitionskosten gelten damit als größtes Hemmnis. Mehr als die Hälfte der Befragten nennt sie als Hauptgrund gegen eine Anschaffung.
Zielgerichtete Förderung ist essenziell
Friedemann betont: „Ohne Förderung wird es schwierig.“ Gleichzeitig sei es wichtig, die Unterstützung sehr zielgerichtet einzusetzen. Zinsgünstige Kredite oder steuerliche Vergünstigungen könnten eine entscheidende Rolle dabei spielen, das volle Potenzial von Wärmepumpen auszuschöpfen.
Noch ist jedoch unklar, wie die Heizungsförderung unter dem künftigen „Gebäudemodernisierungsgesetz“ aussehen wird. Ursprünglich sollten die Eckpunkte bereits Ende letzten Jahres vorliegen, was jedoch an Koalitionsstreitigkeiten scheiterte. Die Details sollen nun im Februar vorgestellt werden – vorausgesetzt, der Zeitplan wird nicht ein weiteres Mal verschoben.
Kerstin Stratmann, Geschäftsführerin im Fachverband Gebäudeenergie des Verbands der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI), warnt, dass diese Unsicherheit derzeit ein Hemmfaktor für viele Hausbesitzer:innen ist. Neben verlässlichen Förderbedingungen spricht sie sich zudem für die Stromsteuersenkung für alle, flexible Stromtarife und bidirektionales Laden von E-Autos aus. Wichtig sei, dass neue Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Bei dieser Regel handelt es sich allerdings um den Knackpunkt der anhaltenden Koalitionsdebatten.