Abzocke mit Rentenunterlagen: Davor warnt die Verbraucherzentrale
Beschwerden bei der Verbraucherzentrale häufen sich: Ein Rentenportal verlangt Geld für Leistungen, die eigentlich kostenlos sind.
Die Verbraucherzentrale Hamburg meldet vermehrt Beschwerden über das Portal rentnerauskunft.de. Angeboten werden dort unter anderem Rentenauskünfte, Rentenbezugsbescheinigungen sowie eine „Information über Meldung an die Finanzverwaltung“. Nach Angaben des Anbieters werden die eingegebenen Daten zentral erfasst, aufbereitet und an die zuständige Deutsche Rentenversicherung weitergeleitet. Obwohl die Unterlagen dort kostenlos erhältlich sind, verlangt das Portal für diesen Service 29,90 Euro. Auch die Rentenversicherung selbst warnt vor dem Anbieter.
Das Portal ist in Gestaltung und Sprache so angelegt, dass es leicht mit der Website der Deutschen Rentenversicherung verwechselt werden kann. Solche Nachahmerportale sind kein Einzelfall. Die Verbraucherzentrale informiert unter www.vzhh.de/behoerden-nepp.
Rechtlich problematischer Bestellbutton
Besonders kritisch ist der Bestellbutton auf der Website. Er trägt lediglich die Aufschrift „Anfordern“, ohne deutlich zu machen, dass eine Zahlungspflicht entsteht. Nach deutschem Recht muss bei kostenpflichtigen Online-Angeboten klar erkennbar sein, dass eine solche durch den Klick ausgelöst wird, etwa durch eine Beschriftung wie „Zahlungspflichtig bestellen“. Laut Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg kommt auf dieser Grundlage kein wirksamer Vertrag zustande. Rechnungen müssten daher nicht bezahlt werden.
Vorsicht bei sensiblen Daten
Die erstmalige Steuerbescheinigung für die Steuererklärung kann online bei der Deutschen Rentenversicherung angefordert werden. Danach wird sie jedes Jahr zwischen Januar und Februar automatisch und kostenfrei per Post verschickt.
Grundsätzlich enthalten Rentenunterlagen hochsensible persönliche Daten. Verbraucher:innen sollten daher unbedingt immer prüfen, ob sie sich auf der offiziellen Website oder bei einem Drittanbieter befinden.