Energiebranche fordert Bundesregierung zu Stromkostenentlastung auf
Die Stromkosten steigen dieses Jahr voraussichtlich an. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft drängt auf die Entlastung von Stromkund:innen.
Aufgrund von Entscheidungen der Bundesregierung sei in diesem Jahr mit steigenden Energiepreisen zu rechnen, äußerte sich Kerstin Andreae, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Donnerstag in Berlin. Ursache hierfür sei die von der Koalition angekündigte Streichung der Bezuschussung der Netzentgelte, die einen Teil des Strompreises bilden. Die Rücknahme der Finanzierung der Übertragungsnetzkosten in Höhe von bis zu 5,5 Milliarden Euro wurde aufgrund der Sparzwänge im Haushalt beschlossen.
Umgestaltung der Stromsteuer und Netztransformationskosten
Als wirksame und leicht umzusetzende Maßnahme zur Entlastung des Strompreises sprach sich Andreae für eine Absenkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß für alle Verbraucher:innen aus. Weiterhin müsse geprüft werden, ob die Transformationskosten beim Netzausbau und -umbau vom Bund bezahlt werden oder ob die Verbraucher:innen vollständig dafür aufkommen sollten. Diese Kosten beliefen sich 2022 etwa auf 4,1 Milliarden Euro und fielen an, weil die Netzbetreiber bei nicht optimal ausgebauten Netzen bestimmte Engpassmanagement-Maßnahmen durchführen müssen.
Innerhalb Europas hat Deutschland aktuell immer noch die zweithöchste Steuer-, Umlagen- und Abgabenlast – obwohl bereits die EEG-Umlage weggefallen ist.