Aufwärtstrend: 2026 nimmt die Elektromobilität Fahrt auf
Branchenverbände der deutschen Automobilindustrie rechnen 2026 mit steigenden Zulassungszahlen für E-Autos. Doch wer unterwegs lädt, zahlt immer noch deutlich mehr als zu Hause.
Prognosen zufolge könnte 2026 jedes vierte neu zugelassene Fahrzeug ein Elektroauto sein – in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres war es bereits mehr als jedes fünfte. Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) rechnet im laufenden Jahr mit etwa 740.000 Neuzulassungen reiner Elektroautos, der Verband der Automobilindustrie (VDA) liegt mit 693.000 etwas darunter.
2025 stieg der Absatz der Stromer insgesamt um 43 Prozent. Dieser Wert lag sogar vier Prozent über dem Niveau von 2023, als noch ein Umweltbonus von bis zu 4.500 Euro gezahlt wurde. In diesem Jahr könnte die Neuauflage der Kaufprämie den Umstieg auf E-Mobilität weiter beschleunigen.
Unterstützung für Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen
Vorgesehen sind 3.000 Euro Basiszuschuss für Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis 80.000 Euro. Für das erste und zweite Kind soll die Einkommensgrenze jeweils um 5.000 Euro und der Zuschuss um jeweils 500 Euro angehoben werden. Bei einem monatlichen Netto-Haushaltseinkommen unter 3.000 Euro ist eine Erhöhung des Förderbetrags um weitere 1.000 Euro geplant, sodass insgesamt 5.000 Euro Prämie möglich sind. Derzeit ist noch keine Antragstellung über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) möglich.
Preise gleichen sich immer weiter an
Die Entscheidung für ein Elektrofahrzeug dürfte künftig weniger von den Anschaffungskosten abhängen: „Aufgrund von weiterhin gewährten Rabatten, sowie der zu erwartenden E-Prämie seitens der Bundesregierung werden sich die Preise von Verbrennern und Elektrofahrzeugen immer weiter angleichen“, erklärt Beatrix Klein vom Center Automotive Research in Duisburg.
Ein Blick auf die beliebtesten Modelle im Dezember 2025 bestätigt dies: der Skoda Karoq und sein Elektro-Pendant Elroq lagen im Basispreis quasi gleichauf und auch Mercedes und Volkswagen positionierten ihre neuen Elektrovarianten ähnlich wie die Benziner. Bei BMW lagen die Preisunterschiede zwar noch deutlich höher, doch auch hier ist demnächst ein Elektro-Einstiegsmodell geplant, das nur wenige Hundert Euro über dem entsprechenden Verbrenner liegt.
Quelle: WirtschaftsWoche
Generell liegt der Abstand für vergleichbare Basismodelle meist zwischen 5.000 und 9.000 Euro, bei mittleren Ausstattungslinien etwas darunter. Durch Rabatte, Förderungen und Leasing-Tarife können sich die Preise weiter annähern.
Öffentliches Laden bleibt zentrale Herausforderung
Eine Herausforderung bleibt die Ladeinfrastruktur. Zwar will die Bundesregierung auch hier nachbessern – und tatsächlich steigt die Anzahl der öffentlichen Ladesäulen seit Jahren –, doch die Kosten sind deutlich höher als an heimischen Ladestationen. Laut einer Studie von Bloomberg ist Strom aus der Wallbox im Schnitt fast 40 Prozent günstiger als Diesel oder Benzin von der Tankstelle. Das Laden unterwegs fällt dagegen deutlich teurer aus. Nach Angaben der Monopolkommission ist dafür unter anderem der fehlende regionale Wettbewerb zwischen den Anbietern verantwortlich. Für Eigenheimbesitzer:innen mit E-Auto ist eine Wallbox daher die beste Investition.