Ende der Billig-Phase? Solar könnte bald wieder teurer werden
Die Preise für PV-Anlagen stehen vor einem möglichen Anstieg. Grund dafür sind geplante Änderungen Chinas bei Exportvergünstigungen und steigende Rohstoffkosten.
Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Preise für Photovoltaik aus China in diesem Jahr um etwa 10 Prozent steigen könnten. Grund dafür ist die vollständige Abschaffung der Mehrwertsteuer-Exportvergünstigungen für Solarmodule, Wechselrichter und PV-Zubehör ab dem 1. April 2026. Für Batterieprodukte wird der Exportrabattsatz zunächst von 9 auf 6 Prozent gesenkt und entfällt ab Anfang 2027 vollständig. Die chinesische Regierung hatte diese Maßnahmen bereits im Januar 2026 angekündigt. Vorausgegangen war im Dezember 2024 eine frühere Anpassung: Die Export-Steuerrückerstattungen für ausgewählte PV- und Batterieprodukte wurden damals von 13 auf 9 Prozent reduziert.
Damit reagiert China als weltweit größter Lieferant von Photovoltaikprodukten auf die enormen Produktionskapazitäten, die die weltweite Nachfrage deutlich übersteigen. Die Überproduktion sorgt für Preisdruck, sinkende Margen und teilweise Insolvenzen bei Herstellern, selbst innerhalb Chinas. Durch den Abbau der Steuervorteile soll der Markt nun stabilisiert werden. Gleichzeitig wurden subventionierte chinesische Exporte bereits von mehreren Ländern als unfaire Wettbewerbsvorteile kritisiert, was zu Zöllen und Handelsbarrieren geführt hat. Die Maßnahmen dienen daher auch der Deeskalation und der Vermeidung weiterer Sanktionen.
Rohstoffpreise treiben Kosten weiter nach oben
Zusätzlich erhöhen steigende Preise für wichtige Vorprodukte wie Wafer, Solarzellen und Glas die Produktionskosten von Solarmodulen. Bereits seit September 2025 ziehen die Preise an, über den Jahreswechsel 2025/26 beschleunigte sich diese Entwicklung weiter. Besonders relevant ist der Anstieg des Silberpreises – international kletterte er im Jahresverlauf um über 130 Prozent. Silber ist ein unverzichtbarer Bestandteil von Solarzellen und wird vor allem für Silberpasten, Elektroden und Leiterbahnen verwendet. Da etwa 15 Prozent der Modulkosten mittlerweile auf Silberpaste entfallen, beeinflussen Preisschwankungen direkt die Zell- und Modulproduktion.
Polysilizium, ein weiterer wichtiger Rohstoff für Solarzellen, stieg ebenfalls im Preis. Grund dafür war, dass mehrere Hersteller in China ihre Produktion gedrosselt haben, um ein Überangebot abzubauen. Der Spotpreis für ein Kilogramm Solar‑Polysilizium stieg im Sommer 2025 von rund 4 auf über 5 Euro und liegt aktuell bei etwa 6,39 Euro pro Kilogramm.